Fondsgebundene Lebens­versicherung? Finger weg!

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Fondsgebundene Lebens­versicherung? Finger weg!
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Die fondsgebundene Lebens­versicherung ist ein Mix aus zwei Finanzprodukten: Risikolebens­versicherung und Geldanlage. Diese Verquickung ist nicht nur teuer, sondern auch unflexibel. Daher rate ich davon ab, eine fondsgebundene Lebens­versicherung abzuschließen. Wenn du eine solche Police hast, macht es in vielen Fällen Sinn, sie zu kündigen und einen sinnvolleren Ersatz zu suchen.

Eine un­glückliche Mischung

Eine Lebens­versicherung, das ist in erster Linie eine Risiko­lebens­versicherung (so sollte es eigentlich sein…). Das Risiko des Todes wird versichert. Dafür kassiert der Versicherer eine Prämie, die in der Regel monatlich zu zahlen ist. Die Risiko­lebens­versicherung hat eine Laufzeit, z.B. 20 Jahre. Endet die Laufzeit, hört auch der Versicherungsschutz auf. Bei der fondsgebundenen Lebens­versicherung enthält die Prämie zusätzlich einen Sparanteil, der in einen Aktienfonds investiert wird. Am Ende der Laufzeit wird das gesparte Geld plus Fonds­rendite an den Versiche­rungs­nehmer ausgezahlt.

Das hört sich doch erstmal ganz nett an. Am Enddatum einer reinen Risiko­lebens­versicherung bekommt man schließlich gar nichts, da auch nichts gespart wurde. Im Versicherungsjargon sagt man, eine fondsgebundene Versicherung zahlt nicht nur im Todesfall, sondern auch im Erlebens­fall (das Ende der Laufzeit wird erlebt). Wo ist also das Problem? Die fondsgebundene Lebens­versicherung hat zwei große Nachteile:

  1. Die Abschluss- und Verwaltungs­kosten sind hoch, wodurch der Fondsgewinn geschmälert wird.
  2. Der Vertrag ist unflexibel. Der Risikoanteil ist untrennbar mit dem Sparanteil verbunden.

Die beiden Nachteile machen die fondsgebundene Lebens­versicherung zu einem unattraktiven Kombiprodukt.

Die Alternativen zur fondsgebundenen Lebens­versicherung

Was sind nun also die Alternativen? Eigentlich liegt die Lösung auf der Hand. Wenn du deine Familie vor dem Risiko deines Todes schützen willst, schließe eine reine Risiko­lebens­versicherung ab. Wenn du mit Aktien Geld sparen willst, schließe einen Fondssparplan oder eine fondsgebundene Rentenversicherung ab. Wenn du beides willst, schließe beides ab! Aber bitte separat. So kannst du nämlich, wenn du knapp bei Kasse bist, den Sparplan ruhen lassen oder kündigen, ohne dass du den Schutz deiner Lebens­versicherung verlierst. Das Gleiche gilt umgekehrt: Wenn du deine Risiko­lebens­versicherung nicht mehr benötigst oder wechseln willst, kannst du sie einfach kündigen, der Sparplan läuft weiter.

Eine fondsgebundene Lebens­versicherung ist nicht etwa günstiger dadurch, dass sie zwei Produkte kombiniert, eher teurer und außerdem unflexibel. Daher mein Fazit: Diese unglückliche Mischung braucht kein Mensch.

Update 15.04.2016: Hinweis auf fondsgebundene Rentenversicherung hinzugefügt

2 Kommentare

  1. Stefan sagt

    Hallo Viktor,
    vorab erstmal viel Erfolg mit deinem getsurance-Projekt!
    Alles, was zur finanziellen Bildung beiträgt, begrüße ich ausdrücklich.
    Dein Beitrag ist allerdings aus meiner Sicht nicht ganz korrekt: Ich bin bei dir, dass eine Risikolebensversicherung das Produkt der Wahl ist, wenn ich meine Hinterbliebenen absichern will.

    Aber ein Fondssparplan ist nicht zwingend besser, als eine fondsgebundene Rentenversicherung zum Vermögensaufbau geeignet. Klar kostet der Versicherungsmantel Geld. Dafür hast du auf der anderen Seite deutliche Steuervorteile: Während der Laufzeit über die Stundung der Abgeltungsteuer. Und wenn du das Ding bis zur Rente durchziehst, sogar noch in der Auszahlung.

    Rechne dir das nochmal durch.

    Beste Grüße
    Stefan

    1. Viktor Becher sagt

      Hi Stefan! Ich wollte nicht suggerieren, dass ein Fondssparplan die erste Wahl sei (das ist er nämlich nicht immer), deswegen habe ich jetzt noch die fondsgebundene Rentenversicherung erwähnt. Vielen Dank für dein Feedback 🙂

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