Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten: Wann brauchst du sie?

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Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten: Wann brauchst du sie?
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Eine private Haft­pflicht­versiche­rung ist für Studenten genauso wichtig wie für andere Menschen, weil sie den oft teuren Schadens­ersatz übernimmt, wenn du einer anderen Person ungewollt Schaden zufügst. Worauf solltest du beim Abschluss einer eigenen Haft­pflicht­versiche­rung achten? Und wie lange bist du noch durch die Ver­siche­rung deiner Eltern abgedeckt? Das erfährst du hier!

Das musst du wissen:
  • Eine private Haft­pflicht­versiche­rung zahlt den Schadens­ersatz, den eine Person von dir fordern kann, wenn du sie selbst oder ihr Eigentum ungewollt geschädigt hast. Ohne Versiche­rung kann so etwas sehr teuer für dich werden.
  • Bei einer Haft­pflicht­versiche­rung sind Studenten über ihre Eltern ver­sichert, bis sie ihr erstes Studium beendet oder eine eigene Familie gegründet haben. Danach solltest du dir eine eigene Versiche­rung besorgen.
  • Suchst du eine geeignete Haf­tpflicht­versiche­rung, solltest du unter anderem eine ausreichende Ver­sicherungs­summe vereinbaren und darauf achten, dass die Versiche­rung auch Miet­sach­schäden abdeckt sowie eine Ausfalldeckung beinhaltet.

Was bringt eine private Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten?

Auch wenn du dich normalerweise nicht verhältst wie der Elefant im Porzellanladen: Du kannst trotzdem schnell in eine Situa­tion geraten, in der du Gegenständen oder Personen ungewollt Schaden zufügst. Da reicht es schon aus, wenn du auf der Party eines Bekannten beim Tanzen dessen teuren Fernseher umstößt. Nun möchte er, dass du ihm das Gerät ersetzt, weil du es mit deiner Unachtsamkeit zerstört hast. Oder stell dir vor, du überquerst ohne zu schauen eine Straße, wo sich ein Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit nähert. Er kann dich nicht rechtzeitig sehen, weil du hinter einem Lieferwagen hervor kommst, und stößt mit dir zusammen. Bei dem Sturz zieht er sich eine schwere Nackenprellung zu. Nun fordert er von dir die Behandlungskosten sowie ein hohes Schmerzensgeld.

Nach § 249 des bürger­lichen Gesetz­buches (BGB) bist du dazu ver­pflich­tet, den Schaden, den du verursacht hast, entweder rückgängig zu machen oder dem Geschädigten wenigstens einen Geld­betrag als Ausgleich zu bezahlen. Doch das kann schnell teuer werden: Vor allem dann, wenn du bei einem Unfall eine Person verletzt hast, müsstest du ohne Ver­siche­rungs­schutz tief in die Tasche greifen. Deshalb sollte jeder in Deutschland eine private Haft­pflicht­versiche­rung (PHV) abschließen. Sie übernimmt den Scha­dens­ersatz, den eine Person von dir fordert, wenn du ihr Personenschäden oder Sachschäden zugefügt hast. Eine PHV übernimmt jedoch keine Schäden, welche durch vorsätzliches oder strafbares Vergehen entstanden sind.

Zur Standardausstattung einer PHV gehört auch ein passiver Rechtsschutz. Wenn jemand Schadens­ersatz­forderungen an dich stellt, die nicht gerechtfertigt sind, dann verteidigt dich deine Versiche­rung im Gerichts­verfahren und kommt dabei für die anfallenden Kosten des Verfahrens auf.

Haft­pflicht­versiche­rungs­schutz über deine Eltern

Bei der Haft­pflicht­versiche­rung sind Kinder über ihre Eltern versichert, solange diese sich noch in der Erstausbildung befinden, das heißt, in ihrem ersten Studium oder ihrer ersten Ausbildung sind. Außerdem dürfen sie noch keine eigene Familie gegrün­det haben. Oft ist es jedoch so, dass bei einer Haft­pflicht­versiche­rung Stu­den­ten über dem 25. Lebens­jahr nicht mehr mit­versichert sind bei ihren Eltern. Eine eigene private Haft­pflicht­versiche­rung ist für Studenten also in folgenden Fällen nötig:

  • Das Ende deines Studiums steht bald an und es ist an der Zeit, dir eine eigene Absicherung für die Zeit danach zu suchen.
  • Du hast bereits ein Zweitstudium begonnen oder du befindest dich im Masterstudium und die Versicherung deiner Eltern sieht den Master bereits als Zweitstudium an. Auch wenn dies selten ist, solltest du in Erfahrung bringen, wie der Versicherer deiner Familie dein Masterstudium einstuft.
  • Du studierst so lange, dass du die Altersgrenze von der Versiche­rung deiner Familie überschreitest (häufig das 25. oder 30. Lebensjahr). Diese Grenze liegt meist unter derjenigen für das Bafög.
  • Wenn du noch als Student heiratest oder eine Lebenspartnerschaft eintragen lässt, hast du eine eigene Familie und musst diese über eine eigene Familien­haft­pflicht­versiche­rung absichern. Der Schutz deiner Eltern greift dann nämlich nicht mehr.
Neben der Privathaftpflicht ist die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung (BU) eine weitere sehr wichtige Absicherung. Sie zahlt einen monatlichen Betrag aus, falls du irgendwann deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Wusstest du, dass das in Deutschland jedem Vierten passiert? Wenn du eine BU bereits als Student abschließt, kannst du einiges an Kosten sparen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zur Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung als Student.

Welche Haft­pflicht­versiche­rung brauchen Studenten?

Wenn Studis ihre erste private Haft­pflicht­versiche­rung suchen, sind sie oft von der Fülle unter­schied­licher Angebote und Zusatz­klauseln überfordert. Da fällt es zunächst nicht leicht, sich für ein geeig­netes Produkt zu entscheiden. Deshalb fassen wir für dich die wichtigsten Merk­male einer PHV zusammen, auf die du achten solltest.

Wichtige Merkmale einer PHV

Eine Haf­tpflicht­versiche­rung für Studenten sollte folgende Merkmale aufweisen, die auch für die Zeit nach dem Studium wichtig sind:

  1. Die Ver­sicherungs­summe ist das Maximum, was die Haft­pflicht­versiche­rung dir an Leistungen erstattet, wenn du jemandem Schadens­ersatz zahlen musst. Sie sollte nach Ansicht der Stiftung Warentest nicht unter fünf Millionen Euro liegen, damit auch größere Forderungen abgedeckt sind.
  2. Die PHV sollte auch Mietsach­schäden abdecken. Gerade dann, wenn es bei deinen WG-Parties etwas wilder zugeht, kann es sein, dass Schäden an der Wohnung und der gemieteten Ausstattung entstehen. Deshalb solltest du schauen, dass in den Versicherungs­bedingungen eine Miet­sach­schaden­klausel steht, mit der die Versicherung auch Schäden an Mietsachen abdeckt. Glas­scheiben sind jedoch bei jeder PHV aus­ge­schlos­sen und können nur durch eine Haus­ra­tversiche­rung abgesichert werden.
  3. Gefälligkeitsschäden entstehen dann, wenn du einem Freund beispiels­weise beim Umzug hilfst und dabei durch Unachtsamkeit dessen teuren Fern­seher zerstörst. Bei solchen Gefällig­keiten kann dein Freund – rechtlich gesehen – keinen Schadens­ersatz von dir fordern. Dennoch erstatten einige Versiche­rungen auch in diesen Fällen den entstan­denen Schaden.
  4. Eine private Haft­pflicht­versiche­rung gilt für Studenten und andere Personen in der Regel auch für Auslands­aufenthalte bis zu 12 Monaten. Planst du eine längere Zeit im Ausland, solltest du ein ent­sprech­endes Angebot auswählen oder dich in diesem Fall mit einer Auslands­haft­pflicht­versiche­rung zusätzlich absichern.
  5. Enthält dein Vertrag eine Aus­fall­deckung, so übernimmt die PHV unter Umständen auch Schäden, welche dir andere Personen zugefügt haben. Dies ist dann der Fall, wenn Personen, die dich geschädigt haben, selbst keine private Haft­pflicht­versiche­rung besitzen und dir den verur­sachten Schaden auch nicht aus eigener Tasche bezahlen können. Mit einer Ausfall­deckung bleibst du dann nicht auf deinem Schaden sitzen.
Sie ist kein Muss, kann für dich als Mieter aber dennoch nützlich sein: Eine Schlüssel­versiche­rung sichert dich für den Fall ab, dass du deinen Schlüssel verlierst und dein Vermieter im schlimmsten Fall alle Schlösser des Miets­hauses austauschen muss. Ob du den Aufpreis für diese Zusatz­versiche­rung bezahlen willst, musst du selbst entscheiden.

Dies sind die wichtigsten Merkmale einer Haft­pflicht­versiche­rung. Um das ideale Angebot für dich zu finden, kannst du entweder die Ver­siche­rungs­bedingungen der einzelnen Anbieter studieren oder dich von erfahrenen Ver­sicherungs­maklern beraten lassen.

Vermutlich hast du als Student noch keine Familie gegründet, weshalb für dich die Singletarife der verschiedenen PHV-Anbieter relevant sind. Falls du schon verheiratet bist oder Kinder in die Welt gesetzt hast, musst du hingegen eine Familien­haft­pflicht­versiche­rung abschließen. Dieser Vertrag kostet zwar mehr als ein Singletarif, allerdings sichert er nicht nur dich, sondern auch deinen Ehe- oder Lebens­partner sowie eure Kinder ab.

Spezielle Haft­pflicht­versiche­rungen

Schließt du eine Haft­pflicht­versiche­rung als Student ab, können je nach Lebens­situation spezielle Versiche­rungen empfehlens­wert sein, welche Leistungen anbieten, die in einer normalen PHV nicht enthalten sind. Wenn du Fahrzeug­halter eines Autos wirst, musst du für dieses Fahrzeug eine spezielle Kfz-Haft­pflicht­versiche­rung abschließen. Im Gegensatz zur Privat­haft­pflicht ist diese sogar gesetzlich vorgeschrieben, weil ein Auto bei einem Unfall schwere Schäden anrichten kann.

In einigen Bundes­ländern müssen Hunde­halter für ihre manchmal bissigen Lieblinge eine eigene Haft­pflicht­versiche­rung abschließen. Auch als Pferde­halter kann eine spezielle Tier­haft­pflicht nützlich sein, um Schäden abzudecken, welche diese Tiere verursachen.

 

Was kostet eine Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten?

Vielleicht denkst du, dass die Kosten einer Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten oder Berufs­anfänger zu hoch sind. Falsch gedacht: Eine PHV ist im Preisvergleich mit anderen Versiche­rungen sehr günstig zu haben. Das Geld lohnt sich auf jeden Fall, wenn du bedenkst, dass du damit im Ernstfall hohe Schadens­ersatz­forde­rungen begleichen kannst.

Die Kosten einer privaten Haft­pflicht­versiche­rung hängen von folgenden Punkten ab:

  • Versicherungs­summe: Du kannst bei einer Versicherung Geld sparen, wenn du eine niedrigere Versicherungs­summe wählst. Allerdings solltest du Schäden bis mindestens fünf Millionen Euro absichern lassen.
  • Schadens­fälle: Wenn du bereits einen verursachten Schaden an die Haft­pflicht­versiche­rung deiner Eltern gemeldet hast, ist es möglich, dass die Versiche­rung das Risiko eines erneuten Schadens bei dir höher einstuft. Entsprechend musst du für die Versiche­rung mehr bezahlen.
  • Selbst­beteiligung: Du kannst im Versiche­rungs­vertrag vereinbaren, dass du für eine bestimmte Schaden­summe pro Jahr selbst aufkommst. Dadurch kannst du die fälligen Bei­träge senken, weil die Versiche­rung dann keine Bagatell­schäden abwickeln muss.
  • Zusatz­optionen wie eine Miet­schäden- oder Schlüssel­versicherung kosten zusätzliches Geld. Ob diese für dich sinnvoll sind, hängt von deiner individuellen Lebenssituation ab.

Auf dem deutschen Haft­pflicht­versiche­rungs­markt gibt es Basis- und Premium­produkte. Premium­produkte sind meist teurer, dafür ist bei ihnen die Versiche­rungssumme höher und sie decken ein breiteres Spektrum an möglichen Haft­pflicht­fällen ab.

Kosten einer PHV in Deutsch­land

Du kannst dich über die Preise einer Haft­pflicht­versiche­rung online informieren und ausrechnen lassen, was so eine Versiche­rung in deinem indi­viduellen Fall kosten würde. Wir haben verschie­dene Anbieter der Privat­haft­pflicht­versicherung einem Vergleich unterzogen, um dir zu zeigen, was eine Single-Versiche­rung mit Ausfall­deckung für einen 25-Jährigen ohne bisherige Schadens­fälle kosten kann. Die Tabelle zeigt dir den monatlich anfallenden Beitrag sowie die Ver­sicherungs­summe, welche von diesen Angeboten abgedeckt wird.

Monatliche Beiträge für ausgewählte Basis-Haftpflichtversicherungen

Monat­licher Beitrag Versiche­rungs­summe
Alte Leipziger Komfort Single 8,89 € 20 Mio. €
ARAG Komfort Single 8,06 € 15 Mio. €
Basler AMBIENTE TOP Single 5,31 € 50 Mio. €
Generali KomfortPlus Single 9,86 € 15 Mio. €
HanseMerkur Top 2016 Single 5,05 € 5 Mio. €
Münchener Verein Komfort Single 7,86 € 10 Mio. €
Swiss Life Prima 2016 Single 4,37 € 10 Mio. €
VHV Exklusiv Garantie14 Single 5,46 € 50 Mio. €
Volkswohl­bund Komfort­Plus Single 7,64 € 15 Mio. €
Würz­burger Exklusiv Single 7,29 € 5 Mio. €

*Quelle: Getsurance, Stand: 02/2017

Dies ist nur eine Auswahl an generell empfehlenswerten Versiche­rungen. Eventuell können auch Angebote anderer Anbieter einer Haft­pflicht­versiche­rung wie die Allianz oder die HUK Coburg für dich interessant sein. Die Haft­pflicht­versiche­rung des ADAC allerdings können nur Mitglieder des Automobil­clubs ab­schlie­ßen. Du solltest auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung abschließen, sobald du nicht mehr über deine Eltern abgesichert bist. Das kannst du auch ganz einfach über Getsurance machen. Schau doch gleich mal nach, was wir für dich im Angebot haben!

Häufige Fragen

  • Was kostet eine Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten?

    Die monatlichen Preise für eine Haft­pflicht­versiche­rung liegen zwischen vier und zehn Euro, wenn du noch jung bist und noch keine Schäden an die Haft­pflicht­versiche­rung deiner Eltern gemeldet hast. Den Preis kannst du weiter senken, wenn du eine Selbst­betei­ligung vereinbarst.
  • Auf welche Aspekte sollten Studenten bei einer Haft­pflicht­versiche­rung achten?

    Besonders wichtig ist es, dass eine Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten auch Miet­sach­schäden abdeckt, wenn du in einer Wohnung zur Miete wohnst. Auch Gefällig­keits­schäden sollte sie übernehmen sowie eine Ausfall­deckung beinhalten. Als Mindest­versiche­rungs­summe empfehlen wir dir fünf Millionen Euro.
  • Bis wann sind Kinder über die Haft­pflicht­versiche­rung ihrer Eltern mit­versichert?

    In der Regel sind Studenten über die Haft­pflicht­versiche­rung ihrer Eltern mitversichert, da deren Haft­pflicht­versiche­rung auch jedes Kind abdeckt, solange es sich noch in der Ausbildung oder im Studium befinden. Bei einigen Versiche­rungen sind die Kinder jedoch nur bis zum Alter von 25 Jahren bei der Haft­pflicht­versiche­rung über die Eltern mit­versichert. Bei einem Auszug aus dem elter­lichen Hause genießt du jedoch weiterhin den Ver­siche­rungsschutz deiner Eltern.
  • Was ist die beste Haf­tpflicht­versiche­rung für Studenten?

    Um die verschiedenen Anbieter einer Haft­pflicht­versiche­rung für Studenten zu vergleichen, kannst du dich an verschiedenen Tests orientieren. So führten die Stiftung Warentest (2014) sowie das Ratin­ghaus Franke und Bornberg (2015) mit verschiedenen Anbietern der Haft­pflicht­versiche­rung (auch für Studenten) einen Test durch. Während die Stiftung Warentest nur Familien­tarife untersuchte, hat Franke und Bornberg verschiedene Verträge von Single- und Familien­haft­pflicht in einem Test miteinander verglichen. Dabei zeigte sich unter anderem, dass ganze 15 Tarife als “Topschutz” ausgezeichnet wurden, darunter die ERGO Versicherung, die Gothaer Allgemeine Versicherung oder auch die Swiss Life.
  • Sind die Beiträge zu einer privaten Haft­pflicht­versiche­rung steuerlich absetzbar?

    In der Steuererklärung kannst du deine Beiträge zur PHV unter “Vorsorge­aufwendungen” angeben und damit von der Steuer absetzen. Dies ist auch bei manchen anderen Versiche­rungen möglich, wie der Berufs­unfähig­keits­versiche­rung.
  • Welche anderen Versicherungen solltest du als Student abschließen?

    Neben einer privaten Haft­pflicht­versiche­rung benötigst du auf jeden Fall eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung. Als Student kannst du diese günstiger bekommen als später. Wenn du ins Berufsleben startest, solltest du außerdem eine eigene Kranken­versiche­rung abschließen, weil du dann nicht mehr über deine Eltern mit­versichert bist. Andere Versiche­rungen sind weniger wichtig als diese beiden, wie beispielsweise eine Rechts­schutz­versiche­rung oder eine Haus­rat­versiche­rung, die sich für Studenten mit weniger wertvoller Wohnungs­einrichtung oft nicht lohnt.

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