5 Fakten zur Versiche­rungspolice – einfach & verständlich

Quelle: Getsurance
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5 Fakten zur Versiche­rungspolice – einfach & verständlich
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Was ist eigentlich eine Ver­siche­rungs­police? Wenn du dir diese Frage stellst, dann bist du hier genau richtig. Dieses Fremd­wort ist einfach nur ein anderer Ausdruck für den Versiche­rungs­schein, den du beim Abschluss einer Versiche­rung erhältst. Hier zeigen wir dir in 5 Fakten, warum die Police so wichtig ist und welche Angaben sie enthalten sollte.

Das musst du wissen:
  • Eine Versicherungs­police ist eine Urkunde, die deinen Vertrag mit dem Ver­sicherungs­unternehmen über die abge­schlos­sene Ver­siche­rung belegt.
  • Diese Versiche­rungs­police musst du gut aufheben. Am aller­besten als Original, denn du benötigst sie, wenn du im Schadens­fall Geld von der Versiche­rung willst.
  • Die Police enthält alle wichtigen Daten wie zum Beispiel die Namen der Betei­ligten, die Leistun­gen, die zu zahlenden Beiträge und eine Versiche­rungsschein­nummer.

1) Das ist eine Versicherungs­police

“Eine Versiche­rungs­police: Was ist das?” Kein Problem, so kompliziert ist das gar nicht. Ursprüng­lich kommt das Wort Police aus dem Grie­chischen. “Apodeixis” bedeutet soviel wie Nach­weis. Ein anderer Ausdruck für Versiche­rungs­police ist heutzutage auch Versiche­rungs­schein. Dabei handelt es sich um nichts anderes als um einen Beleg für den Versiche­rungs­vertrag, den du mit einem Versiche­rungsunter­nehmen abschließt. Bei jeder abge­schlos­senen Ver­siche­rung wird in Deutsch­land eine Versicherungs­police ausgestellt. Das folgende Bild zeigt dir die erste Seite einer Versiche­rungs­police als Beispiel. Sie wurde 2016 für eine Berufsun­fähigkeitsver­sicherung ausgestellt.

Versicherungs­schein zu einer Berufsun­fähigkeits­versiche­rung

Bild: Getsurance

Eine Versicherungs­police ist wirklich wichtig. Sie hat nämlich die Bedeutung einer Urkunde. Und eine Urkunde ist ein “Schrift­stück, durch das etwas beglaubigt oder bestätigt wird, ein Dokument mit Rechts­kraft” – so die Erklärung im Duden. Und ohne diese Urkunde, eben ohne die Ver­siche­rungs­police, gehst du das Risiko ein, dass du unter Umständen keine Leistun­gen von der Versiche­rung erhältst. Dazu gibt es nämlich eine Regelung im Bürger­lichen Gesetz­buch (BGB). Und dort heißt es in § 808, Absatz 2:

Der Schuldner ist nur gegen Aushän­digung der Urkunde zur Leistung verpflich­tet. Ist die Urkunde abhanden ge­kom­men oder vernichtet, so kann sie […] für kraftlos erklärt werden.

Mit “Schuldner” ist in unserem Fall das Versiche­rungs­unternehmen gemeint. Es muss also nur zahlen, wenn die Police, die Versiche­rungsur­kunde, vorliegt. Es gibt Beispiele für andere wichtige Urkunden, mit denen du vielleicht schon zu tun hattest. Dazu gehören die Geburtsur­kunde, die Heirats­urkunde und das Testament.

2) Das sollte die Versiche­rungs­police enthalten

Für alle Versiche­rungen wird eine Police ausgestellt, egal ob für die Berufsun­fähig­keits­ver­siche­rung, die Haus­rat­ver­siche­rung oder alle Arten von Lebensver­sicherungen. Zum 1. Januar 2008 trat das neue Versiche­rungsvertrags­gesetz (VVG) in Kraft. Damit wurde nach Ansicht des Gesamt­verbandes der Deutschen Versiche­rungswirt­schaft (GDV) der Verbraucher­schutz erheblich verbessert. Dazu gehört zum Beispiel die Abschaffung des bis dahin gültigen “Policen­modells”. Danach bekam derjenige, der eine Versiche­rung abschließen wollte, die Versiche­rungsbedin­gungen erst gemeinsam mit der Police zum Vertrags­abschluss zugeschickt. Mit dem neuen Gesetz werden die Versiche­rungsbedin­gungen bereits vor Vertrags­abschluss ausgehändigt. Außerdem bekamen die Versicherer im VVG erweiterte Infor­mations- und Beratungs­pflichten auferlegt. So müssen dem Antrag­steller auch Unter­lagen mit genauen Angaben zum Versiche­rungsunter­nehmen und eine übersicht­liche Beschreibung der Leistungs­merkmale der jeweiligen Versiche­rung geschickt werden.

Die Bestimmungen des Versiche­rungs­vertrags­gesetzes regeln in 216 Para­grafen das Verhältnis zwischen dir und dem Versicherer. Auch die Bestand­teile der Versiche­rungs­police und deren Bedeutung werden darin behandelt. Typische Elemente einer Police sind demnach:

  • Datum von Beginn und Ende der Ver­siche­rung
  • Namen der Betei­ligten und deren An­schrift
  • Versiche­rungs­summe
  • Leistungen, Leistungs­ausschlüsse
  • Prämien und mögliche Prämien­stufen
  • Regeln bei Selbst­behalt (Selbst­beteiligung)
  • Regeln bei grober Fahr­lässig­keit
  • Ver­siche­rungs­schein­nummer
  • Unter­schrift beider Vertrags­parteien

3) Besonder­heiten beim Versicherungs­schein

Jede Police, also jede Versiche­rungs­urkunde, enthält Infor­mationen, die für dich besonders wichtig sind. Einer dieser Punkte ist das Widerrufs­recht, das in jeder Police erklärt ist. Danach kannst du inner­halb einer bestimmten Frist ohne Angabe eines Grundes die Vertragser­klärung widerrufen. Diese Frist beträgt bei den meisten Versiche­rungen mindestens 14 Tage (§ 8 VVG), nur bei Lebens- und Rentenver­siche­rungen sind es 30 Tage (§ 152 VVG). Wichtig ist aller­dings, dass du deinen Widerruf schrift­lich anmeldest.

Zu deinem Versicherungs­vertrag gehören auch die Allgemeinen Versiche­rungsbe­dingungen (AVB). Sie entsprechen den Allge­meinen Geschäfts­bedingungen (AGB) anderer Unter­nehmen und sind so formuliert, dass sie für eine möglichst große Anzahl an Verträgen gelten. Sie bilden eine Art Rahmen, in den deine indivi­duellen Verein­barungen wie Höhe der Leistungen und deine Beiträge eingefügt sind. Die AVB müssen dir die Versicherer vor Vertrags­abschluss ebenfalls zukommen lassen.

4) Kündigung einer Versiche­rungs­police

Natürlich kannst du deine Versiche­rungs­police auch kündigen. Dabei solltest du diese Kündigung unbedingt schrift­lich einreichen. Wichtig ist dabei auch deine eigen­händige Unter­schrift. Um sicher zu gehen, dass dein Brief mit der Kündigung auch wirk­lich beim Versiche­rungsunter­nehmen ankommt, nutzt du am besten ein Einschrei­ben mit Rück­schein – so wird dir der Versand deines Schreibens und der Erhalt beim Empfänger bestätigt. Und du musst dich an die bestehen­den Kündi­gungs­fristen halten. Welche Kündi­gungs­fristen für dich gelten, hängt von der abgeschlos­senen Versiche­rung ab. Überlegst du dir zum Beispiel, deine Berufsun­fähigkeits­versiche­rung zu kündigen, beträgt die Kündigungsfrist je nach Versiche­rungs­police zwischen einem und drei Monaten. Meist können die Verträge zum Ende der laufenden Zahlungs­periode gekündigt werden, also in der Regel nach einem Jahr. Ein Sonder­kündigungs­recht hast du zusätzlich, wenn der Versicherer die Beiträge, aber nicht seine Leistungen erhöht. Allerdings solltest du dir die Kündigung einer Berufsun­fähigkeitsver­siche­rung (BU) genau überlegen, denn dein bis dahin ein­gezahl­tes Geld ist dann futsch.

5) Tipps zur Versiche­rungs­police

Falls du einmal deine Ver­sicherungs­police verlieren solltest, wenn du sie zum Beispiel nach einem Umzug einfach nicht mehr finden kannst, ist das kein Problem. Du kannst bei deiner Versiche­rung einfach eine neue beantragen. In der Regel sollte dir unkompliziert und schnell eine neue Aus­führung zugeschickt werden. Die meisten Versiche­rungen bieten Muster­briefe an, mit denen du eine Verluster­klärung für deinen Versiche­rungs­schein – für deine Police – abgeben kannst. Wir haben für dich einmal den passenden Wort­laut einer Verlust­anzeige vorbereitet. Unsere Empfehlung lautet:

Beispiel für den Wort­laut einer Verlust­anzeige:
Der Versiche­rungs­schein ist verloren gegangen. Ich bestätige ausdrück­lich, dass ich die Rechte und Ansprüche aus der Versiche­rung weder abgetreten noch verpfändet und den Ver­siche­rungs­schein keinem Dritten ausgehändigt habe. Den Verlust des Ver­siche­rungs­scheines begründe ich wie folgt: Ich habe ihn verloren. Sollte der Versiche­rungs­schein wieder aufgefunden werden, verpflichte ich mich, diesen unverzüg­lich der Versiche­rung zurückzugeben.

Wichtig ist dabei, dass du die Versiche­rungs­police mit ihrer Nummer und allen anderen wichtigen Daten angibst. Dazu gehören die Art der Versiche­rung, dein Name und die korrekte Adresse. Die Versiche­rungs­schein­nummer findest du übrigens auch auf den Rechnun­gen und Briefen von der Versiche­rung.

Einen Tipp haben wir noch für dich: Achte auch auf das Datum, zu welchem der Versiche­rungs­schutz beginnt. Entscheidend ist nicht das Datum, an dem du den Ver­sicherungs­schein unter­schreibst, sondern der in der Police ausdrück­lich genannte Tag, an dem die Versicherung beginnt.

Häufige Fragen

  • Wie lautet für eine Versicherungs­police die Definition und wie sieht eine Versiche­rungs­police aus?

    Die Versicherungs­police ist ein schrift­liches Dokument, das die Einzel­heiten des Vertrages zwischen dir und dem Versiche­rungsunter­nehmen beschreibt. Sie kann einen Umfang von einer oder mehreren Seiten haben. Es müssen dort alle wichtigen Bestand­teile enthalten sein, die sowohl die Leistun­gen der Versiche­rung als auch deine zu zahlenden Prämien beschrei­ben.
  • Ich habe meinen Versiche­rungs­schein verloren: Was tun?

    Es ist nicht schlimm, wenn du deine Versiche­rungs­police verloren hast, auch wenn sie ein wichtiges Dokument ist. Du schreibst einfach einen Brief an deine Versiche­rung und kannst so eine neue Versiche­rungs­police anfordern. Diese wird dir unkompliziert helfen und eine Neuaus­fertigung schicken. Du kannst auch für diese Verlust­anzeige ein vorgeschriebenes Muster benutzen, wie du es weiter oben in unserem Ratgeber­artikel findest.
  • Kann man eine Versiche­rungs­police mit anderen ver­gleichen?

    Ja, das kannst du, denn hinter den Policen verbergen sich ja die Leistun­gen der Versiche­rungen. Die Stiftung Waren­test und ihre Zeit­schrift Finanz­test sind gute Rat­geber und ver­gleichen immer wieder Kosten und Angebote der ver­schiedenen Versiche­rungsunter­nehmen. Mit einem Preisver­gleich kannst du die Versiche­rung heraus­suchen, die für dich besonders günstig ist.

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