Armut durch Krebs

Kaum vorstellbar, dass Krebs das Armutsrisiko erhöht. Geld sei in solch einer Situation völlig nebensächlich, lautet es überwiegend. Aber ist dem so? Diese Frage können Betroffene eindeutig besser beantworten. Erste Studien zeigen – das Armutsrisiko ist real.

Warum macht Krebs arm?

Hauptgrund ist die Arbeitsunfähigkeit. In den meisten Fällen beginnt diese bereits mit der Krebsdiagnose. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für maximal 72 Wochen Krankengeld. Die Höhe des Krankengelds ist gesetzlich vorgeschrieben und richtet sich nach dem regelmäßigen Einkommen. Es beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts. Anspruch auf Krankengeld haben in der Regel Arbeitnehmer, Auszubildende und Bezieher von Arbeitslosengeld I. Selbstständig Tätige dagegen müssen sich um eine eigene Absicherung kümmern.

“Rund 40 Prozent der Krebspatienten erkranken im erwerbsfähigen Alter.” – Deutsche Krebshilfe

72 Wochen klingt zunächst lang, ist allerdings für die viele Betroffene kein ausreichender Therapiezeitraum.

Kann der Beruf nach der Krebserkrankung nur noch teilweise oder gar nicht mehr ausgeübt werden, bleibt der Antrag auf Erwerbsminderungsrente, sofern die Voraussetzungen für eine Bewilligung gegeben sind. Diese beträgt oft nur noch die Hälfte oder ein Drittel des Netto­ein­kommens. Der schlechteste Fall ist der Bezug von Arbeitslosengeld II (Hartz 4) und damit ein Leben am Existenzminimum.

„Wenn dann also Menschen nahegelegt wird, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen, und sie haben dann im Zweifelsfall nicht noch irgendwas in der Hinterhand – an Erspartem oder einen Partner, eine Partnerin, der/ die  Geld hat oder eine Familie, die dahinter steht – dann ist eine Erwerbsminderungsrente wirklich eine hohe Falle für Armut.“ – Sozialverband VdK Deutschland, Präsidentin Verena Bentele

Das Armutsrisiko ist real

Diese Erfahrung musste auch Melanie machen. Mit gerade mal 22 Jahren wurde ein Hirntumor diagnostiziert. Beruflich war sie noch in ihren Anfängen und hatte keine finanzielle Rücklagen. Nach Op, Chemotherapie und Reha lebt sie heute von einer Erwerbsminderungsrente. Sie wurde 10 Monate nach ihrer Krebsdiagnose als arbeitsunfähig eingestuft und frühverrentet, da sie aufgrund der Spätfolgen nicht mehr in der Lage war mehr als 3 Stunden täglich zu arbeiten. Monatlich erhält sie eine Rente von 761 Euro. Davon bezahlt sie ihre Miete sowie weitere Fixkosten. Ohne die finanzielle Unterstützung ihrer Mutter käme sie nicht über die Runden.

Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt bei 830 Euro. – Zahlen, Daten und Fakten der Rentenbestandsstatistik 2019

Mathias seine Geschichte ist ähnlich, 35 Jahre, tätig in der IT Branche. Er und seine Frau haben eine zweijährige Tochter und gerade ein Haus gebaut, als er seine Krebsdiagnose erhielt. Da er Hauptverdiener ist, ist der finanzielle Druck besonders hoch. Trotz seiner Krebserkrankung jongliert er zwischen Krankschreibungen, Chemotherapie und Arbeit. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt er nicht.

“Die volle Erwerbsminderung würde für mich 900 Euro im Monat bedeuten und das reicht nicht um den monatlichen Kredit für das Haus abzuzahlen, geschweige denn um meine Familie zu ernähren.”

Katharinas Erlebnisse sind ein weiteres Beispiel dafür, dass das Armutsrisiko bei Krebs real ist. Sie erhielt ihre Brustkrebsdiagnose völlig unerwartet mit 42 Jahren. Katharina ist alleinerziehend, hat zwei Kinder und arbeitet als Bürokauffrau in einem kleinen mittelständischen Unternehmen. Unmittelbar nach ihrer Krebsdiagnose fiel sie in die Arbeitsunfähigkeit. Die Chemotherapie wurde schnell anberaumt, arbeiten war aufgrund dessen nicht mehr möglich. In dieser Zeit erhielt sie Krankengeld. Die finanziellen Einschnitte waren groß, da das Einkommen entsprechend sank, die Ausgaben aufgrund der Krankheit stiegen. Es fielen Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte, Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, Verbandsmaterial und Mundspülungen an. Die monatlichen Mehrausgaben lagen im Schnitt bei 280 Euro. Heute ist sie vom Krebs geheilt und arbeitet wieder Vollzeit in ihrem Job als Bürokauffrau.

“Anstatt mich auf das Gesundwerden zu konzentrieren, hatte ich ständig mit Existenzängsten zu tun.”

Die Scham ist groß

Viele Betroffene schämen sich für ihre Geldsorgen. Laut Deutscher Krebshilfe ist in etwa jeder zehnte Anrufer von finanziellen Nöten bis hin zur Armut betroffen. Gesprochen wird über diese Thematik in der Öffentlichkeit viel zu wenig, Studien dazu gibt es kaum. Erste Ergebnisse zeigen jedoch, dass das Armutsrisiko real ist. Im Kern kommen die bisherigen durchgeführten Studien zu folgenden Ergebnis:  

Im Schnitt verschlechterten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse von Krebspatienten in den Jahren nach ihrer Krebsdiagnose sehr deutlich.

Die Studie der HFH Hamburger Fern-Hochschule namens „Krebs und Armut“, finanziert vom Institut für Angewandte Forschung Berlin, kam zu dem Ergebnis, dass ein Drittel der erwerbsfähigen Krebspatienten 3 Jahre nach ihrer Krebserkrankung nicht mehr berufstätig waren. Bei den weiterhin berufstätigen Krebspatienten verringerte sich das monatliche Einkommen. Hauptgrund dafür ist die Minderung der Leistungsfähigkeit. Befragt wurden 322 Krebspatienten sowie 3272 Routinedaten von erkrankten Versicherten der AOK Nordost ausgewertet. Des Weiteren gaben 57 Prozent der Studienteilnehmer an, nicht ausreichend informiert zu sein, über Leistungen die ihnen gesetzlich zustehen.

„Mit dem Projekt konnten wir zeigen, dass die wirtschaftliche Situation in den Jahren nach der Erkrankung deutlich schwieriger wird“. – Prof. Dr. Stefan Dietsche von der Hamburger Fern-Hochschule (HFH)

In einer weiteren Studie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg (NCT) mit 274 Krebspatienten, gaben ein Drittel der Befragten Einkommenseinbußen von bis zu 1200 Euro an. Die durchschnittlichen Zuzahlungen für Medikamente und Fahrten zum Tumorzentrum lagen bei 200 Euro pro Monat.

Was muss sich ändern?

 

  • Zunächst einmal ist die Dauer des Krankengeldbezugs im Hinblick auf notwendige Therapien zu kurz. Dies bestätigte auch der Sozialdienst des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in Heidelberg (NTC). Viele Patienten haben nach überstandener Krebserkrankung Schwierigkeiten ihren Beruf wieder in vollem Umfang auszuüben. An dieser Stelle macht es durchaus Sinn, die derzeit beruflichen Rehabilitationsangebote flexibler zu gestalten. Betroffene frühzeitig in die Erwerbsminderung zu drängen, ist nicht der richtige Weg.
  • Insgesamt sollte es zudem mehr Aufklärung und Studien zu den sozioökonomischen Folgen von Krebs geben. Es wird zu wenig über die finanziellen Folgen der Erkrankung gesprochen.
“Je häufiger das Thema „Krebs und Armut“ in der Öffentlichkeit platziert werde, desto besser seien die Chancen, Verbesserungen bei den verantwortlichen Leistungsträgern und in der Politik anzustoßen.” – Deutsche Krebshilfe
  • Der Ausbau flächendeckender Anlaufstellen hinsichtlich Beratung und Unterstützung bei der Bürokratie, die im Zuge der Erkrankung kaum oder gar nicht zu bewältigen ist, ist ebenfalls notwendig. Viele Krebspatienten wissen nicht, wohin sie sich mit ihren Fragen wenden können bzw. auf welche finanziellen Mittel sie überhaupt Anspruch haben.

Wie also am besten finanziell vorsorgen?

Generell gilt: Die finanzielle Absicherung der Arbeitskraft sollte wichtigste Priorität in Sachen Einkommensschutz sein.

Spezielle Krebs-Versicherungen zahlen bei Krebsdiagnose eine finanzielle Soforthilfe zur freien Verfügung. Die wählbaren Versicherungssummen bewegen sich zwischen 10.000 EUR und 100.000 EUR. Als besonders empfehlenswert hat sich der Anbieter Getsurance herausgestellt. Aufgrund digitaler Abwicklung wird schnell ausgezahlt, die Versicherungsbedingungen sind verständlich und fair. Focus Money kürte die Krebs-Versicherung von Getsurance zum Testsieger.  Beitrag zur Krebsversicherung in nur 2 Minuten berechnen.

Wie hoch soll die Absicherung sein?

  • “Hat alles super geklappt. Als ich meine Krebsdiagnose bekommen habe brauchte ich nur den Befund einscannen und ca. eine Woche später war das Geld auf meinem Konto. Vielen Dank.” – Kundenbewertung auf Trustpilot

Eine langfristige Einkommensabsicherung bietet die Getsurance Berufsunfähigkeitsversicherung. Solltest du also nicht mehr in deinem Beruf arbeiten können, wird dir eine monatliche Rente ausgezahlt. Die BU sollte so früh wie möglich und so gesund wie möglich abgeschlossen werden.

  • “Die Beantragung der Versicherung war absolut „easy“ und die Versicherungsbedingungen sind sehr verständlich und übersichtlich umgesetzt. Hier findet man nicht das sonst übliche „Kleingedruckte“. Was aber viel wichtiger ist: Im Laufe diesen Jahres ist bei mir leider der Leistungsfall eingetreten. Absolut unkompliziert und schnell reagierte das Team der Getsurance und stellte die zugesagten Zahlungen umgehend zur Verfügung. Mein Dank gilt dem gesamten Getsurance Team für die persönliche und gute Betreuung!” – Kundenbewertung auf Trustpilot

Kommentare sind geschlossen, abertrackbacks und Pingbacks sind offen.