BAföG-Rückzahlung: So kannst du mehr Geld behalten

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BAföG-Rückzahlung: So kannst du mehr Geld behalten
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Um die BAföG-Rück­zahlung kommst du nicht herum, wenn du dein Studium mit dieser staat­lichen Förderung finanziert hast. Doch eventuell musst zu weniger zurück­zahlen, als du denkst! Wie geht das genau? Und wann musst du das Geld zurück­zahlen? Das erfährst du hier!

Die Hälfte des BAföG ist ein Dar­lehen, das du dem Staat wieder zurück­zahlen musst.

Unter bestimmten Umständen musst du jedoch nicht ganz so viel zurück­zahlen, bei­spiels­weise dann, wenn du das BAföG früher zurück­zahlen kannst als geplant.

Normaler­weise musst du das Darlehen in viertel­jährlichen Raten beglei­chen, deren Höhe mindestens bei 315 Euro liegt.

Was ist das BAföG?

Eigentlich passt die Abkürzung nicht so richtig: BAföG steht für Bundes­­ausbildungs­­förderungs­­gesetz – in diesem stehen alle Regeln drin, u.a. wie du vom Staat die begehrte Aus­bildungs­förderung bekommen kannst. Verbringst du die meiste Zeit in Hörsälen und Biblio­theken, hast du nämlich nur wenig Zeit, genug Geld zu verdienen, um dein Leben zu finanzieren. Aller­dings bekommt nicht jeder BAföG, denn dazu musst du folgende Voraus­setzungen erfüllen:

  • Du beginnst dein Bachelor­studium vor dem 30. Geburtstag beziehungs­weise dein Master­studium vor dem 35. Geburtstag.
  • Es handelt sich dabei um deine erste Ausbildung. Fängst du später ein zweites Studium an, bekommst du meistens nichts.
  • Das Einkommen von deinen Eltern, deinem Ehe­gatten oder Lebens­partner darf einen bestimmten Betrag nicht über­schreiten.
  • Du musst deutscher Staats­bürger sein oder zumindest einen aufenthalts­rechtlichen Status besitzen.

Wie viel Geld du genau bekommst, hängt davon ab, welches Einkommen deine Eltern oder dein Ehegatte haben und was du selbst verdienst. Zur Zeit liegt der monatliche Höchst­satz des BAföG bei 735 Euro (Stand: 05/2017). Dazu gehören auch Zuschüsse zur student­ischen Kranken­versicherung. Die Förderungshöchstdauer des BAföG dauert so lange, wie die Regel­studien­zeit deines Studien­­ganges dauert.

Was musst du bei der BAföG-Rück­zahlung alles zurück­zahlen?

Zuerst die gute Nachricht: Die Hälfte des ganzen BAföG, das du bekommst, ist ein Zuschuss – und damit ein Geschenk von Vater Staat! Und hier die schlechte: Die andere Hälfte ist ein zinsloses Darlehen, dass du wieder zurück­zahlen musst. Zum Glück werden dabei nicht auch noch Zinsen berechnet. Aus diesem Grund ist das BAföG attraktiver als ein Studenten­kredit.

Das heißt jedoch nicht, dass jeder Student die komplette Hälfte des BAföG zurück­zahlen muss. Ein Rabatt ist in einigen Fällen möglich. Wir erklären dir im nächsten Abschnitt, wie du mehr von deinem Darlehen behalten kannst, als ursprüng­lich geplant.

So kriegst du bei der BAföG-Rück­zahlung einen Rabatt

Für die BAföG-Rück­zahlung ist ein Erlass in folgenden Situationen möglich:

  • Du zahlst das BAföG früher zurück als geplant, entweder ganz oder zum Teil. Wie das genau funktion­iert, erklären wir dir im nächsten Abschnitt.
  • Hast du dein Studium nach dem 28.2.2001 begonnen, so wird die maximale Summe, die du bezahlen musst, auf 10.000 Euro gedeckelt. Mehr musst du dann nicht zurück­zahlen – auch wenn der Darlehens­anteil deines BAföG deutlich darüber liegt.

Wenn du dein Studium bis zum 31. Dezember 2012 abge­schlossen hast, gibt es zwei weitere Möglich­keiten für einen Rabatt, wenn du das BAföG zurück­zahlen musst. Einen Erlass bekommst du in diesem Fall:

  • wenn du bei deinem Studium einer der besten 30 Prozent deines Jahr­ganges warst
  • oder wenn du das Studium vor Ende der Regel­studien­zeit abge­schlossen hast.

Hast du das Studium erst nach 2012 beendet oder bist noch dabei, kannst du von diesen Rabatten leider nicht mehr profitieren.

Vorzeitige Rückzahlung des BAföG

Es freut den Staat besonders, wenn du das BAföG früher zurück­zahlen kannst als geplant. Deshalb gibt er dir einen Rabatt auf die Summe, die du auf einmal begleichst. Das muss nicht das gesamte Darlehen auf einmal sein. Du kriegst auch dann einen Erlass, wenn du nur einen Teil vorzeitig zurück­zahlst. Die Höhe des Rabattes hängt dabei von der Höhe der Zahlung ab. Sind dies 4.000 Euro, reduziert diese sich um 16 Prozent auf 3.360 Euro. Kannst du bei der BAföG-Rück­zahlung 11.000 Euro auf einmal zahlen, kriegst du sogar 30 Prozent Rabatt und musst nur 7.700 Euro überweisen. Eine ausführ­liche Tabelle mit allen Rabatten für Einmal­zahlungen findest du auf der Webseite des Bundesverwaltungsamtes (BVA), wir zeigen dir hier einen Auszug als Orien­tierung. Diese Behörde ist sowohl für die Aus­zahlung als auch Rück­zahlung deines BAföG zuständig.

Rabatte bei vor­zeitiger Rück­zahlung des BAföG-Darlehens oder eines Teils davon

Höhe des vorzeitig
zurück­gezahlten Betrages
Nachlass Zahlungs­betrag mit
Nachlass
1.000€ 9% 910€
2.000€ 11,50% 1.770€
3.000€ 13,50% 2.595€
4.000€ 16% 3.360€
5.000€ 18,50% 4.075€
6.000€ 20,50% 4.770€
7.000€ 22,50% 5.425€
8.000€ 24,50% 6.040€
9.000€ 26,50% 6.615€
10.000€ 28,50% 7.150€

*Quelle: Webseite des Bundes­­ver­waltungs­­amtes, “Vorzeitige Rück­zahlung”, 2017

Für den Rabatt ist es uner­heblich, ob du die BAföG-Rück­zahlung auf einen Schlag leistest oder nur einen Teil zurück­zahlst. Bei einer teil­weisen Rück­zahlung erhältst du den Rabatt jedoch nur auf die einmalige Zahlung, nicht jedoch auf die verbliebenen Schulden. Diese musst du voll­ständig zurück­zahlen, es sei denn, du kannst später noch einmal einen Batzen vorzeitig beglei­chen.

Unter bestimmten Umständen haben auch Schüler einen Anspruch auf BAföG, beispiels­weise dann, wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, weil der Schulweg von dort zu weit ist. Normaler­weise ist das ganze BAföG für Schüler ein Zuschuss, der nicht zurück­gezahlt werden muss. Ausge­nommen davon sind Schüler, welche die Förderung erhalten haben, als sie auf eine höhere Fach­hoch­schule oder Akademie gingen.

Beispiel-Rechnungen für die BAföG-Rück­zahlung

Hier zeigen wir dir, wie viel Geld unsere beiden Studenten – Philipp und Dilek – während ihres Studiums erhalten haben und was sie davon genau zurückz­ahlen müssen. Beide können nämlich von unter­schiedlichen Rabatten profitieren.

Beispiel­rechnungen für die Rück­zahlung des BAföG

Philipp Dilek
Monat­liche Förderung 600 € 250 €
Dauer der Förderung 5 Jahre 3 Jahre
Gesamt­förderung 36.000 € 9.000 €
Davon Darlehen, das zurück­zuzahlen ist (50%) 18.000 € 4.500 €
Studien­beginn nach dem 28.2.2001? ja: die Summe, die zurück­gezahlt werden muss, wird auf Maximal­betrag von 10.000€ gedeckelt ja: das Darlehen liegt jedoch bereits unter dem Maximal­betrag, es bleibt bei 4.500€
Rabatt für vorzeitige Rück­zahlung teilweise Rück­zahlung des Darlehens in Höhe von 5.000€: Rabatt von 18,5% auf diese Summe vorzeitige Rück­zahlung des restlichen Darlehens von 4.500€: Rabatt von 17% auf diese Summe
Gesamtes Darlehen abzüglich von Rabatt, das zurück­zuzahlen ist 9.075 € 3.735 €
8.000 24,50% 6.040
9.000 26,50% 6.615
10.000 28,50% 7.150

Die Angaben zur BAföG-Rückzahlung in dieser Tabelle sind ohne Gewähr. Wenn du genau wissen möchtest, welche Summe du begleichen musst, kann dir dabei ein BAföG-Rück­zahlungs­rechner helfen. Diese findest du auf einigen Seiten im Internet.

So funktioniert die BAföG-Rück­zahlung

Nun weißt du, was du insgesamt zurückzahlen musst. Aber wie funktio­niert die BAföG-Rück­zahlung nun genau? Dafür gibt es im Wesent­lichen vier Regeln:

  1. Die Tilgung beginnt fünf Jahre nach Ende der Regel­studien­zeit deines Studien­ganges. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du tatsächlich studiert hast. Normaler­weise müsstest du in der Zeit bereits fest im Berufs­leben stehen, so dass es kein Problem für dich sein sollte, deine Schulden zu begleichen.
  2. Dabei musst du im Normal­fall viertel­jährliche Raten bezahlen. Diese haben mindestens eine Höhe von 315 Euro, was 105 Euro pro Monat entspricht.
  3. Die dritte Regel besagt, dass der Darlehens­anteil des BAföG – abzüglich aller Rabatte – innerhalb von 20 Jahren an den Staat zurück­gezahlt werden muss. Wenn dies mit viertel­jährlichen Raten von 315 Euro nicht klappen sollte, musst du höhere Raten bezahlen. Mit der Deckelung auf 10.000 Euro reichen jedoch die Mindest­raten normaler­weise aus.
  4. Wie oben gezeigt, kannst du das Darlehen jedoch auch vorzeitig zurück­zahlen, entweder ganz oder auch nur in Teilen. Dann kannst du für die BAföG-Rück­zahlung sogar einen Erlass bekommen.

Das BVA verlangt bei der BAföG-Rück­zahlung grundsätzlich ein Last­schrift­einzugs­verfahren, um die ganze Zahlung zu erleich­tern. Dafür musst du der Bundes­kasse Halle ein ent­sprechendes Mandat erteilen.

Freistellung von der Rück­zahlung

Vielleicht hast du fünf Jahre nach Ende der Regel­studien­zeit noch keinen Beruf mit guter Bezahlung gefunden. Dann können die Raten für das BAföG-Darlehen schon eine Belastung für dich sein. Zum Glück kannst du dich in solchen Fällen von den Raten frei­stellen lassen und den Beginn der Rück­zahlung verschieben. Dieses Geld wird dann aber später fällig.

Du erinnerst dich daran, dass das komplette Darlehen in 20 Jahren zurück­gezahlt werden muss? Wenn du dich freistellen lässt, kannst du den Beginn dieser 20 Jahre maximal um 10 Jahre hinaus­zögern. Eine Frei­stellung ist allerdings auch länger möglich.

Bei der Frei­stellung von der BAföG-Rück­zahlung spielt dein Einkommen eine entschei­dende Rolle. Wenn dieses nach Abzug von Steuern und Sozial­abgaben eine bestimmte Grenze nicht über­schreitet, den sogenannten Freibetrag, kannst du dich von den Raten frei­stellen lassen. Wie hoch dein persönlicher Frei­betrag ist, hängt davon ab, ob du verhei­ratet bist und Kinder hast:

Frei­beträge für Frei­stellung von der BAföG-Rück­zahlung (Stand: 05/2017)

Frei­betrag für jeden BAföG-Rück­zahler 1.145€
Zusätz­licher Freibetrag, wenn das Einkommen deines Ehe­gatten oder Lebens­partners dessen Freibetrag nicht übersteigt 570€
Zusätz­licher Frei­betrag für jedes Kind 520€

*Quelle: Webseite des Bundes­verwaltungs­amtes, “Ich kann nicht zahlen?”, 2017

Bei der Frei­stellung gibt es jedoch einen Sonderfall: Es kann sein, dass dein anrechen­bares Einkommen höher ist als dein gesamter Frei­betrag, aber weniger als 105 Euro (die Mindest­rate pro Monat) darüber liegt. Dann besteht die Frei­stellung darin, dass in dem Jahr nur verminderte Raten fällig werden.

Um von der BAföG-Rückzahlung eine solche Freistellung zu beantragen, kannst du einen Antrag auf der BAföG-Online-Seite des BVA stellen. Dabei ist es nötig, Nachweise zu deinem Einkommen nachzu­reichen. Du kannst dich immer für ein Jahr frei­stellen lassen, danach musst du eine erneute Frei­stellung beantragen.

Stundung

Mit der Frei­stellung ist es also möglich, den Tilgungs­beginn nach hinten zu verschieben. Vielleicht hast du den Einstieg ins Berufs­leben recht schnell geschafft und planmäßig mit der Rückzahlung begonnen. Dann jedoch hat dich das Schicksal getroffen: Du hast deinen Job verloren und bist nun arbeitslos. Oder du wurdest durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit berufs­unfähig. Und auf einmal werden die BAföG-Raten zur Belastung.

Dann kannst du für die BAföG-Rück­zahlung um eine Stundung bitten. Das bedeutet, dass du für eine bestimmte Zeit lang nicht die anstehenden Raten beglei­chen musst. Dafür ist jedoch nötig, nachzu­weisen, dass du dich finanziell wirklich in einer schwierigen Lage befindest. Anders als bei der Frei­stellung besteht bei einer Stundung kein Rechts­anspruch! Anhand folgender In­forma­tionen entscheidet das Bundes­verwaltungs­amt nach eigenem Ermessen, ob eine Stundung des BAföG für dich in Frage kommt:

  • Dein eigenes Einkommen.
  • Dein Vermögen, auch dann, wenn es bei­spiels­weise in Grund­besitz oder Aktien steckt.
  • Alle monat­lichen Ausgaben, wie Miete, Elektrizität, Kleidung, Beiträge für sinnvolle Versiche­rungen etc.
  • Das Einkommen und Vermögen deines Ehegatten beziehungs­weise Lebens­partners.

Im Gegen­satz zur Frei­stellung musst du für die Zeit der Stundung jedoch Zinsen zahlen. Diese werden individuell nach Ende der Stundungs­phase festgelegt.

Um finan­zielle Eng­pässe im spä­teren Leben zu ver­meiden, solltest du dich privat ab­sichern. Die Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job zahlt dir dann monat­lich Geld aus, wenn du deiner bis­herigen Ar­beit wegen Krank­heit oder eines Unfalls nicht mehr nach­gehen kannst. Das pas­siert immer­hin jedem Vier­ten in Deutsch­land eines Tages.

Konse­quenzen bei Zahlungs­verzug

Die recht­zeitige Rück­zahlung des BAföG solltest du nicht versäumen, wenn du dem Staat kein Geld schenken möchtest. Bei Zahlungs­verzug erwarten dich nämlich folgende Maßnahmen:

  • Wenn du den Zahlungs­termin für eine Rate über­schreitest, wird eine Mahngebühr von 2 Euro fällig. Dann solltest du den gefor­derten Betrag innerhalb einer Woche überweisen. Ansonsten kann das BVA ein Voll­streckungs­verfahren gegen dich einleiten.
  • Begleichst du deine geforderte Rate für mehr als 45 Tage nicht, können zusätzlich Zinsen anfallen.

Bist du umgezogen und hast vergessen, das BVA über deinen neuen Wohnsitz zu infor­mieren, muss es deine neue Adresse selbst ermitteln. Diese Adress­ermittlung kostet 25 Euro.

Was passiert, wenn du nach ein paar Semestern merkst, dass dein Studien­fach doch nicht das richtige für dich ist und das Studium abbrichst? Auch in diesem Fall ist eine Rück­zahlung des BAföG notwendig, unabhängig davon, ob du die Aus­bildung abge­schlossen hast oder nicht.

Ist die BAföG-Rück­zahlung steuerlich absetz­bar?

Viele Ausgaben kannst du in deiner Steuer­erklärung geltend machen. Dabei lassen sich nicht nur Kosten für deine berufliche Tätigkeit, sondern beispiels­weise auch die Beiträge mancher Ver­siche­rungen steuerlich absetzen. Allerdings kannst du die BAföG-Rückzahlung bei der Steuer nicht geltend machen.

Der Bundes­finanzhof kam mit seinem Urteil vom 7. Februar 2008 (VI R 41/05) zwar zu dem Schluss, dass die Zinsen von Krediten zu Bildungs­zwecken geltend gemacht werden können. Zinsen gibt es beim BAföG jedoch nicht, sodass die BAföG-Rück­zahlung auch nicht steuerlich absetzbar ist. Anders ist dies bei Studenten­krediten, bei deren Rück­zahlung du wenigstens die Zinsen absetzen kannst.

Häufige Fragen

Normaler­weise gilt die eine Hälfte des BAföG als Zuschuss, den du behalten kannst, und die andere Hälfte als zinsloses Darlehen, dass du an den Staat zurück­zahlen musst. In einigen Fällen kannst du jedoch bei der BAföG-Rück­zahlung von einem Nachlass profitieren. Wenn du beispiels­weise das Darlehen vorzeitig begleichst oder dein Studium bis 2012 besonders gut abge­schlossen hast, musst du weniger als die Hälfte von deinem BAföG zurück­zahlen. Kannst du auf einmal alle Schulden begleichen oder zumindest einen Teil davon, dann erwartet dich ebenfalls ein Teil­erlass, wenn dun das BAföG zurück­zahlen musst! Ein Rechner, wie er auf einigen Webseiten angeboten wird, kann dir dabei helfen, den genauen Betrag zu ermitteln. Bedenke jedoch, dass die Ergebnisse, die ein BAföG-Rück­zahlungs­rechner ausspuckt, unter Umständen auch falsch sein können.

Sicher fragst du dich angesichts der BAföG-Rückzahlung: Wann wird die erste Rate fällig und in welchem Rhythmus muss ich die nächsten Raten beglei­chen? Fünf Jahre nach Ende der Regel­studien­zeit beginnt die Rückzahlung. Diese erfolgt in viertel­jährlichen Raten von mindestens 315 Euro. Dabei muss das gesamte Darlehen innerhalb von 20 Jahren beglichen werden. Sollten die Mindest­raten von 315 Euro dafür nicht ausreichen, verlangt das BVA höhere Raten von dir. Du kannst die BAföG-Rück­zahlung jedoch zunächst aussetzen, wenn du nicht genug verdienst.

Die fünf Jahre nach Ende der Regel­studien­zeit sind vergangen, du bist immer noch knapp bei Kasse und möchtest das BAföG lieber später zurück­zahlen. Wann ist das möglich? Wenn dein anrechen­bares Einkommen einen be­stimmten Frei­betrag nicht über­schreitet, kannst du dich frei­stellen lassen. Bei der BAföG-Rück­zahlung liegt der Frei­betrag bei 1.145 €, wenn du nicht verheiratet bist und keine Kinder hast. Eine solche Frei­stellung ist jeweils für ein Jahr möglich.

Auch wenn viele Studenten gerne daran glauben möchten: Leider gibt es bei der Bafög-Rück­zahlung keine Ver­jährung! Sie ist ein Darlehen, das nach 20 Jahren – beziehungs­weise nach 30 Jahren, mit 10-jähriger Frei­stellung – auf jeden Fall zu begleichen ist. Die BAföG-Rück­zahlung verjährt damit genauso wenig wie die Rück­zahlung anderer Darlehen.

Unter be­stimmten Umständen verlangt der Staat weniger Geld bei der BAföG-Rück­zahlung. Ein Kind wird dabei jedoch nicht mehr berück­sichtigt. Bis 2009 war es jedoch noch möglich, einen Rabatt für die BAföG-Rück­zahlung zu erhalten, wenn die be­treffende Person ein Kind erziehen musste.

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