Studenten­kredit? Die 6 häufigsten Fragen!

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Studenten­kredit? Die 6 häufigsten Fragen!
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Du bist (angehender) Student und bekommst kein BAföG und/oder das monatliche Geld reicht einfach nicht aus? Dann kann dir ein Studenten­kredit finanziell helfen. Aber bedenke: Es gibt Schöneres, als nach seinem Studium auf einem Haufen Schulden zu sitzen. Doch bestehen keine Alter­nativen, ist der Studentenkredit eine sinnvolle Möglichkeit, während des Studiums finanziell abgesichert zu sein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema und helfen dir auf deiner Suche nach dem richtigen Studentenkredit.

Der Studentenkredit kann dich in deinem Studium finanziell unter­stützen, wenn du keine alternativen Finan­zierungs­möglich­keiten hast.

Nutzt du einen Kredit für Stu­denten, hast du nach deinem Studium Schulden, die du zurück­zahlen musst.

Bevor du einen Studenten­kredit in Anspruch nimmst, solltest du daher genau prüfen, ob du dein Studium auch mit alter­nativen Förderungen finanzieren kannst. BAföG? Stipendium? Oder kannst du vielleicht nebenbei arbeiten?

1. Wann kann ein Studenten­kredit sinnvoll sein?

Laut des Deutschen Studenten­werks benötigt ein Student rund 794 Euro im Monat. Eingerechnet sind die Kosten für:

  • Studien­gebühren (je nach Bundes­land)
  • Rundfunk- und Fernseh­gebühren
  • Miete
  • Essen
  • Telefon & Internet
  • Kleidung
  • Fahrt­kosten
  • Lernmittel
  • Kranken­versicherung für Studenten
  • (ein bisschen) Freizeit­gestaltung

Als Student gibt es unter­schiedliche Möglich­keiten, sein Studium zu finanzieren. Die letzte Sozial­erhebung des Deutschen Studenten­werks von 2012 ergab, dass Studenten insbesondere die eigenen Eltern (87%), Jobben (63%), BAföG (32%), Studien­kredite (6%) und Stipendien (4%) zur Finanzierung ihres Studiums nutzen.

So finanzieren Studenten in Deutschland ihr Studium

Studentenkredit Studienfinanzierung - Diagramm mit Finanzierungsarten für das Studium
Quelle: 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, 2012, Mehrfachnennung möglich

Die meisten können ihr Studium also über ihre Eltern, Jobben und BAföG finanzieren. Für die, denen zum Beispiel kein BAföG zusteht, deren Eltern keinen Unterhalt zahlen können oder das Geld pro Monat ganz einfach nicht ausreicht, gibt es spezielle Studenten- bzw. Studien­kredite bzw. Studenten­darlehen. Diese Kredite von staatlichen Förder­banken oder regionalen kleineren Banken haben Studenten­tarife (sozusagen eine Art Kredit mit Studenten­rabatt) und funktionieren wie normale Kredite: Der Student vereinbart mit der Bank eine monatliche Aus­zahlung für einen gewissen Zeitraum (für die gesamte Studienzeit oder nur eine bestimmte Studien­phase lang) und am Ende dieses Zeitraums muss das ausgezahlte Geld (Darlehen) plus Zinsen wieder an die Bank zurückgezahlt werden. Da durch den Kredit also hohe Schulden für dich als Student entstehen, solltest du einen Kredit nur dann aufnehmen, wenn keine der anderen Geld­quellen für dich in Frage kommt.

2. Wann kann ich einen Studenten­kredit beantragen?

Gibt es einen Studenten­kredit ohne festes eigenes Einkommen oder spielt das Einkommen der Eltern eine Rolle? Einer der größten Vorteile des Studenten­kredits ist, dass er unabhängig von Einkommen und anderen Förderungen wie Kinder­geld und BAföG ist. Du kannst also immer einen Studenten­kredit aufnehmen. Sowohl dein eigenes Einkommen als auch das Ein­kommen deiner Eltern spielen keine Rolle. Die wichtigsten Studenten­kredit-Voraus­setzungen sind:

  • Du musst deine Imma­trikulation regelmäßig nachweisen und gege­benenfalls auch Leistungs­nachweise erbringen.
  • Du musst als (angehender) Student zum Zeitpunkt der Antrag­stellung mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Du darfst das vor­geschriebene Höchst­alter nicht über­schreiten; dies ist meist das 30. Lebens­jahr, beim Studenten­kredit der KfW (Kredit­anstalt für Wieder­aufbau) sogar das 44. Lebens­jahr. Dieses Höchst­alter gilt meist sowohl für die Antrag­stellung als auch für das Ende der Förderung, bei manchen Anbietern wie der DKB gilt nur für die Antrag­stellung eine Alters­grenze.
  • In der Regel musst du einen ständigen Wohnsitz in Deutschland haben und manchmal auch Sicher­heiten – wie eine Bürg­schaft – vorweisen können. Falls du auf der Suche nach einer Studien­finan­zierung im Ausland bist und dort auch deinen ständigen Wohnsitz haben wirst, sind Studenten­kredite aufgrund dieser Voraus­setzung oft keine Option. Hier sind Stipendien oder andere Finan­zierungs­möglichkeiten die bessere Wahl.

3. Wie funktioniert ein Studentenkredit?

Alle Studentenkredite funktionieren auf die gleiche Art und Weise und durchlaufen die folgenden drei Phasen:

  1. Auszahlungsphase: In dieser Phase zahlt die Bank in einem vereinbarten Zeitraum den gewünschten Betrag monatlich aus. Dieser Zeitraum kann zwischen ein bis 14 Semestern dauern.
  2. Ruhephase: Nach der Auszahlung des Kredits folgt eine Ruhephase. Hier bekommt der Student kein Geld mehr, muss aber auch noch nichts an die Bank zurückzahlen. So kann er sich erst einmal in das Berufsleben einfinden. Sie kann zwischen drei bis 24 Monaten dauern.
  3. Rückzahlungsphase: Die letzte Stufe ist die Phase der Rückzahlung. Diese Phase beginnt sofort nach der Ruhe­phase, unabhängig davon, wie hoch das Ein­kommen zu dieser Zeit ist. Bei manchen Banken kann diese Phase je nach Höhe der monatlichen Rück­zahlung bis zu 25 Jahre lang dauern (z.B. bei der KfW-Kredit­rückzahlung).

4. Wie unter­scheiden sich die Studenten­kredite unter­einander? Alle wichtigen Begriffe genau erklärt!

Die oben genannten drei Phasen haben zwar alle Studenten­kredite gemeinsam, im Detail unterscheiden sie sich jedoch stark. Ganz besonders in diesen Punkten hat jede Bank ihre eigenen Konditionen:

  • Darlehenssumme: Die minimale und maximale Summe, die dir über den gesamten Zeitraum aus­gezahlt werden kann.
  • Monatliche Auszahlung: Die minimale und maximale Summe, die dir monatlich aus­gezahlt werden kann.
  • Zinssatz: Der Zinssatz deines Kredits beeinflusst, wie hoch deine Schulden bei der Bank am Ende sind. Sie werden auf dein Darlehen addiert. Es gilt also: Je niedriger, desto besser! Einige Banken setzen für Aus­zahlungs- und Rück­zahlungsphase den gleichen festen Zins fest (Effektiv­zins), andere haben variable Zinsen in beiden Phasen. Das heißt: Die Zinsen können im Laufe der Zeit steigen, aber auch sinken.
  • Dauer: Der minimale bzw. maximale Zeit­raum, über den dir der Kredit ausgezahlt wird.
  • Alter: Bei allen Angeboten gibt es ein maximales Alter, bis wann dir der Kredit ausgezahlt wird.
  • Kredit-Rückzahlung: Wie schnell du mit der Rück­zahlung beginnen musst, wie viele Jahre die Rück­zahlung maximal dauern darf und wie hoch der monatliche Mindest­betrag der Rück­zahlung ist.
  • Spezielle Voraus­setzungen und Besonder­heiten: Jeder Kredit für Studenten zeichnet sich durch weitere spezielle Voraus­setzungen und Besonder­heiten aus, die den Stu­denten­kredit für dich interessant machen können oder auch nicht. Beispiele sind: geforderte Sicher­heiten (Bürg­schaften), ein Giro­konto bei der Bank, ein Studenten­kredit ohne Leistungs­nachweis, die Förderung von Auslands­aufenthalten u.v.m.

5. Wie finde ich den besten Studenten­kredit?

Das wohl wichtigste Auswahl­kriterium für deinen Studenten­kredit ist der oben erklärte Zinssatz. Je geringer, desto besser, denn so wachsen deine Schulden nicht unnötig in die Höhe und bei einem festen Effektiv­zins behältst einen guten Überblick über deine Schulden und kannst deine Kredit­rück­zahlung genau berechnen (z.B. mit dem Tilgungs­rechner der KfW). Aber welcher ist der beste Studenten­kredit für dich und deine Bedürfnisse? Um das heraus­zufinden, solltest du dir vor Abschluss einige wichtige Fragen über dich, dein Studium und die Erwartungen an den Kredit stellen.

Der erste wichtige Aspekt ist die Planung deines Studiums:

  • Bekommst du in deinem Studium überhaupt einen Studenten­kredit? Manche Banken fördern nämlich nur Studenten, die an staat­lichen Hochschulen eingeschrieben sind.
  • Möchtest du dein Studium vielleicht noch wechseln oder ein Auslands­semester absol­vieren? Wie verhält sich der Studenten­kredit im Ausland?
  • Möchtest du noch ein Zweit- oder Master­studium machen?
  • Brauchst du den Kredit nur für eine bestimmte Phase in deinem Studium?

Neben diesen Fragen sind auch deine eigenen finan­ziellen Bedürfnisse von großer Bedeutung:

  • Wie hoch ist dein monatlicher Bedarf, wie viel Geld gibst du im Durch­schnitt aus? Denke unbedingt auch daran, welche Versi­cherungen du als Student brauchst und wie viel sie dich monatlich kosten.
  • Kannst du den Aus­zahlungs­betrag flexibel ändern, falls sich dein Bedarf ändert?
  • Besteht die Möglich­keit eines ein­maligen Zusatz­kredites? Zum Beispiel, wenn du einen längeren Auslands­aufenthalt mit zusätzlichen Kosten oder ein unbezahltes Praktikum planst und/ oder kurz­zeitig Mehr­kosten für Arbeits­mittel oder ähnliches auf dich zukommen?

Und last but not least: Deine Pläne für die Zeit nach dem Studium:

  • Wie viel Zeit benötigst du nach dem Studium, um in das Berufs­leben einzusteigen? Wie lange sollte die Ruhe­phase möglichst dauern und wann die Rück­zahlung beginnen?
  • Über wie viele Jahre willst du dein Darlehen zurückzahlen und wie hoch ist der Mindest­betrag, den du monatlich zurückzahlen kannst?

Deinen monatlichen Bedarf kannst du zum Beispiel mit dem KfW-Bedarfs- bzw. Finanz­rechner ermitteln. So kannst du dir einen guten Überblick über deine monatlichen Ausgaben verschaffen.

6. Welche Studenten­kredite gibt es?

Die beiden bekanntesten Studenten­kredite sind der KfW-Studien­kredit und der Studien­kredit der DKB (Deutsche Kreditbank AG). Sie bieten zu guten Konditionen deutschland­weit Kredite für Studenten an. Darüber hinaus gibt es einen Studenten­kredit bei der Sparkasse oder bei anderen privaten Anbietern, die jedoch oft nur regionale Angebote haben oder nur zu bestimmten Bedingungen einen Kredit auszahlen (Master­studium o.ä.). Alle (weiteren) Anbieter und Adressen findest du auch auf der Webseite von Stiftung Warentest in dem Studenten­kredit-Test von 2013. Der Studenten­kredit-Test­sieger war hier übrigens die KfW. Auf den Web­seiten der einzelnen Banken findest du detail­lierte Infos zu den einzelnen Produkten: Ein Vergleich lohnt sich immer! Für einen ersten Über­blick haben wir dir alle wichtigen Daten der zwei größten Anbieter in einer Tabelle zusammen­gefasst:

Studenten­kredit-Vergleich von KfW und DKB

Anbieter / Konditionen KfW-Studienkredit DKB Studenten-Bildungsfonds der Deutschen Kreditbank
Darlehenssumme max. 54.600 € max. 39.000 €
monatl. Auszahlung 100 € bis 650 € 100 € bis 650 €
Zinssatz (Stand 05/17) 3,48% 6,49%
Effektivzins (fester Zinssatz)? X
In der Auszahlungsphase: Variabler Zinssatz wird halbjährlich angepasst.
In der Rückzahlungsphase: Entscheidung: Variabler oder fester Zinssatz
Dauer 1 bis 14 Semester 2 Semester bis Regelstudienzeit plus max. 2 Semester
Alter (für Antrag) Ab 18 Jahre bis 44 Jahre
(entspricht dem Alter für die Förderung)
Ab 18 Jahre bis 30 Jahre
Ruhephase 6 bis max. 23 Monate 12 Monate
Rückzahlung max. 25 Jahre max. 20 Jahre
Höhe der Rückzahlung Flexibel (min. 20 € monatlich) Flexibel (min. 50 € monatlich)
Konto bei Bank notwendig? X
Sicherheiten (Bürgschaft) erforderlich? X X
Förderung von Zweit-, Zusatz-, Teilzeit- und Aufbaustudium?
(nur Zweit- und Aufbaustudium)
Zusatzkredit möglich? X
Förderung von Auslandssemester?
(wenn an deutscher Hochschule eingeschrieben)

(wenn an deutscher Hochschule eingeschrieben)
Auszahlungsbetrag flexibel anpassbar?
Sondertilgungen kostenlos möglich?
Studentenkredit mit Einmalzahlung (komplette Auszahlung des Darlehens)? X X
(Zusatzkredit möglich)

*Produktdetails auf den Webseiten der KfW und DKB

Häufige Fragen

Du benötigst die Finan­zierungshilfe nur in der Abschluss­phase deines Studiums? Dann können gege­benenfalls Studien­abschluss­darlehen die sinn­vollere Finanzierung sein. Diese Darlehen sind speziell für deine Studien­abschluss­phase gedacht, da diese meist besonders arbeits­intensiv ist und kaum Zeit zum Jobben bleibt. Sie sind günstiger und teilweise sogar – im Gegensatz zu einem Studenten­kredit – ohne Zinsen. Hier vergeben zum Beispiel die KfW, einige Darlehens­kassen und einzelne Studenten­werke ein spezielles Darlehen. Alle Anbieter findest du auch auf der Webseite der Stiftung Warentest.

Ja, einige Banken bieten dir Studenten­kredite auch für diese Zeiträume an. Insbesondere der KfW-Bank-Studien­kredit ist hierbei sehr flexibel. Egal ob Erst-, Teilzeit-, Zusatz- oder Zweitstudium: Das Wichtigste ist, dass die maximale Aus­zahlungszeit von 14 Semestern nicht überschritten werden darf.

Die Kredite unterstützen dich oft nur für einen kurzen Auslands­aufenthalt und du musst meist bei einer deutschen Hochschule eingeschrieben bleiben. Hierzu hat jede Bank jedoch auch immer ihre eigenen Bedingungen. Am besten du fragst direkt bei den Anbietern nach den genauen Konditionen für einen Studenten­kredit im Auslands­studium oder Auslands­praktikum. Es gibt jedoch auch einige Alternativen, wie Förder­programme und Stipendien, um sich den Auslands­aufenthalt zu finanzieren.

Einen sehr ausführlichen Vergleich bietet die Stiftung Warentest aus dem Jahr 2013. Hier kannst du alle Studenten­kredit-Angebote vergleichen und genauer unter die Lupe nehmen.

Das ist gar nicht so schwer, wie du vielleicht denkst: Bei der KfW zum Beispiel gibt es die genauen Infor­mationen und alle notwendigen Formulare online. Du kannst alles direkt online ausfüllen, ausdrucken und beantragen. Hier läuft die Beantragung und alle weiteren Vorgänge nämlich über einen Vertriebs­partner der KfW (eine Partnerbank sozusagen). Auf der Webseite kannst du über die Vertriebs­partnersuche ganz einfach eine Bank in deiner Nähe finden, über die du alle Formulare bei der KfW einreichen kannst und so den Studenten­kredit beantragen.

Ja, der Kredit für Studenten kann auch zusätzlich zum BAföG beantragt werden, falls dir dieses monatlich zum Beispiel nicht ausreicht. Der Kredit ist unabhängig von anderen Förderungen. Die wichtigste Voraus­setzung: du bist Student und immatrikuliert.

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