4 Facts zum Invali­ditäts­grad

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4 Facts zum Invali­ditäts­grad
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Der Invali­ditäts­grad spielt dann eine Rolle, wenn du nach einem Un­fall von deiner pri­vaten Unfall­ver­siche­rung Geld bekommen möchtest. Er beschreibt nämlich, wie stark dein Körper genau einge­schränkt ist. Welchen Invali­ditäts­grad bringt eine dauer­hafte Ver­let­zung an der Wirbel­säule oder am Bein mit sich? Und wie wirkt sich der Invali­ditäts­grad auf die Zahlung deiner Ver­siche­rung aus? Wir liefern dir hier vier Facts zu diesem wichtigen Wert.

Das musst du wissen:
  • Der Invali­ditäts­grad drückt deine körperliche Beein­trächt­igung in Prozent aus und hängt davon ab, welche Körper­teile wie stark einge­schränkt sind.
  • Je höher der Invali­ditäts­grad ist, desto mehr Geld bekommst du von deiner Unfall­ver­siche­rung, nachdem du bei einem Unfall dauer­hafte Ver­letz­ungen davon­getragen hast.
  • Hast du einen Vertrag mit Progres­sion, so bekommst du bei einem hohen Invali­ditäts­grad mehr Geld als bei einer Ver­siche­rung ohne Progression.

1. Der Invali­ditäts­grad drückt aus, wie stark du körper­lich einge­schränkt bist.

Was bedeutet “Invali­dität” genau, vor allem dann, wenn es um die Unfall­ver­siche­rung geht? Das erfährst du in den Allgemeinen Unfall­ver­siche­rungs­bedi­ngungen (AUB) 2014 vom Gesamt­verband der Deutschen Ver­siche­rungs­wirt­schaft e.V. (GDV). Dabei handelt es sich um Muster­bedin­gungen, welche für die einzelnen Ver­siche­rungs­gesell­schaften zwar nicht verbind­lich sind, jedoch zumeist in ihren Grund­zügen übernommen werden. Unter Punkt 2.1.1.1 findest du in den AUB für Invali­dität die folgende Definition:

[…] Eine Invali­dität liegt vor, wenn unfall­bedingt die körper­liche oder geistige Leis­tungs­fähig­keit dauer­haft beein­trächtigt ist.

Dauer­haft ist eine Beein­trächti­gung, wenn sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und eine Änderung dieses Zustands nicht zu erwarten ist.

Bei einem Knochen­bruch bekommst du von der Ver­siche­rung demnach kein Geld, weil dieser nach einer gewissen Zeit wieder verheilt. Nur wenn du blei­bende Schäden davon­getragen hast, zahlt dir eine private Unfall­versiche­rung ihre Leistung aus. Der Invali­ditäts­grad drückt dabei in Prozent aus, wie stark dein Körper insgesamt beein­trächtigt ist. Um den Invali­ditäts­grad fest­stellen zu lassen, musst du deinen Arzt aufsuchen, welcher deine Ver­letzungen gegenüber der Ver­siche­rung bestätigen muss.

2. Wie hoch der Invali­ditäts­grad ist, hängt von den betroffenen Körper­teilen ab.

Bei einem Unfall kannst du dir ganz unter­schied­liche Verletz­ungen zuziehen. Hast du bei­spiels­weise einen kleinen Zeh verloren, schränkt dich dieser Verlust weniger ein als wenn dein ganzer Arm gelähmt ist. Mit anderen Worten: Deine Invali­dität ist unter­schied­lich stark. Doch wie wird der Grad der Invali­dität durch die Unfall­ver­siche­rung genau bestimmt?

  1. Meistens bestimmt bei der Unfall­ver­siche­rung die Glieder­taxe den Invali­ditäts­grad. Diese Taxe ist ein Prozent­satz, der besagt, wie stark sich die Verletz­ung eines Körper­teils auf den gesamten Invali­ditäts­grad auswirkt. Kannst du dein Bein unterhalb vom Knie gar nicht mehr bewegen, hast du einen Invali­ditäts­grad von 50 Prozent, weil in diesem Fall die Glieder­taxe 50 Prozent beträgt. Kannst du einen ganzen Arm nicht mehr bewegen, so bist du zu 70 Prozent einge­schränkt.
  2. Wenn Glied­maßen nur teil­weise beein­trächtigt sind, so fließt nur ein Teil der Glieder­taxe in den Invali­ditäts­grad ein. Wenn ein Fuß eine Glieder­taxe von 40 Prozent hat, du ihn jedoch noch zur Hälfte bewegen kannst, hast du einen Invali­ditäts­grad von 20 Prozent.
  3. Sind mehrere Körper­teile betroffen, so kannst du den gesamten Invali­ditäts­grad berechnen, indem du die Ein­schrän­kungen der einzelnen Körper­teile zusammen zählst. Ein zur Hälfte ein­ge­schränkter Arm (Gliedertaxe: 70%) und ein voll­ständig gelähmter Fuß (Glieder­taxe: 40%) ergeben also einen Invali­ditäts­grad von insgesamt 75 Prozent (50% x 70% + 100% x 40% = 75%).
  4. Aller­dings ist nicht allen Körper­teilen in den allge­meinen Ver­siche­rungs­bedin­gungen der einzelnen Anbieter eine Glieder­taxe zuge­ordnet. Bei­spiels­weise wird der Invali­ditäts­grad bei ver­letzter Wirbel­säule häufig nicht mit einer bestimmten Glieder­taxe bestimmt, sondern dadurch, wie stark die Leis­tungs­fähig­keit des Körpers durch die Ver­letzung insgesamt einge­schränkt ist.

Möchtest du für ver­schie­dene Körper­teile die Glieder­taxe und damit den maximal möglichen Invali­ditäts­grad vergleichen, musst du einen Blick in die allge­meinen Ver­siche­rungs­bedin­gungen werfen. Hier siehst du nicht nur, dass bei Bein­verletz­ungen der Invali­ditäts­grad unter­schied­lich hoch sein kann, je nachdem, bis zu welcher Höhe das Bein beein­trächtigt ist, sondern auch, wie hoch einzelne Sinne wie der Sehsinn oder das Gehör einge­stuft werden.

Du siehst: Wie viel Geld du tat­säch­lich von einer Unfall­ver­siche­rung kriegst, hängt davon ab, wie stark dein Körper nach einem Unfall einge­schränkt ist. Bei einer Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung (BU) hin­gegen be­kommst du die volle, verein­barte Rente, wenn du deinen Beruf nicht mehr aus­üben kannst – unab­hängig davon, wie stark du beein­trächtigt bist. Alle 3 Leis­tungs­pakete der Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job zahlen dir auch dann jeden Monat Geld aus, wenn du nach einem Unfall berufs­unfähig bist.

3. Je höher der Invali­ditäts­grad, desto mehr zahlt die Unfall­versiche­rung.

Wieviel Geld bekommst du nun insgesamt von der Unfall­ver­siche­rung, wenn du dauerhaft (also länger als drei Jahre) mit einem bestimmten Invali­ditäts­grad leben musst? Wenn du eine eigen­ständige Unfall­ver­siche­rung abschließt – oder eine ent­spre­chende Zusatz­versiche­rung – vereinbarst du dabei einen bestimmten Geld­betrag, der als Ver­siche­rungs­summe oder auch Grund­summe bezeichnet wird. Welchen Anteil dieser Summe du im Unfall erhältst, hängt vom Grad der Invali­dität ab. Bei einem Invali­ditäts­grad von 50 Prozent erhältst du 50 Prozent der vereinbarten Ver­siche­rungs­summe und bei 100 Prozent die volle Summe. Das Geld, das du letzt­endlich erhältst, wird auch als Invali­ditäts­leistung bezeichnet. Du findest ein paar Rechen­bei­spiele zum Invali­ditäts­grad in dieser Tabelle:

Invali­ditäts­leistung in Ab­hängig­keit von Ver­siche­rungs­summe und Invali­ditäts­grad

Ver­siche­rungs­summe Invali­ditäts­grad 25% Invali­ditäts­grad 50% Invali­ditäts­grad 75%
120.000 € 30.000 € 60.000 € 90.000 €
200.000 € 50.000 € 100.000 € 150.000 €
280.000 € 70.000 € 140.000 € 210.000 €

Diese Werte gelten jedoch nur für Ver­siche­rungen, die keine Pro­gre­ssion im Vertrag veran­kert haben. Wie die Progres­sion funktioniert, erfährst du im nächsten Abschnitt.

4. Mit einer Progres­sion erhältst du bei hohem Invali­ditäts­grad noch mehr Geld.

Es gibt Ver­siche­rungs­verträge, bei denen du deutlich mehr Geld erhältst als einen Anteil deiner Ver­siche­rungs­summe, der deinem Invali­ditäts­grad entspricht. Solche Ver­träge bein­halten eine soge­nannte Progres­sion. Wenn du eine Ver­siche­rung mit Pro­gres­sion hast, dann bekommst du bei hohem Invali­ditäts­grad einen höheren Anteil von der Ver­siche­rungs­summe als bei einem Vertrag ohne Pro­gres­sion. Ein Pro­gres­sions­satz von 350 Prozent bedeutet, dass du bei einem Invali­ditäts­grad von 100 Prozent nicht etwa 100 Prozent der Ver­siche­rungs­summe, sondern ganze 350 Prozent von ihr erhältst. Eine Ver­siche­rung mit Pro­gres­sion ist allerdings weniger günstig als ein Vertrag ohne.

Doch Achtung! Es gibt bessere und schlechtere Pro­gres­sionen auf dem Markt, bei denen die Leis­tung der Ver­siche­rung unter­schiedlich stark ansteigt. Hast du einen Pro­gressions­satz von 350 Prozent vereinbart, kann eine Ver­siche­rung bei einem Invali­ditäts­grad von 50 Prozent ganze 100 Prozent der Ver­siche­rungs­summe bezahlen. Eine andere hingegen bezahlt dir dann jedoch nur 75 Prozent der Ver­siche­rungs­summe, obwohl beide Ver­siche­rungen bei 100 Prozent Invali­dität 350 Prozent der Summe aus­zahlen würden. Von daher solltest du genau prüfen, welche Form die Pro­gressions­kurve der ver­schie­denen Anbieter hat. Dabei kann dir auch ein erfahrener Ver­siche­rungs­makler helfen.

Häufige Fragen

  • Was ist der Invali­ditäts­grad?

    Bei der Unfall­ver­siche­rung ist die Invali­dität von zentraler Bedeu­tung, also das Ausmaß, in dem dein Körper nach einem Unfall dauerhaft einge­schränkt ist. Dies wird durch den Invali­ditäts­grad in Prozent ausge­drückt. Je höher der Invali­ditäts­grad ist, desto mehr Geld erhältst du von deiner Ver­siche­rung ausge­zahlt.
  • Wer stellt den Invali­ditäts­grad fest?

    Möchtest du nach einem Unfall den Grad der Invali­dität fest­stellen lassen, um von deiner Ver­siche­rung Geld zu erhalten, musst du dich an einen Arzt wenden. Denn nur ein profes­sioneller Medi­ziner kann den Invali­ditäts­grad fest­stellen und ihn der Ver­siche­rung gegenüber bestätigen.
  • Wie wird der Invali­ditäts­grad ermittelt?

    Den Invali­ditäts­grad berechnen kannst du, indem du die Glieder­taxe des betroffenen Körper­teils mit dem Ausmaß multi­plizierst, in dem dieses eingeschränkt ist. Ein Bein hat eine Glieder­taxe von 50 Prozent. Kannst du dieses nur noch zur Hälfte be­wegen, macht dies einen Invali­ditäts­grad von 25 Prozent aus. Bei manchen Ver­siche­rungen wirst du bei bestimmten Verlet­zungen mit einem höheren Invali­ditäts­grad eingestuft, weil diese eine verbes­serte – also höhere – Glieder­taxe beinhalten. Solche Verträge bringen jedoch höhere Kosten mit sich.
  • Wie­viel Invali­dität gibt es nach einem Kreuz­band­riss?

    Für den Invali­ditäts­grad nach einem Kreuz­band­riss lässt sich keine all­gemein­gültige Angabe machen, eine spezielle Glieder­taxe und damit einen Invali­ditäts­grad für das Knie gibt es nicht. Die Invali­ditäts­leistung hängt in diesem Fall davon ab, wie lange die Beein­trächti­gung besteht und wie stark das Bein insgesamt einge­schränkt ist durch den Kreuz­band­riss.
  • Wie finde ich eine geeig­nete Unfall­versiche­rung?

    Suchst du eine Unfall­versiche­rung, kannst du mehrere Tests lesen, bei denen verschiedene Anbieter einem Preis­vergleich unterzogen wurden. Die Zeit­schrift Finanz­test der Stiftung Waren­test, aber auch das Analyse­haus Franke und Bornberg können dir eine erste Orien­tierung ver­schaffen. Even­tuell ist es jedoch sinn­voller für dich, wenn du eine Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung abschließt. Sie zahlt dir immer dann Geld aus, wenn du deiner Arbeit länger nicht mehr nach­gehen kannst, ganz egal, ob ein Unfall oder eine Krank­heit daran schuld ist.

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