Vorsorge­unter­suchung – Das zahlt dir deine Kranken­kasse!

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Vorsorge­unter­suchung – Das zahlt dir deine Kranken­kasse!
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Eine regelmäßige Vorsorge­unter­suchung beim Arzt hilft dir dabei, gesund zu bleiben. Viele Krank­heiten lassen sich nämlich sehr viel besser behandeln, wenn sie recht­zeitig erkannt werden. Die Kranken­kassen zahlen dir eine ganze Reihe dieser Vorsorge­unter­suchungen – wir sagen dir, welche!

Wenn du auf deine Gesund­heit achten willst, dann sind Vorsorge­unter­suchungen ganz wichtig. So lassen sich viele Krank­heiten frühzeitig erkennen und behandeln.

Als Mitglied einer gesetz­lichen Kranken­kasse hast du dein ganzes Leben lang Anspruch auf viele verschiedene Vorsorge­unter­suchungen.

Je nachdem, wie alt du bist, solltest du über unterschied­liche Vorsorge­unter­suchungen nach­denken. Das gilt besonders für die Früher­kennung von Krebser­krankungen.

Darum ist eine Vorsorge­unter­suchung für dich wichtig

“Vorbeugen ist besser als heilen” – diese alte Weisheit haben mir immer meine Eltern erzählt. Vielleicht kennst du diesen Spruch auch? Vorbeugen heißt nicht nur, dass du dich ausgewogen ernährst, wie die Ernährungspyramide das vorsieht. Auch der rechtzeitige Gang zum Arzt gehört dazu. Denn viele Krank­heiten lassen sich wesent­lich besser behandeln, wenn sie früh­zeitig erkannt werden. Zum Beispiel Darmkrebs: Werden die Darm­polypen entdeckt, wenn sie noch klein sind und keine Beschwerden verur­sachen, kann die Krank­heit erfolg­reich bekämpft werden. Aus diesem Grund solltest du regelmäßig zu deinem Arzt gehen und Vorsorge­unter­suchungen durch­führen lassen. Sogar dann, wenn du dich gesund und fit fühlst.

Diese Gesundheits­vorsorge wird von der gesetz­lichen Krankenver­sicherung bezahlt, sie zählt damit zu den Regel­leistungen der gesetz­lichen Kranken­kassen. Weiter unten findest du einen genauen Überblick, welche Vorsorge­unter­suchung deine Kasse wie oft bezahlt.

Der kleine Unterschied

Es gibt übrigens auch in diesem Zusam­men­hang einen kleinen Unter­schied zwischen Männern und Frauen. Mit dem Thema Vorsorge­unter­suchung kann der Mann oft nicht viel anfangen. Männer gelten als “Vorsorge­muffel” – das schreibt das Deutsche Ärzte­blatt, das von der Bundes­ärzte­kammer und der Kassenärzt­lichen Bundes­vereinigung heraus­gege­ben wird. Sie nutzen seltener die Angebote zur Vorsorge­untersuchung für Männer, als es bei Frauen der Fall ist. Das zeigen auch Zahlen, die die Kranken­kasse Barmer GEK für 2014 veröffent­lichte. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Unter­suchungen, die entweder nur für Frauen oder nur für Männer sind:

  • Anteil der Männer, die die Chance zur Prostata­krebsvor­sorge nutzten: 11,7 %
  • Anteil der Frauen, die Vorsorge­tests gegen Brust- und Gebärmutter­halskrebs machten: 41 %

Weniger deutlich ist der Unterschied bei der Teilnahme am Hautkrebs­screening, also bei der Vorsorge für Hautkrebs. 17,6 Prozent der männ­lichen Versicherten nahmen im Jahr 2014 daran teil. Zum Vergleich: Bei den Frauen waren es immerhin 19,1 Prozent.

Welche Vorsorgeunter­suchung zahlt die gesetz­liche Krankenver­sicherung?

71,7 Millionen Versicherte gibt es bei den gesetz­lichen Kranken­kassen in Deutschland, so der Verband der Ersatz­kassen. Je nach Alter besteht die Mög­lich­keit, eine spezielle Vorsorge­unter­suchung oder einen Gesund­heitscheck durch­führen zu lassen. Das Ziel ist die Früh­erkennung von Krank­heiten. Besonders auf Krebs wird dabei geachtet, eine weit verbreitete Erkrankung und häufige Todes­ursache. So sind – nach den Zahlen des Statistischen Bundes­amtes – im Jahr 2015 immerhin 29.354 Männer an Lungen­krebs und 18.136 Frauen an Brustkrebs gestorben.

Da im Alter das Risiko für bestimmte Krank­heiten, wie Prostata­krebs, steigt, gibt es für ältere Menschen auch ein größeres Angebot für die Krebs­vorsorge. Das ist zum Beispiel bei der Hautkrebs­vorsorge und bei der Darmkrebs­vorsorge so. Zusätzlich zu den Leistungen der Krebs­vorsorge kannst du auch einen allgemeinen Gesundheits­check durchführen lassen. Dabei wird dein Herz-Kreislauf­system getestet, aber auch dein Blutdruck, deine Blutzucker- und Cholesterin­werte und es gibt zusätzlich einen Check auf Diabetes und Nieren­krankheiten. Diesen umfassenden Gesund­heits­check kannst du ab 35 durchführen lassen. Die folgende Tabelle gibt dir einen Überblick, wann dir deine Kranken­kasse welche Untersuchung zahlt. Diese Vorsorge­unter­suchungen sind laut Gemeinsamem Bundes­ausschuss für alle Kranken­kassen vorge­schrieben.

Kosten­lose Vorsorge­unter­suchungen für Versicherte der gesetz­lichen Kranken­versiche­rung

Alter Häufigkeit Geschlecht Untersuchung
ab 20 1x /Jahr bei Frauen Genital­unter­suchung auf Krebser­krankun­gen
bis 25 1x /Jahr bei Frauen Genital­untersuchung auf Chlamydien-Infektion
ab 30 1x /Jahr bei Frauen Brust- und Hautunter­suchung auf Brust- und Haut­krebs
ab 35 alle 2 Jahre bei Frauen und Männern Hautkrebs­vorsorge: Untersuchung am ganzen Körper
ab 35 alle 2 Jahre bei Frauen und Männern allgemeiner Gesundheits-Check-Up: Schwerpunkt Herz-Kreislauferkran­kungen, Diabetes und Nierener­krankungen
ab 45 1x /Jahr bei Männern Prostata­vorsorge: Genitaluntersuchung
50 – 55 1x /Jahr bei Frauen und Männern Darmkrebs­vorsorge: Untersuchung Stuhl­gang
50 – 69 alle 2 Jahre bei Frauen Brustkrebs­vorsorge: Mammo­grafie (Röntgen­verfahren)
ab 55 alle 2 Jahre bei Frauen und Männern Darmkrebs­untersuchung (Stuhlgang) oder eine Darm­spiegelung alle 10 Jahre

*Quelle: Gemeinsamer Bundes­ausschuss, September 2016

Übrigens: Informative Erklär­videos zu einzelnen Unter­suchungen findest du auf der Website der Kassen­ärztlichen Bundes­vereini­gung, zum Beispiel dieses Video zum Hautkrebs­screening.

Zu den Vorsorge­leistungen der Gesetz­lichen Kranken­kassen gehören auch Schutz­impfungen, die dein Immunsystem stärken. Darunter fallen zum Beispiel Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Masern und die Grippe­schutz­impfung. Viele Impfungen sollten bereits als Kind durch­geführt und als Erwachsener aufge­frischt werden. Einen genauen Überblick bietet der Impf­kalender des Robert-Koch-Institutes.

Wenn du unsicher bist, ob für eine bestimmte Vorsorge­untersuchung bei­spiels­weise der Frauen­arzt, der Hautarzt oder ein anderer Facharzt zuständig ist, dann frage einfach deinen Hausarzt. Er kann dir sagen, wer die von dir aus­ge­suchte Gesund­heitsunter­suchung vornimmt.

Um die finanziellen Folgen von Erkran­kungen wie Krebs abzufedern, kannst du eine private Ver­sicherung abschließen, besonders sinnvoll ist eine Berufsun­fähig­keitsver­sicherung. Diese zahlt die eine monatliche Rente, wenn du wegen einer Krankheit oder nach einem Unfall deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Der Sonder­fall: Vorsorge­untersuchung der Zähne

Die Kassen­zahnärzt­liche Bundes­vereinigung empfiehlt Erwachsenen einmal im Jahr einen Besuch beim Zahnarzt zur Kontrolle der Zähne und des Zahn­fleisches. Kinder zwischen sechs und 18 Jahren sollten sogar zweimal im Jahr zum Zahnarzt. So ist es möglich, recht­zeitig gegen Krank­heiten wie Karies und Zahnfleisch­bluten vorzugehen.

Wenn du diese Kontrollen beim Zahnarzt regel­mäßig über mehrere Jahre durch­führen lässt, sparst du zudem bares Geld. Denn wer die Unter­suchungen in einem Bonusheft nachweist, erhält von der Kranken­kasse einen Extra-Zuschuss (einen Bonus), falls einmal ein Zahn­ersatz not­wendig werden sollte. Wer fünf Jahre in Folge beim Zahnarzt war, für den erhöht sich der übliche Fest­zuschuss der Kasse um 20 Prozent. Wenn du sogar zehn Jahre ohne Unter­brechung nachweisen kannst, erhältst du 30 Prozent mehr Zuschuss zum Zahnersatz. Vorsorgen dient also nicht nur der Gesundheits­prävention, es zahlt sich auch finanziell für dich aus.

Vorsorge­unter­suchung während der Schwanger­schaft

Solltest du oder deine Partnerin schwanger sein, ist das natürlich eine besondere Situation. Darum bieten dir die Kranken­kassen neben vielen Informa­tionen rund um das Thema Schwanger­schaft auch eine weitere Hilfe mit besonderen Unter­suchungen, deren Kosten sie übernehmen. Ziel ist es, dass sowohl die Mutter als auch das Kind gesund durch diese Zeit kommen und die mögliche Gefahr einer Risiko­geburt rechtzeitig erkannt wird. Ganz ausführlich beschreibt der Gemeinsame Bundes­ausschuss die möglichen Maßnahmen während der Schwanger­schaft in den “Mutter­schafts-Richtlinien”. Wir haben dort für dich hinein­geschaut und die wich­tigsten Unter­suchungen als Überblick aufgelistet:

  • Drei Ultraschall­unter­suchungen
  • HIV-Test
  • Test auf Schwanger­schafts­diabetes
  • Unter­suchung auf Hepatitis B
  • Test auf Geschlechts­krankheiten
  • Untersuchung der Position und Lage des Kindes

Auch Kinder und Jugend­liche haben Anspruch auf insgesamt zehn gratis Gesund­heits­unter­suchungen. Diese sind nummeriert und gehen von der U1 bis zur U9. Die U1 wird direkt nach der Geburt durch­geführt, die U9 im Alter von fünf bis fünf­einhalb Jahren. Hinzu kommt eine Unter­suchung für Jugend­liche zwischen 12 und 15 Jahren, die J1. Dabei wird neben der körper­lichen auch die seelische Verfassung unter die Lupe genommen und auf die alters­gerechte Entwick­lung geachtet.

Nun weißt du, was die Kranken­kassen an Regel­leistungen für deine Vorsorge über­nehmen. Zusätzlich bieten einige gesetz­liche Kranken­kassen weitere frei­willige Leistungen an, mit denen sie versuchen, Versicherte für sich zu gewinnen. So über­nehmen verschiedene Kranken­kassen für ihre Mitglieder kostenlos zum Beispiel eine zweite Vorsorge­untersuchung für Jugend­liche zwischen 16 und 17 Jahren, die J2. Das ist für Familien mit Kindern ein gutes Angebot. So kannst du bei der Wahl der passenden Kranken­kasse einige interes­sante Zusatz­leistungen dazube­kommen.

Vorsorge­untersuchungen, die die gesetz­lichen Kran­ken­kassen nicht zahlen

Unabhängig von deiner Kranken­kasse bieten viele Arzt­praxen auch Indivi­duelle Gesund­heits­leistun­gen (IGeL) an. Das sind Leistungen, die nicht zum Leistungs­katalog der gesetz­lichen Kassen gehören, die du darum selbst bezahlen musst und die der Arzt direkt mit dir abrechnet. Dazu gehören auch Vorsorge­untersuchungen, einige zeigen wir dir hier:

Beispiele für IGeL-Leistungen

IGeL-Leistung Preisspanne
Dünnschicht­zytologie zur Früher­kennung von Gebärmutter­halskrebs 23 bis 53 Euro
HBA1c-Bestimmung zur Früher­kennung eines Diabetes 12 bis 14 Euro
M2-PK Stuhltest zur Darmkrebs­früherkennung 31 bis 41 Euro
Ultra­schall der Brust zur Krebsfrüh­erkennung 26 bis 60 Euro

*Quelle: IGeL-Monitor, Mai 2017

Die Preise für die einzelnen Leistun­gen sind von Arzt zu Arzt sehr unter­schiedlich, je nachdem, welchen Gebühren­satz er ansetzt, entsteht eine große Preis­spanne. Ein kleiner Tipp: Wenn du eine IGeL-Leistung in Anspruch nehmen willst, frage vorher bei mehreren Ärzten nach und vergleiche die Preise. Aber Achtung: Viele IGeL-Leistungen sind umstritten, weil deren Nutzen nicht feststeht. Einen guten Über­blick bietet der Igel-Monitor vom Medizi­nischen Dienst der Kranken­kassen.

Häufige Fragen

Zu einer Vorsorge­unter­suchung kannst du gehen, um dich auf Krank­heiten checken zu lassen, auch wenn du dich gar nicht krank fühlst. Als Mitglied der gesetz­lichen Kranken­versiche­rung hast du Anspruch auf regel­mäßige Unter­suchungen beim Arzt. Je nachdem, wie alt du bist, stehen dabei andere Erkrankungen im Mittel­punkt. Wenn es ganz schlimm kommt, kann es dir passieren, dass du wegen einer Krank­heit berufs­unfähig wirst. Dann fällt von einem Moment zum anderen dein Einkommen weg. Wir erklären dir in unserem Ratgeber­artikel, warum eine Berufs­unfähig­keitsver­sicherung sinnvoll ist.

Die Antwort kann nur lauten: Alle, die die Kassen als Regel­leistungen anbieten! Denn auch wenn du dich noch gesund und fit fühlst, bedeutet das nicht, dass du später keine schwer­wiegende Krankheit bekommen kannst. Bei den meisten Unter­suchungen geht es um Krebs- und um Herz-Kreislauf­erkrankungen. Und bedenke: Je älter du wirst, desto anfälliger wirst du für diese Erkran­kungen. Also nutze die Möglich­keit, als Frau ab 20 und als Mann ab 35 Jahre regel­mäßig zur Kon­trolle zu gehen. Um einen Überblick zu behalten, erstellst du dir am besten einen Vorsorge­planer, in dem du dir einträgst, wann welche Unter­suchung ansteht.

Dabei handelt es sich um eine ganz spezielle Vorsorge­untersuchung. Frauen haben Anspruch auf eine Vielzahl von Unter­suchungen während der neun Monate ihrer Schwanger­schaft. Dazu gehören beispiels­weise drei Ultraschall­unter­suchungen, ein HIV-Test sowie Tests auf Diabetes und Hepatitis B. Zudem wird auch genau der Zustand des Kindes untersucht.

Die erste Vorsorge­unter­suchung für Männer übernehmen die Kranken­kassen ab einem Alter von 35 Jahren. Das ist zum einen die Hautkrebs­vorsorge, bei der der gesamte Körper nach auffälligen Stellen untersucht wird. Zum anderen ist das der Gesundheits-Check-Up. Dabei geht es nicht nur um die Krebsvor­sorge für Männer, sondern auch noch zusätz­lich um Herz-Kreislaufer­krankungen, Diabetes und Nieren­krank­heiten.

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