Fahrrad­versiche­rungen – Anbieter und Leistungen auf einen Blick

Quelle: Adobe Stock, Roman Sigaev
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Fahrrad­versiche­rungen – Anbieter und Leistungen auf einen Blick
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Drahtesel, Rad oder doch E-bike? Wie du dein Fahrrad nennst, hat auf Diebe und Randalierer keinen Einfluss. Jeden Tag werden hunderte Fahrräder in ganz Deutschland gestohlen oder beschädigt. Hinzu kommen etliche Unfallschäden und Pannen, die für den Radler nicht nur ärgerlich sind, sondern auch bares Geld kosten. Woher bekommst du also größt­möglichen Schutz für dein Fahrrad, und macht eine spezielle Fahrrad­versicherung für dich Sinn? Das erfährst du in diesem Artikel.

Das musst du wissen:
  • Eine Fahrrad­versicherung übernimmt Kosten, die sonst für dich entstehen würden, wenn dein Fahrrad beschädigt oder gestohlen wird.
  • Eine Fahrrad­versicherung kannst du für jede Art von Fahrrad abschließen, auch für Pedelecs und E-Bikes.
  • Fahrrad­versicherung ist nicht gleich Fahrrad­versicherung. Es gibt Teilkasko- und Vollkasko­versicherungen, die unter­schiedlich große Bereiche abdecken.
  • Eine Fahrrad­versicherung ist umfangreicher als eine Hausrat­versicherung und schützt dein Fahrrad vor mehr Eventualiäten wie zum Beispiel Unfallschäden.

Wer braucht eine Fahrrad­versicherung und wofür?

Eine Fahrrad­versicherung kann letztendlich jeder gebrauchen, der ein modernes Elektrofahrrad, ein schickes Rennrad oder ein normales Fahrrad hat. Egal ob man in Deutschland, Österreich oder in Norwegen lebt, zerstört und geklaut wird überall. In der Fahrrad­versicherung versicherbare Schäden sind unter anderem:

  • Raub und Diebstahl (auch von Fahrradteilen)
  • Vandalismus (wenn irgendein Rowdy dein Fahrrad beschädigt)
  • Unfallschäden
  • Pannenschäden
  • Verschleiß (z.B. abgeriebene Bremsen)
  • Material- und Konstruktionsfehler

Gegen alle diese Schäden kannst du dein Fahrrad versichern, vom zerstochenen Reifen durch Vandalismus bis hin zur verbogenen Speiche nach einem Unfall. Die Versicherung bezahlt dir dann die Reparaturkosten – bei einem Diebstahl oder Totalschaden sogar die Kosten für ein neues Fahrrad.
Bei der Wahl der richtigen Fahrrad­versicherung ist jedoch Vorsicht geboten, denn wie beim Auto gibt es Teilkasko- und Vollkaskoversicherungen, die sich erheblich unterscheiden.

Teilkasko oder Vollkasko – wo ist der Unterschied?

Wie du dir sicher denken kannst, hat eine Teilkaskoversicherung nicht denselben Umfang wie eine Vollkaskoversicherung.

  • Eine Vollkaskoversicherung kommt für fast alle Schäden auf, von Diebstahl und Vandalimus über Produktions­mängel und Verschleiß bis hin zu Unfallschäden.
  • Eine Teilkaskoversicherung kommt nur für das Nötigste auf. Damit ist gemeint, dass in der Regel nur Diebstahl und selten auch Vandalismus über­nommen werden. Produktions­fehler, Unfallschäden usw. werden von Teilkasko-Tarifen nicht abgedeckt.

Falls du jetzt denkst, dass eine Teilkaskoversicherung keinen Sinn macht, weil deine Hausratversicherung Diebstahl doch auch mit abdeckt, liegst du nicht ganz richtig. Oft ist es so, dass Hausratversicherungen nur in der Wohnung oder Garage gelten. Falls sie einen Fahrradklau außerhalb deines Grundstücks entschädigen, dann oft nur am Tag und nicht zwischen 22 und 6 Uhr, wie es eine Teilkaskoversicherung tun würde (mehr dazu weiter unten). Die meisten Vollkaskoversicherungen kommen hingegen für fast jeden denkbaren Schaden auf.

Diebstahl und Vandalismus am Fahrrad – In diesen Städten ist Schutz besonders ratsam

Diebstahl und Vandalismus sind all­gegen­wärtig, besonders in Städten machen Kriminelle auch vor Fahrrädern nicht halt. Auffällig häufig wird im Norden Deutschlands geklaut oder beschädigt. In Berlin werden beispielsweise täglich 70 bis 80 Fahrräder geklaut. Dabei werden nur knapp 10 Prozent aller Fälle aufgeklärt. Wenn dir dein Fahrrad geklaut wird, kannst du dich in den meisten Fällen schon darauf einstellen, ein neues kaufen zu müssen. Besonders oft wird an Bahnhöfen und in der Nähe von Universitäten und Arbeits­plätzen geklaut. Trotz besserer Arbeitsmittel für die Polizei nimmt die Anzahl der aufgeklärten Fälle ab, was sich mit organisierter Kriminalität erklären lässt. Alleine 2014 registrierte die Polizei bundesweit ungefähr 340.000 Fahrrad­diebstähle, hinzu kamen unzählige Schäden am Rad durch Vandalismus.

So schützt du dich vor materiellen und finanziellen Verlusten

Tipp #1 Für jeden Fahrradbesitzer: Achte auf den Schutz von deinem Fahrrad und schließ es mit einem guten Schloss ab!
(Fahrradschlösser findest du z.B. hier)
Merke: Kaum eine Versicherung wird deine Kosten übernehmen, wenn du dein Fahrrad nicht mit einem Schloss absicherst.

Tipp #2 Bewegliche Gegenstände sind nicht geeignet zum Anschließen von deinem Fahrrad, E-Bike, Rennrad oder Laufrad!
Merke: Im Zweifelsfall sind Fahrrad und Gegenstand für immer verschollen.

Tipp #3 Achte darauf, dass deine Hausratversicherung dein Fahrrad gegen Diebstahl versichert oder du eine spezielle Fahrradversicherung abschließt.
Merke: Nicht jede Versicherung übernimmt jeden Schaden. Wähle deshalb gezielt einen Tarif aus, in dem dein Fahrrad mitversichert ist – siehe unten.

Wichtig! Wenn dein Fahrrad beschädigt oder gestohlen wurde, musst du umgehend bei der Polizei Anzeige erstatten. Dies ist eine Bedingung dafür, dass deine Versicherung den Schaden ersetzt.

Wie kannst du dein Fahrrad versichern?

Variante 1: Hausrat­versicherung mit Fahrradklausel

In der Regel solltest du deinen Haushalt mit einer sogenannten Hausrat­versiche­rung (auch Hausrat­police oder Haushalts­versiche­rung) absichern. Diese Art der Versicherung übernimmt Schäden an so ziemlich allen Gegenständen in deinem Haushalt – vom Handy bis zum Kleiderschrank, die zum Beispiel durch Feuer, Wasser, Sturm oder Einbruch entstehen. Oft schließt diese Ver­siche­rungsart auch dein Fahrrad mit ein. Wird dir dein Fahrrad aus dem ver­schlos­senen Keller, der Garage oder direkt aus der Wohnung geklaut, greift in der Regel die Fahrrad­klausel deiner Haus­rats­versiche­rung mit ungefähr 1-5 Prozent der Summe des versicherten Hausrats. Das heißt zusammen­gefasst, deine Haus­ra­tversiche­rung zahlt bei Fahrrad­diebstahl, solange das Fahrrad in oder in der direkten Nähe deiner Wohnung ist.

Des Weiteren übernimmt eine Hausratsversicherung keine Kosten für Schäden durch Vandalismus außerhalb deiner Wohnung bzw. deines Kellers, selbst wenn die Reparatur noch so günstig ist. Sie übernimmt wirklich nur, wenn dein Fahrrad verschwunden ist und bis zu einem festgelegten Prozentsatz. Das heißt, dass du dein Spitzenrennrad, dein Laufrad, dein E-Bike oder einfach nur besonders teure Fahrräder zusätzlich mit einer speziellen Fahrradversicherung (Teilkasko oder Vollkasko) versichern solltest.
Hier gilt jedoch auch wieder: Ist dein Fahrrad nicht angeschlossen, übernimmt kaum eine Versicherung die Kosten. Wichtig: Anders als viele denken, deckt deine Haftpflichtversicherung keinen Fahrraddiebstahl ab. Sie übernimmt die Kosten, wenn du jemand anderem einen Schaden zufügst, z.B. einen Fußgänger anfährst oder mit deinem Fahrrad ein Auto beschädigst. Deinen eigenen Schaden ersetzt die Haftpflicht nicht.

Variante 2: Eine spezielle Fahrrad­versicherung

Eine Fahrradversicherung gibt es in vielen Formen, zum Beispiel als E-Bike-Fahrrad­versicherung oder auch als Versicherung für normale Fahrräder. In beiden Fällen deckt die Versicherung Fahrraddiebstahl und Schäden ab, die durch Vandalismus verursacht wurden. Der Beitrag für eine Fahrradversicherung schwankt zwischen knapp 2 Euro monatlich bis teilweise mehr als 10 Euro monatlich.

Daher solltest du Wert darauf legen, dass die von dir gewählte Versicherung sofort deine Kosten übernimmt und du nicht monatelang auf die Entschädigung warten musst. Achte außerdem darauf, dass dein Tarif KEINE Nachtklausel enthält, sonst werden deine Kosten nicht übernommen, wenn dein Fahrrad dir zwischen 22 und 6 Uhr entwendet wird. Außerdem solltest du ein Auge darauf haben, dass möglichst viele Eventualitäten bezüglich deines Rades abgedeckt werden, zum Beispiel:

  • Unfallschäden
  • Materialschäden
  • Diebstahl
  • Teildiebstahl
  • Vandalismus
  • unsachgemäße Handhabung
  • uvm.

Spätestens ab diesem Punkt wird es schwer, die optimale Fahrradversicherung anhand von Erfahrungsberichten, Preisvergleichen und Versicherungs­rechnern ausfindig zu machen. Selbst der Finanztest der Stiftung Warentest und der beste Rechner helfen nicht bei jeder Frage und selbst wer nach „Fahrrad­versiche­rungen Testsieger“ oder „Fahrrad­versicherungen Test“ sucht, wird Fahrradversicherungen nicht einfach so vergleichen können. Um dir zu helfen, einen guten Überblick zu bekommen, haben wir eine Tabelle erstellt, die einige Fahrradversicherer vergleicht.

Fahrradversicherungen Hausratversicherungen
Versicherer ARAG Schutzklick Enra ERGO Zusatz zur Hausratversicherung AXA Zusatz zur Hausratversicherung Allianz Zusatz zur Hausratversicherung
Name des Tarifs Fahrraddiebstahlschutz Fahrrad-Schutzbrief Plus Diebstahlschutz (Hausratversicherung plus) Fahrradschutz Diebstahl (BOXflex Hausrat plus) Baustein Fahrrad (Hausratversicherung plus) FahrradPlus
Monatl. Beitrag 16,10€ 4,58€ 7,44€ (8,84€ plus) 5,33€ (7,27€ plus) 2,03€ (7,11€ plus) 1,95€
Wartezeit keine ab 1 Monat (je nach Alter des Fahrrads) keine keine keine keine
Nachtklausel Nein Nein Nein Nein Nein Nein
Vollkasko Nein Ja Ja Nein Nein Nein
Diebstahl Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Vandalismus Nein Ja Ja Nein Nein Nein
Kaufpreiserstattung Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Weiteres Pedelecs versicherbar Pedelecs versicherbar Pedelecs und E-Bikes versicherbar Pedelecs und E-Bikes versicherbar Pedelecs versicherbar Pedelecs, E-Bikes versicherbar

Was für Fahrradversicherungen gibt es, und welche Leistungen bieten sie?

Anmerkungen zur Tabelle:

  • Kaufpreiserstattung bedeutet: Du erhältst den Preis, den dein Fahrrad einmal gekostet hat, zurück. Dabei ist es egal, ob dein Rad neu oder bereits einige Jahre alt ist.
  • Die Preise wurden anhand von Beispielen berechnet:
    • ARAG, Schutzklick, Enra: Fahrrad 500 € wert, Versicherungsort: Berlin
    • ERGO, AXA, Allianz: Hausrat 50 qm Wohnung, Versicherungsort: Stadtgrenze Berlin

In der Tabelle haben wir aus Platzgründen nicht alle Versicherer aufgeführt. Weitere Unternehmen, die eine Fahrrad­versicherung anbieten, sind z.B. WGV, Debeka, DEVK, HDI, Ammerländer Versicherung, HUK, ADFC und Wertgarantie.

Nun da du einiges darüber weißt, wie du dein Fahrrad schützen kannst, wünschen wir dir eine gute Fahrt!

Auch wenn dir dein Draht­esel sehr am Her­zen liegt – noch wich­tiger ist es, deine Arbeits­kraft abzu­sichern. Stell dir vor, dass du eines Tages einen Unfall hast oder schwer krank wirst – und dann nicht mehr deiner bis­heri­gen Arbeit nach­gehen kannst. Dann kannst du ohne eine pri­vate Ab­siche­rung finan­zielle Pro­bleme be­kommen. Die Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job z.B. zahlt dir in diesem Fall jeden Monat Geld aus. Du kannst sie schon ab 5 Euro im Monat ab­schlie­ßen.

Häufige Fragen

  • Was kostet eine Fahrradversicherung?

    Monatlich kannst du eine Fahrrad­versicherung bereits ab 2 Euro abschließen, nach oben ist den Versicherungsbeiträgen keine Grenze gesetzt.
  • Was ist eine Nachtklausel?

    Damit möchten sich manche Versicherer schützen, so dass sie keine Kosten im Zeitraum von 22-6 Uhr tragen müssen.
  • Welche Versicherung zahlt bei Vandalismus?

    Im Falle von Vandalismus zahlt die Hausratversicherung nicht, hier übernimmt nur eine spezielle Fahrradversicherung die Kosten.
  • Was ist die beste Fahrradversicherung?

    Welche die beste Fahrradversicherung für dich ist, hängt davon ab, wogegen du dein Fahrrad versichern willst und um was für ein Rad es sich handelt.
  • Was ist eine 5-Prozent-Klausel?

    Dieser Begriff ist ein wenig irreführend. Tatsächlich gibt es diese Bezeichnung im Zusammenhang mit Versicherungen nicht. Jedoch übernimmt deine Hausratversicherung eine Summe von bis zu 5 Prozent der Gesamt­versicherungs­summe, falls dein Rad geklaut werden sollte.
  • Wer zahlt bei einem Fahrraddiebstahl?

    Vorausgesetzt du hast eine Fahrradversicherung oder geeignete Hausratversicherung abgeschlossen, zahlt dein Versicherer die vereinbarte Summe. Eine Haftpflichtversicherung ist für Fahrraddiebstahl nicht zuständig.

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