Was passiert mit meiner Berufs­unfähigkeits­versicherung beim Berufs­wechsel?

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Was passiert mit meiner Berufs­unfähigkeits­versicherung beim Berufs­wechsel?
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Ein Berufswechsel ist heute alles andere als ungewöhnlich. Vorbei sind die Zeiten, als nach 40 Jahren im selben Betrieb auf die Rente angestoßen werden konnte. Doch was passiert mit deiner Berufs­unfähigkeits­versicherung, wenn du einen neuen Job annimmst? Im besten Fall gar nichts, aber das musst du rechtzeitig klären.

Das musst du wissen:
  • Bei einer guten BU-Versicherung musst du einen Jobwechsel nicht anzeigen.
  • Maßgeblich sollte immer der Beruf sein, den du im Antrag angegeben hast.
  • Achte darauf, dass dein Jobwechsel keine Auswirkungen auf deinen Versicherungs­schutz hat.

Was genau ist eigentlich ein Berufswechsel?

Grundsätzlich wird dein Beruf bei den meisten Ver­siche­rungen schon bei der Antragstellung einer sogenannten Gefahrenklasse zugeteilt. Davon gibt es meistens vier verschiedene, das haben wir weiter unten in einer Tabelle zusammen­gefasst. Jetzt geht es aber erst mal darum, wo der Unterschied liegt.

Wenn deine Tätigkeit gleich bleibt

Wenn du von einem Schreibtischjob zum anderen wechselst, verändert sich zunächst einmal nichts, bei den meisten Versicherungen musst du den Wechsel nicht einmal anzeigen. Das sollte in den Versicherungsbedingungen stehen, und wenn du dir unsicher bist, dann melde dich am besten bei deinem Versicherer.

Wenn du in eine andere Branche wechselst

Wenn du die Branche wechselst, kommst du unter Umständen in eine neue Gefahrenklasse. Mal angenommen, du bist Diplomkaufmann und entscheidest dich, deinen Lebenstraum wahr zu machen und zum Beispiel Musiker zu werden. Dann stellst du für die Versicherung in Sachen Berufsunfähigkeit ein neues Risiko dar. Eine gute BU ist so aufgebaut, dass auch der Branchenwechsel keinerlei Auswirkungen auf deinen Vertrag hat.

Muss ich meinen neuen Beruf der Berufs­unfähigkeits­versicherung melden?

Es kommt nur noch selten vor, dass du einen Jobwechsel der Versicherung melden musst. Um auf der sicheren Seite zu sein, achte aber darauf, dass schon im Antrag auf die Meldepflicht verzichtet wird.

Was ist die Meldepflicht?

Die Meldepflicht beim Berufswechsel bedeutet, dass du deiner Versicherung einen Jobwechsel innerhalb einer bestimmten Frist mitteilen musst. Tust du das nicht, kann der Versicherer seine Leistungen einschränken. Mit der Meldepflicht kann eine Anzeigepflicht verbunden sein, in der du den Berufswechsel melden musst.

Die Meldepflicht ist eigentlich von gestern

Du wirst schon mit der Lupe suchen müssen, um überhaupt noch eine BU-Versicherung zu finden, die eine Meldepflicht oder Anzeigefrist beim Berufswechsel vorsieht. Diese Art von Verträgen ist eigentlich von gestern und längst überholt, was hilfreich bei der Wahl des richtigen Versicherers ist. Wichtig: Möglicherweise ist es für dich vorteilhaft, deinen Berufswechsel zu melden, selbst wenn du dazu nicht verpflichtet bist und keine Berufs­unfähigkeit vorliegt. Denn wenn du in eine andere Gefahrenklasse kommst, kann sich der Beitrag womöglich sogar reduzieren lassen.

Manche Ver­­siche­­rungen ver­langen nicht von dir, einen Bran­chen­­wechsel zu melden, wie bei­­spiels­­weise die Berufs­­unfähig­­keits­­ver­­siche­­rung Get­­surance Job. Mit ihren 3 ver­­schie­­denen Leis­­tungs­­paketen bietet sie jedem einen günstigen Schutz, ganz egal, welchen Beruf er hat.

Wird die Versicherung durch einen neuen Beruf teurer?

Wenn du vom „Schreibtischtäter“ zum Dachdecker wirst (auch wenn das eher unwahrscheinlich ist), liegt es eigentlich nahe, dass deine Berufs­unfähig­keitsversicherung den Beitrag erhöht. Nur in den seltensten Fällen kommt es aber dazu, weil der erste Beruf als Basis dient.

Auf den Beruf im Antrag kommt es an

Ob der Berufswechsel teurer wird, hängt mit den Angaben im Antrag zusammen. Das ist jedenfalls kein Grund deiner Berufs­unfähig­keitsver­sicherung eine Kündigung auszu­sprechen. Deswegen empfehlen wir dir, bei der Antragstellung darauf zu achten, ob es Meldepflichten gibt oder ein Jobwechsel Einfluss auf den Beitrag nimmt. Bei guten Verträgen ist immer der Beruf ausschlaggebend, der im Antrag angegeben wurde. Das bedeutet: Selbst wenn du als gelernter Bankkaufmann später einen Job als Stuntman oder Bodyguard annimmst, bleiben die Versicherungsbedingungen gleich, auch an der Höhe der Beiträge und der Berufsunfähigkeitsrente ändert sich nichts. Dies ist zum Beispiel bei der Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job der Fall.

Mein Tipp: Achte beim Antrag darauf, dass die Berufs­unfähig­keits­versicherung grundsätzlich auf Meldefristen verzichtet. Das gilt auch für die Meldepflicht im Fall der Berufsunfähigkeit. So vermeidest du zusätzlichen Druck, wenn du tatsächlich berufsunfähig werden solltest.

Die unterschiedlichen Gefahrenklassen der BU

Wie hoch das Risiko einer Berufs­unfähigkeit ist, hängt natürlich vom Beruf ab, den du ausübst. In der Regel unterscheiden die Versicherer zwischen vier Gefahrengruppen. Wir nennen für jede ein paar Beispiele.

Gefahrenklassen der BU

Geringes Risiko Kunden mit einem geringen Risiko sind fast alle medizinischen Berufe, also Ärzte, Psychologen, Zahnärzte. Aber auch Diplomkaufleute gehören in diese Kategorie.
Normales Risiko Zu dieser Gruppe zählen Verkäufer, Sekretärinnen, Techniker und Bürokaufleute.
Erhöhtes Risiko Mit einem erhöhten Risiko werden Kfz-Mechaniker, Gastwirte oder auch ArzthelferInnen eingestuft.
Hohes Risiko Ein hohes Risiko stellen Künstler dar (Musiker, Bildhauer etc.), außerdem Dachdecker, Betonbauer und Maurer, also alle Berufe, die sehr stark körperlich ausgerichtet sind.

 

Manche Ver­siche­rungen ver­zichten jedoch darauf, Berufe auf Grund­lage ihrer Bezeich­nungen bestimmten Gefahren­klassen zuzu­ordnen, bei­spiels­weise Getsurance Job.

Häufige Fragen

  • Was passiert mit der BU beim Berufswechsel?

    Im optimalen Fall überhaupt nichts. Nur bei sehr alten Verträgen kann der Berufswechsel für dich Nachteile bedeuten.
  • Ist es Pflicht, bei der Berufsunfähigkeitsversicherung den Berufswechsel zu melden?

    Das kommt nur noch in ganz seltenen Fällen vor.
  • Sollte ich der Berufsunfähigkeitsversicherung den Berufswechsel mitteilen?

    Wenn du dadurch in eine bessere Gefahrenklasse kommen kannst, ist diese Mitteilung durchaus sinnvoll. Wenn du der BU-Versicherung den Berufswechsel nicht anzeigst, passiert nichts weiter.
  • Bringen die Berufsunfähigkeitsversicherung und ein neuer Beruf Nachteile?

    Nur in sehr alten Verträgen, neue Policen verzichten darauf.
  • Was passiert mit meiner Berufsunfähigkeitsversicherung beim Berufswechsel als Hausfrau?

    Wenn der Beruf Hausfrau im Antrag steht, wirkt sich ein Wechsel in der Regel nicht aus.
  • Gibt es die Anzeigepflicht bei Berufswechsel in der Berufsunfähigkeitsversicherung überhaupt nicht mehr?

    Die gibt es so gut wie nie, aber Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, also checke am besten deine Versicherungsbedingungen oder erkundige dich beim Anbieter.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung bei kaufmännischen Berufen: Wie schätzen Versicherer das Risiko ein?

    Kaufmännische Berufe werden meistens als „Normales Risiko“ eingestuft.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufsgruppen: Sind die bei allen Versicherern gleich?

    Große Unterschiede gibt es nicht, aber bei bestimmten Berufen urteilen verschiedene Versicherer schon mal abweichend.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Berufswechsel anzeigen, wann ist der beste Zeitpunkt?

    Da die Berufsunfähigkeitsversicherung nach dem Berufswechsel so weiterläuft wie die Berufsunfähigkeitsversicherung vor dem Berufswechsel, ist der Zeitpunkt des Anzeigens nicht so wichtig, es sei denn, du kannst dadurch Beiträge sparen. Alles in allem stellen aber Berufswechsel und Berufsunfähigkeitsversicherung keinen Konflikt dar.
  • Wann sollte ich über einen Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken?

    Egal ob bei der BU, einer Lebensversicherung, einem Berufswechsel oder einer Kündigung – über eine Kündigung und einen Wechsel solltest du sehr genau nachdenken, denn meist ist er mit Nachteilen verbunden. Wenn du aber kündigen willst, lies am besten unseren Beitrag Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung kündigen dazu. Wenn du beispielsweise krank oder chronisch krank bist, stehen die Chancen, eine neue Versicherung zu finden, denkbar schlecht.
  • Was ist eine Nachprüfung?

    Nachprüfungen werden durchgeführt, wenn du berufsunfähig wirst. Der BU-Versicherer prüft dann, ob er für den Schadensfall aufkommt.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufswechsel, Vergleich: Wo kann ich mich informieren?

    Immer gut ist die Stiftung Warentest. Ihr Zeitschrift Finanztest ist eine gute Quelle für Tests und Vergleiche. Dort findest du Möglichkeiten, Kosten zu errechnen und Angebote zu finden, die günstig sind. Mit Hilfe von Rechnern kannst du einen Preisvergleich anstellen und die Berufs­unfähigkeits­versicherung beim Berufswechsel vergleichen. Die beste Berufs­unfähig­keitsversicherung beim Berufswechsel oder die beste Zusatzversicherung lässt sich auch mit einem Versicherungsrechner berechnen.
  • Gibt es bei Berufsunfähigkeitsversicherung und Berufswechsel Testsieger?

    Es gilt bei Berufs­unfähigkeits­versicherung und Berufswechsel: Test ist immer gut. Informiere dich also bei den Seiten wie Finanztest und der Stiftung Warentest, welche Gesellschaft am besten abgeschnitten hat.

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