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Ernährung und Krebs: Vorbeugen durch passende Lebensmittel

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Dass gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Krankheiten wichtig ist, ist allgemein bekannt. Inwieweit Ernährung und die richtigen Lebensmittel das Krebsrisiko senken bzw. beeinflussen können, wollen wir mit diesem Artikel klären. Auch gehen wir einigen Mythen rund um das Krebsrisiko bestimmter Lebensmittel auf den Grund, z.B. – kannst du Angebranntes essen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Welchen Einfluss hat Ernährung auf das Krebsrisiko?
  2. Lebensmittel mit schützender Wirkung vor Krebs
  3. Lebensmittel mit risikosteigender Wirkung
  4. Tipps zur Krebsvorsorge durch Ernährung
  5. FAQ: Krebsrisiko und Ernährung

Welchen Einfluss hat Ernährung auf das Krebsrisiko?

Die Ernährung- und Bewegungsgewohnheiten haben laut WHO vor allem in den westlichen Ländern einen Einfluss auf die Entstehung von Krebsfällen. Sie geht davon aus, dass ca. 30 % der Krebsfälle dadurch zu erklären sind, also jede dritte Krebserkrankung. Das Risiko für Krebsarten, die in Deutschland häufig auftreten, wie Brustkrebs oder Darmkrebs, werden durch Körpergewicht, Bewegung und Ernährung beeinflusst.

Ernährungsfaktoren, die das Krebsrisiko beeinflussen können:

  • Übergewicht ist ein Risiko bei einigen Krebsarten, wie Darmkrebs, Leberkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Gallenblasenkrebs, Gebärmutterkörperkrebs und Nierenkrebs.
  • Zusammensetzung der Ernährung: Lebensmittel mit schützenden oder risikosteigender Wirkung
  • Alkohol begünstigt die Entstehung verschiedenen Krebsarten, wie Mundhöhlenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Lebertumoren und Dick- und Enddarmkrebs und Brustkrebs 

Das Krebsrisiko kannst du also durch Ernährung und Bewegung steuern. Natürlich spielen auch viele andere Faktoren bei der Entstehung von Krebs eine Rolle, z.B. die genetische Veranlagung, die du nicht in der Hand hast. So können auch kerngesunde Sportler:innen, die stets auf ihre Ernährungsweise geachtet haben, an Krebs erkranken.

Übergewicht gilt als wachsender Risikofaktor für Krebs

„Geht die Entwicklung weiter wie bisher, wird Über­gewicht als Risikofaktor das Rauchen überholen“, prognos­­tiziert Professor Hartmut Bertz, Ernährungsmediziner vom Universitätsklinikum Freiburg.

Interview, Apotheken Umschau

Zunächst ist erstmal wichtig zu wissen, dass die Menge der Lebensmittel, die wir essen, eher entscheidend für das Krebsrisiko sind, als die Arten. Zu viel Zucker und Fett, wenig Bewegung – all das führt zu Übergewicht. Daher empfehlen Krebsexperten und Ärzte, verstärkt auf sein Gewicht als auch ausreichend Bewegung zu achten, um das Krebsrisiko gering zu halten. Denn mit steigendem BMI steigt auch das Krebsrisiko. Forscher:innen haben bis zu 13 Krebsarten identifiziert, bei denen ein Übergewicht die Entstehung begünstigt, darunter häufige Krebsarten, wie Darm-, Brust und Prostatakrebs.

Lebensmittel mit schützender Wirkung vor Krebs

Es gibt einige Lebensmittel, die tatsächlich krebshemmend sind, wie Studien herausgefunden haben. Zur aktiven Krebsvorsorge solltest du diese Lebensmittel in deinen Speiseplan integrieren.

Diese Lebensmittel sind gut gegen Krebs:

  1. Kreuzblütengewächse, wie Brokkoli, Grünkohl, Senf 
  2. Äpfel (an apple a day ….)
  3. Grünes Blattgemüse, wie Feldsalat, Spinat und Rucola
  4. Beeren, wie Erdbeeren, Himbeeren
  5. Knoblauch
  6. Kurkuma
  7. Tomaten
  8. Grüner Tee – soll vor Haut-, Darm, Prostata-, Lungenkrebs schützen
  9. Dunkle Schokolade
  10. Olivenöl
  11. Hering
  12. Zitrusfrüchte
  13. Vollkorn

Außerdem ist Vitamin-D wichtig bei der Krebsprävention und es sollte daher stets auf einen ausreichend hohen Vitamin-D Spiegel geachtet werden. Lass dich dazu am besten von einem Arzt beraten.

Wissenschaftlich ist außerdem belegt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung das Darmkrebsrisiko senken kann.

Lebensmittel mit risikosteigender Wirkung

Bewiesen ist auch, dass es Lebensmittel gibt, die das Krebsrisiko negativ beeinflussen. Sicher ist, dass vor allem Alkohol Krebs erzeugen kann. 

  1. Wurst, wie Salami, Wiener und Kassler möglichst sehr wenig verzehren
  2. Rotes Fleisch, wie Schwein, Rind, Lamm und Ziegenfleisch – es wird empfohlen in der Woche max. 500 g davon zu essen
  3. Milch – hier ist die Menge entscheidend. Über 1,25 l täglich (es geht um das Kalzium) können schädigend sein
  4. Frittiertes, wie z.B. Pommes oder Chips 

Außerdem hat Zucker eine indirekte Wirkung auf das Krebsrisiko. Zu viel Zucker und v.a. auch raffinierte Kohlenhydrate verursachen Übergewicht, welches sich signifikant auf das Krebsrisiko auswirken kann.

Entscheidend kann auch die Art der Zubereitung der Lebensmittel sein. So ist bekannt, dass durch zu starke Hitze in einigen Lebensmittel krebserregende Stoffe freisetzen kann. Ein Beispiel ist z.B. Fleisch zu grillen. Alternativ solltest du schonend auf geringer Hitze kochen und bevorzugt eher garen.

Unklare Studienlage einiger Lebensmittel und deren Krebsrisiko

Beispiel: Soja

Beim Thema Soja sind sich die Forscher:innen bisher uneinig. Einige Studien haben herausgefunden, dass der Verzehr von Sojaprodukten, wie Tofu oder Sojamilch, sich positiv auf die Gesundheit und die Senkung des Krebsrisikos auswirken kann. Andere Studien besagen, dass durch die Aufnahme der enthaltenen Phytoöstrogene der Östrogenspiegel ansteigen kann, welcher die Entstehung von Tumoren begünstigt.

lebensstil-krebsrisiko
Legende: * nach den Wechseljahren, ** Salzkonservierte Lebensmittel

000Überzeugende Evidenz für einen risikoerhöhenden Effekt, 00 – Wahrscheinliche Evidenz für einen risikoerhöhenden Effekt, IIIÜberzeugende Evidenz für einen risikosenkenden Effekt II Wahrscheinlichkeit Evidenz für einen risikoerhöhenden Effekt | Quelle: Deutsche Krebshilfe

Tipps zur Krebsvorsorge durch Ernährung

Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung, der World Cancer Research Fund sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung haben Leitlinien entwickelt, welche dir Tipps für einen gesunden Lebensstil zur Krebsprävention geben. Hier eine Zusammenfassung der wesentlichen Empfehlungen:

  1. Achte auf dein Körpergewicht (BMI)
  2. Ausreichend Bewegung und Sport schützen, vermeide zu langes Sitzen
  3. Iss bunt – viel Obst & Gemüse (regional und saisonal), Vollkorn und Hülsenfrüchte
  4. Reduziere Fleisch auf max 500 g pro Woche und vermeide Wurst
  5. Wenig Zucker 
  6. Wasser statt Limonade und Co. 
  7. Wenig Salz
  8. Sehr wenig Alkohol
  9. Nicht rauchen
  10. Babys stillen (mind. 6 Monate)
  11. Schonend Kochen und sanft grillen
  12. Vermeide sehr kalorienreiche Lebensmittel 

FAQ: Krebsrisiko und Ernährung

Haben Vegetarier ein geringeres Krebsrisiko?

Ob Vegetarier ein geringeres Krebsrisiko haben, lässt sich pauschal nicht sagen. Allerdings steht ihnen zu Gunsten, dass sie auf Fleisch verzichten und generell sich stärker mit ihrer Ernährung auseinandersetzen. Häufig setzen Vegetarier auf einen gesunden Lebensstil mit weniger Rauchen, Verzehr von Alkohol und mehr Bewegung. Das gilt natürlich nicht für alle Vegetarier. Außerdem können andere Faktoren trotzdem zur Bildung von Krebstumoren führen, z.B. die Genetik.

Häufig ist es aber so, dass Vegetarier weniger übergewichtig sind, was sich auch positiv auf ihr Krebsrisiko auswirkt.

Ist Verbranntes Essen krebserregend?

Generell gilt, dass du dein Essen schonend kochen, braten und Grillen solltest, um Verbrennungen zu vermeiden. Denn bei sehr hoher Hitze (über 150 Grad) entstehen in Fisch und Fleisch heterozyklische aromatische Amine. Diese sind begünstigend für die Entstehung von Darmkrebs.

Beim Grillen insbesondere solltest du darauf achten, dein Grillgut in eine Edelstahl-Grillschale zu legen. Die Kombination aus unvollständig verbrannter Kohle und Holz  führt zur Bildung von PAK (polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe), von denen einige krebserregend wirken können.

Auch dein Toast oder Bratkartoffel sollten nicht schwarz werden. Pass auch auf, dass du deine Pommes nicht zu stark frittierst. Hintergrund ist, dass sich bei stärkehaltigen Lebensmittel bei über 120 Grad Acrylamid bilden kann, welches als potenziell krebserregend gilt.

Sind verschimmelte Lebensmittel krebserregend?

Wenn beispielsweise dein Brot Schimmelstellen aufweist, dann solltest du es komplett entsorgen. Die Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) verteilen sich im Brot und befallen es komplett. Zudem sind sie nachgewiesener Weise krebserregend. Um Schimmel zu vermeiden, lager deine Lebensmittel nicht zu warm. Falls du es länger aufbewahren möchtest, dann friere es ein.

Kann man durch Ernährung Krebs vorbeugen?

Viele Wissenschaftler:innen sind dieser Frage bereits nachgegangen und konnten feststellen, dass unsere Ernährung in Zusammenhang mit unserem Lebensstil einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Durch gesunde Ernährung, die Vermeidung von krebs steigernden Lebensmitteln sowie ausreichend Bewegung lassen sich viele Krebsarten vorbeugen.

Interessierst du dich näher zu dem Thema Krebs und dein individuelles Krebsrisiko? Dann mache den Test und finde dein persönliches Krebsrisiko heraus!

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