Krebsstatistik und Krebsrisiko: Aktuelle Zahlen

Die Zahl der Krebsneuerkrankungen steigt jährlich an. Die Frage ist, ob das Krebsrisiko der Menschen ebenso immer ansteigt. Kann Krebs durch eine gesunde Ernährungsweise vorgebeugt werden? Ist es möglich, das Krebsrisiko zu senken? Viele Krebspatienten erleben einen Schock bei der ersten Diagnose. Was ist bei einer Vorsorge und Therapie zu beachten? Alles rund um das Thema Krebsstatistik und Krebsrisiko findest du in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

  1. Krebsstatistik: Aktuelle Zahlen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
  2. Krebs – Verbreitung und Risiko
  3. Häufige Krebsarten
  4. Krebserkrankungen bei Männern
  5. Krebserkrankungen bei Frauen
  6. Krebserkrankungen bei jungen Menschen
  7. Das Krebsrisiko lässt sich beeinflussen
  8. Krebsstatistik gibt Anlass zur Hoffnung

Krebsstatistik: Aktuelle Zahlen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Das Robert Koch-Institut hat Ende des Jahres 2021 eine Krebsstatistik für die Jahre 2017 und 2018 vorgelegt. Den Daten zufolge sind im Jahr 2018 in Deutschland etwa 498.000 Menschen neu an Krebs erkrankt. In der Schweiz waren es im selben Jahr 44.751 neue Krebspatient:innen und in Österreich etwa 48.000. Diese Zahlen weisen insgesamt auf einen Anstieg der Krebsneuerkrankungen hin, dies liegt jedoch nicht an einem grundsätzlich höheren Krebsrisiko. Es gibt mehr Neuerkrankungen, weil die Lebenserwartung steigt. Je höher das Alter, desto höher ist auch das Krebsrisiko. Wird diese Tatsache bei den Berechnungen berücksichtigt, sinkt die Rate der Neuerkrankungen sogar.

Krebs – Verbreitung und Risiko

Die Verbreitung und das Krebsrisiko unterscheiden sich in verschiedenen Hinsichten: Männer und Frauen erkranken teilweise an unterschiedlichen Krebsarten. Ebenso kann sich die Verteilung bei Menschen verschiedenen Alters unterscheiden.

Auch die Region, in der du lebst, spielt beim Krebsrisiko eine Rolle:

  • Das Brustkrebsrisiko ist in den neuen Bundesländern 20 bis 30 Prozent niedriger als in den alten. Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren hier einen Einfluss haben: In den neuen Bundesländern sind Frauen oft jünger Mutter geworden und haben ihre Kinder länger gestillt als in den alten. Auch haben sie insgesamt weniger Hormone genommen. Lungenkrebs ist in den Städten deutlich weiter verbreitet als auf dem Land, was Ärzt:innen vor allem dem urbanen Lebensstil und den Abgasen zuschreiben. 
  • Schilddrüsenkrebs ist in Gegenden an der Nord- und Ostsee deutlich seltener als in den südlichen Bundesländern, was wahrscheinlich mit der besseren Jodversorgung zusammenhängt.
  • Insgesamt sinkt das Risiko für Magenkrebs, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, in den neuen Bundesländern (vor allem in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen) höher als in den alten Bundesländern. Es könnte ein Zusammenhang mit dem Antibiotikum bestehen, das in den alten Bundesländern bereits früher gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori eingesetzt worden ist.

Das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, ist hingegen in ganz Deutschland seit den 1970er-Jahren um das Vierfache angestiegen.

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Häufige Krebsarten

Die häufigsten Krebsarten unterscheiden sich bei Männern und Frauen, doch verschiedene Arten der Krankheit sind geschlechtsunabhängig recht häufig, etwa

  • Lungenkrebs (21.900 Frauen und 35.300 Männer)
  • Darmkrebs (33.920 Männer und 26.710 Frauen)
  • Hautkrebs
  • das Non-Hodgkin-Lymphom (eine Krebserkrankung des Lymphsystems)
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs (19.000 Menschen)

Zu den tödlichsten dieser Krebsarten zählen Lungenkrebs und Darmkrebs.

Mehr Informationen zu den 10 schlimmsten Krebsarten liest du in diesem Artikel.

krebsrisiko

Krebserkrankungen bei Männern

Insgesamt haben Männer ein um rund 23 Prozent höheres Krebsrisiko als Frauen. Woran das liegt, ist nicht abschließend geklärt – es kann sein, dass viele verschiedene Faktoren hier eine Rolle spielen. Der bei Männern am häufigsten auftretende Krebs ist der Prostatakrebs: Sie machen laut den Daten des Krebsregisters 24,6 Prozent aller Krebserkrankungen bei Männern aus. Lungenkrebs liegt mit 13,3 Prozent deutlich dahinter auf Platz zwei, Darmkrebs mit 12,8 Prozent auf Platz drei.

Die Häufigkeit der Erkrankungen sagt allerdings noch nichts über die Gefährlichkeit aus: Allein 2020 sind in Deutschland 27.732 Männer an Lungenkrebs gestorben. Bei Prostatakrebs, der so viel häufiger auftritt, waren es nur 15.403 Erkrankte.

Krebserkrankungen bei Frauen

Bei Frauen ist das Krebsrisiko für Brustkrebs am höchsten: Laut den Krebsregisterdaten macht diese Art von Erkrankungen ganze 30 Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen aus. Auf Platz zwei folgt Darmkrebs mit 11,5 Prozent und auf Platz drei Lungenkrebs mit 9,4 Prozent. Das Risiko für letztere Krebsart hat aber bei Frauen in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Ärzt:innen führen das auf die Tatsache zurück, dass viele Frauen in den 1980er Jahren zu rauchen begonnen haben. Mit dem Alter steigt das Risiko für Lungenkrebs an.

Aktuell ist Brustkrebs bei Frauen, die an Krebs erkranken, die häufigste Todesursache: 18.425 Frauen sind 2020 daran gestorben. Lungenkrebs liegt allerdings mit 17.054 Todesfällen nur relativ knapp dahinter.

Info: Manche Ärzt:innen gehen davon aus, dass der Lungenkrebs den Brustkrebs als häufigste Krebstodesursache bei Frauen ablösen wird.

Krebserkrankungen bei jungen Menschen

Das Krebsrisiko steigt, je älter der Mensch ist. Allerdings können auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erkranken. Die Krebsstatistik zeigt, dass das Risiko dafür geringer ist, aber es ist nicht bei null: Jährlich treten Krebserkrankungen auf bei

  • ca. 2200 Kindern und Jugendlichen in Deutschland
  • ca. 300 Kindern und Jugendlichen in Österreich
  • ca. 350 Kindern und Jugendlichen in der Schweiz

Die Zahl steigt im jungen Erwachsenenalter weiter an: Die Zahl der Neuerkrankungen bei 18- bis 39-Jährigen liegt jährlich in Deutschland bei etwa 16.500.

Anders als bei Älteren werden die meisten Krebserkrankungen bei Kindern nicht durch Umwelteinflüsse oder den Lebensstil begünstigt. Entsprechend leiden die meisten von ihnen an

  • Leukämie
  • Tumoren in Rückenmark oder Gehirn
  • Krebserkrankungen des Lymphsystems

Kinder und Jugendliche, bei denen Krebs diagnostiziert wird, haben allerdings insgesamt eine höhere Überlebenschance als Erwachsene im fortgeschrittenen Alter: Sie liegt bei über 80 Prozent.

In Deutschland gibt es inzwischen die „Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs“. Sie richtet sich an Betroffene, bei denen teils völlig andere Fragen im Vordergrund stehen als bei älteren Menschen, die an Krebs erkranken. Beispielsweise muss oft geklärt werden, ob noch ein Kinderwunsch besteht. Ist dem so, müssen die behandelnden Ärzt:innen eventuell eine andere Chemotherapie auswählen als zunächst geplant, oder sie müssen Spermien bzw. Eizellen der Patient:innen einfrieren.

Zudem gibt es verschiedene Selbsthilfegruppen, die sich an junge Erwachsene mit Krebs richten: Hier können Betroffene sich austauschen. Es ist auch in jungen Jahren beängstigend, eine Krankheit zu bekommen, die zum Tod führen kann. Hinzu kommt aber auch das Bedürfnis, sich mit anderen über neue Abhängigkeiten zu unterhalten: Viele junge Erwachsene sind wieder auf ihre Eltern angewiesen oder müssen ihre Ausbildung oder ihr Studium unterbrechen.

Vor der finanziellen Abhängigkeit schützt beispielsweise die Krebsversicherung von Getsurance.

Das Krebsrisiko lässt sich beeinflussen

In manchen Familien gibt es ein erhöhtes Krebsrisiko. Aufgrund der vererbbaren Risikomutationen im Erbgut ist hier eine engmaschige ärztliche Überwachung angezeigt, damit im Ernstfall die Therapie so schnell wie möglich beginnen kann. Es gibt allerdings auch verschiedene andere Risikofaktoren, die sich durch den Lebensstil vermeiden oder zumindest verringern lassen.

Rauchen ist Krebsauslöser Nummer 1

Über 50 verschiedene Giftstoffe stecken in nur einer Zigarette. Ärzt:innen gehen heute davon aus, dass annähernd ein Drittel aller Krebserkrankungen auf Tabak zurückzuführen sind – bei aktiven Raucher:innen, aber auch bei Passivraucher:innen.

Info: Lungenkrebs ist die vierthäufigste Todesursache überhaupt in Deutschland und rund 85 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen sind auf das Rauchen zurückzuführen!

Übergewicht begünstigt zahlreiche Krebsarten

Wer stark übergewichtig ist, neigt zu kleineren Entzündungen im Körper, die ihrerseits das Krebsrisiko erhöhen. Insgesamt sind es 13 verschiedene Arten von Krebs, die stark übergewichtige Menschen häufiger bekommen als solche mit Normalgewicht. Ob du als übergewichtig eingestuft wird, kannst du du mit dem BMI berechnen

Zur Reduktion von Übergewicht eignet sich eine gesunde und ausgewogene Ernährung in Verbindung mit genügend Bewegung. Wenig oder gar kein verarbeitetes oder rotes Fleisch, wenig Fett und wenig Zucker sind ein guter Anfang. Ein Speiseplan voller Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Obst sorgt für besseres Wohlbefinden und purzelnde Pfunde. Auch die Darmgesundheit profitiert davon – das bedeutet, dass das Risiko für Darmkrebs sinkt.

Alkohol reduzieren und Verdauungsapparat schützen

Alkohol ist ein Nervengift und begünstigt zehn verschiedene Krebsarten, die das Verdauungssystem von der Mundhöhle bis zum Enddarm betreffen können. Wer den Alkoholkonsum aufgibt oder stark reduziert, tut seinem Körper etwas Gutes. Zudem enthält Alkohol viele Kalorien und macht Hunger auf fettiges, salziges Essen – und das wiederum kann zu Übergewicht führen, was seinerseits ein höheres Krebsrisiko mit sich bringt.

Schutz vor der Sonne

Wegen der stärker gewordenen UV-Strahlung ist laut Krebsstatistik das Risiko für Hautkrebs deutlich angestiegen. Wer seine Haut schützen möchte, sollte nur mit einem Sonnenschutz in die Sonne gehen und die heißesten Stunden am Tag besser im Schatten verbringen. Der Besuch eines Solariums ist grundsätzlich nicht empfehlenswert.

Umweltgifte identifizieren und meiden

Es gibt verschiedene Berufe, in denen die Mitarbeiter:innen mit gefährlichen Stoffen umgehen müssen. Die Aufgabe des Arbeitsschutzes obliegt hier den Arbeitgeber:innen. Wer sich gern als Heimwerker:in betätigt, muss allerdings selbst auf genügenden Schutz achten.

Bei Frauen ist ein zusätzliches Risiko die hormonelle Empfängnisverhütung. Hier gilt es, eine Risikoabwägung mit dem Arzt oder der Ärztin zu treffen und die empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Vorsorge kann Leben retten

Es gibt inzwischen Impfungen gegen humane Papillomviren, die Gebärmutterkrebs auslösen können. Auch die Impfung gegen Hepatitis B eignet sich zur Vorbeugung, in diesem Fall gegen Leberkrebs. Wer diese Impfungen nutzt und sich zudem im Rahmen des Krebsvorsorgeprogramms regelmäßig untersuchen lässt, kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, signifikant senken. Meist werden Erkrankungen so auch früh genug entdeckt, um sie erfolgreich therapieren zu können.

Krebsstatistik gibt Anlass zur Hoffnung

Auch wenn die Zahl der Krebsneuerkrankungen pro Jahr ansteigt, ist die Krankheit inzwischen sehr gut therapierbar – die Überlebensraten steigen ebenfalls. Mit einer Anpassung des Lebensstils, einer bewussteren Ernährung und einem Verzicht auf Giftstoffe kann jede:r das persönliche Krebsrisiko senken. In verschiedenen Lebensabschnitten sind es jeweils unterschiedliche Dinge, die bei der Vorsorge und der Therapie bedacht werden müssen – von der weiteren Lebensplanung bis hin zur finanziellen Versorgung. Bei letzterer kann die Krebsversicherung Abhilfe schaffen – sie springt im Falle einer Erkrankung ein.


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