Stress: Symptome rechtzeitig erkennen und handeln

Stresssymptome sind vielfältig und müssen nicht per se schlecht sein. Sie können dich in bestimmten Situationen zu Höchstleistungen bringen oder dafür sorgen, dass du in einer gefährlichen Situation rasch reagierst. Langanhaltender Stress hingegen macht krank. Daher ist Vorbeugung in diesem Falle Selbstschutz. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Stress?
  2. Symptome: So reagiert der Körper auf Stress
  3. Zusammenhang zwischen Stress und Krankheiten
  4. Stress am Arbeitsplatz und seine Folgen
  5. Wo hört „normaler“ Stress auf und wo fängt ein Burnout an?
  6. Stressbewältigung, Stressvermeidung und Stressprävention

Was ist Stress?

Was Stress ist, lässt sich biologisch gut nachvollziehen: Gerätst du in eine stressige Situation, aktiviert dein Körper den Sympathikus, der zum vegetativen Nervensystem gehört. Diesen Vorgang kannst du nicht steuern, er passiert automatisch. Der Sympathikus regt die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin an – das sind die Stresshormone. Deine Adern und deine Bronchien weiten sich, deine Herzfrequenz steigt an und dein Atem wird schneller. Physisch bist du auf eine schnelle Reaktion vorbereitet.

Es gibt positiven und negativen Stress: 

  • Freust du dich sehr auf etwas – eine Feier, ein Baby, einen neuen Job, einen besonderen Tag –, fühlt sich der Stress positiv an. Du bist voller Elan und bereit, alles in vollen Zügen zu genießen. Man spricht hier vom Eustress.
  • Sorgen, Ängste, Belastungen und Konfliktsituationen hingegen rufen negativen Stress hervor – den Distress

Mögliche Stressfaktoren

Menschen sind von sehr unterschiedlichen Situationen gestresst. Mögliche Stressfaktoren sind unter anderem:

  • Streit
  • Mobbing
  • finanzielle Sorgen
  • Schmerzen
  • Einsamkeit
  • Erkrankungen
  • Verlust durch Tod oder Trennung
  • Arbeitslosigkeit
  • (höhere) Gewalt
  • Hitze, Kälte, Lärm und grelles Licht
  • Grundbedürfnisse (nach Schlaf, Essen, Trinken)

Manche dieser Faktoren sind für einige Menschen weniger schlimm als für andere, daher lösen nicht alle von ihnen bei jedem Menschen Stress aus.

Stress messen – das geht!

Es gibt verschiedene Arten, wie Ärzt:innen den Stresslevel messen können: Schließlich sorgen die Stresshormone für Veränderungen im Körper. Wichtige Anhaltspunkte sind etwa:

  • die Herzratenvariabilität
  • der Hautwiderstand
  • der Cortisolspiegel

Grundsätzlich werden Ärzt:innen dich aber auch immer nach Stresssymptomen fragen oder dir einen Fragebogen vorlegen, bei dem du auswählst, was auf dich zutrifft. So entsteht ein vollständiges Bild für die Behandlung.

Symptome: So reagiert der Körper auf Stress

Die Ausschüttung der Stresshormone setzt deinen Körper und deinen Geist in Alarmbereitschaft: Muskeln, Organe und Hirn sind auf eine rasche Reaktion eingestellt. Klassische frühe Stresssymptome sind:

  • eine rasche Atmung
  • ein erhöhter Herzschlag
  • gespannte Aufmerksamkeit

Stress schlägt auf den Magen, heißt es oft. Die Auswirkungen sind allerdings bei Männern und Frauen unterschiedlich: Während Frauen dazu neigen, sich der neuen Situation anzupassen, überwiegt bei Männern die Entscheidung zwischen Aggression oder Flucht.

Diese Stresshormone gibt es

Die wichtigsten Stresshormone sind Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Die ersten beiden sorgen, wie oben beschrieben, für eine schnelle Reaktion, während Cortisol Zucker als schnelle Energiequelle bereitstellt. Cortisol wirkt langsamer und langanhaltender als Adrenalin und Noradrenalin.

Zusammenhang zwischen Stress und Krankheiten

Dauerstress kann zu verschiedenen Krankheiten führen: Sie können wie Burnout oder Depression psychischer Natur sein, aber auch konkret physisch wie Bluthochdruck. Dauerhafte Stresssymptome begünstigen zudem die Entstehung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen.

Umgekehrt kann allerdings auch Stress entstehen, wenn du von einer schweren Erkrankung erfährst: Das Wissen wirkt bedrückend und die Sorge kann dazu führen, dass du um genau dieses Thema kreist, was wiederum Stress-Symptome hervorrufen kann. Stress und Erkrankungen können sich also gegenseitig bedingen.

Zwischenfazit: Risiken und Nutzen von Stress

Insgesamt ist Stress eine sinnvolle Einrichtung, die den Körper kurzfristig zu Höchstleistungen befähigt. Allerdings sollte er nur in vorübergehenden Situationen wirken, da chronischer Stress zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führt und krank macht.

Stress am Arbeitsplatz und seine Folgen

Der Arbeitsplatz ist ein Ort, an dem zahlreiche Stressfaktoren aufeinandertreffen können. Sie können auch viel Raum im Leben einnehmen, da wir einen großen Teil der Wochentage mit der Arbeit verbringen. Mögliche Stressoren auf der Arbeit sind etwa:

  • Konflikte mit Vorgesetzten und/oder Kolleg:innen
  • Mobbing
  • ein zu hohes Arbeitsaufkommen
  • wenig Einfluss auf die Gestaltung und Organisation der Arbeit
  • fehlende Hilfe bzw. Unterstützung von Kolleg:innen oder Vorgesetzten
  • fachliche Über- oder Unterforderung
  • Berufserkrankungen (bzw. Beeinträchtigungen, die durch den Job zustande kommen)

Ein weiterer Stressfaktor kommt hinzu, der die Arbeit ins Privatleben hinüber trägt: Wer Sorgen auf der Arbeit hat, nimmt sie häufig mit nach Hause. Das Abschalten fällt schwer, und oft kommt es dadurch auch noch zu Stress im privaten Umfeld.

Wer Stress bei der Arbeit hat, geht ungern hin. Die Notwendigkeit, zur Arbeit gehen zu müssen, kann sich zu einer unlösbaren Aufgabe auswachsen – und damit erfolgt der Übergang vom Stress zum Burnout und/oder zur Depression.

Tipp: Wenn du etwas nur mit den sprichwörtlichen Bauchschmerzen erledigen kannst, solltest du die Situation hinterfragen, analysieren und nach Möglichkeit ändern!

Diese Grafik zeigt dir, welche Gründe Arbeitnehmer:innen mit Stress am Arbeitsplatz verbinden.

Wo hört „normaler“ Stress auf und wo fängt ein Burnout an?

Während du bei normalem Stress, der nur hin und wieder auftritt, schnell und effizient arbeiten kannst, ist das bei chronischem Stress bereits nicht mehr der Fall. Es passieren immer wieder Fehler, über die du dich ärgerst, und der Elan weicht der Unlust. Es wird immer anstrengender, deine Aufgaben zu erledigen, und wo du vor kurzem noch mehr geschafft hast, als du musstest, schaffst du jetzt kaum mehr dein Pensum. Das ist der Beginn des Burnouts – und dieser kann dein komplettes Leben auf den Kopf stellen, denn wenn du nichts tust, wirst du psychisch krank und arbeitsunfähig.

Das wiederum ist ein weiterer Stressfaktor: Wer Angst hat, seinen Job nicht mehr ausüben zu können, und sich darum Gedanken macht, wie er das Leben bezahlen soll, gerät erneut unter Stress. Zusätzlich zu den anderen Belastungen kann dies extrem bedrückend wirken. Allerdings sind finanzielle Sorgen solche, die du abstellen kannst: Es gibt Arbeitsausfallversicherungen, die einspringen, wenn du längere Zeit krankgeschrieben sein solltest. So musst du dir zumindest um diesen Teil des Problems keine Gedanken mehr machen und kannst dich voll auf deine Genesung konzentrieren.

Stressbewältigung, Stressvermeidung und Stressprävention

Es gibt Menschen, die im Allgemeinen mit der Stressbewältigung leichter umgehen können als andere. Sie nehmen viele Sachen weniger schwer, passen sich müheloser an neue Situationen an und gehen aus schwierigen Lebenssituationen oft ohne größere Schäden hervor. Man sagt, diese Menschen seien resilient.

Resilienz

Als Resilienz wird eine psychische Widerstandskraft bezeichnet, die es Menschen erlaubt, mit belastenden Situationen gut umzugehen und keine starken Beeinträchtigungen dadurch zu erfahren. Dabei ist es nicht so, dass die Situationen unterschätzt werden – allerdings werden sie akzeptiert, optimistisch betrachtet und durch Anpassungsfähigkeit und Überlegung gemeistert.

Strategien zur Stressbewältigung

In akuten stressigen Situationen funktionierst du oft erst einmal gut. Es ist aber hilfreich, wenn du dir direkt danach einen Ausgleich suchst. Vielleicht ist es verlockend, nach einem Tag mit hektischen Meetings und Überstunden nur auf dem Sofa zu sitzen und einen Film zu schauen. Hilfreicher sind aber

  • Sport
  • Spaziergang
  • Treffen mit Freunden

Physische Anstrengung ist gut zur Stressbewältigung geeignet, ebenso wie geistige Ablenkung in angenehmer Gesellschaft.

Stressvermeidung und Stressprävention

Möchtest du Stress vermeiden und vorbeugen, ist vor allem Zeitmanagement wichtig:

  • Finde die größten Stressoren und ändere sie nach Möglichkeit.
  • Plane feste Pausen in deinen Alltag ein.
  • Mache Entspannungsübungen, wenn du Stresssymptome bei dir feststellst.
  • Lerne, Nein zu sagen, wenn du keine Kapazitäten hast.

Was zunächst unmöglich erscheint, kann dir tatsächlich auf Dauer den Alltag deutlich vereinfachen.

Häufige Fragen zu Stresssymptomen

Symptome: Was sind Warnsignale des Körpers bei Stress?

Warnsignale des Körpers können bei lang anhaltendem Stress sehr unterschiedlich aussehen: Manche Menschen leiden an Kopfschmerzen, an Schlaf– oder Konzentrationsstörungen oder bekommen Probleme mit dem Magen oder Durchfall. Auch Vergesslichkeit und Reizbarkeit sind mögliche Symptome, ebenso wie sexuelle Funktionsstörungen. Häufig treten als Stressreaktionen auch Muskelverspannungen sowie Schwindel auf.

Was passiert, wenn man Stress ignoriert?

Hält der Dauerstress an, kann er ernsthafte Erkrankungen nach sich ziehen, etwa Depressionen und Burnout. Allerdings kann die andauernde Ausschüttung von Stresshormonen auch das Herz und den Kreislauf angreifen: Ein erhöhter Blutdruck ist eine der möglichen Folgen. Auch ein bleibender Tinnitus und Migräne können auftreten.

Was hilft am besten gegen Stress?

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen gegen Stress. Einige von ihnen sind konkret physischer Natur, wie etwa Atemübungen oder Übungen zur Muskelentspannung. Auch das Integrieren von Sport in den Alltag empfinden viele Menschen als entspannend. Oft rührt Stress aber daher, dass der alltägliche Druck zu groß ist. Wichtig ist daher auch ein gutes Zeitmanagement: Du solltest überlegen, welche Aufgaben am meisten Zeit kosten und/oder am wenigsten bringen und wie es möglich ist, dich anders zu organisieren.

Wann wird Stress gefährlich?

Kurzfristiger Stress ist im Normalfall nicht gefährlich: Die Stresshormone sorgen für gesteigerte Aufmerksamkeit und versetzen den Körper in Alarmbereitschaft. Du bist emotional involviert und kannst oft vorübergehend mehr Leistung erbringen. Schwierig wird es, wenn die Stressreaktion nach der akuten Phase nicht abklingt, weil immer etwas Neues passiert, was die Hormonausschüttung anregt. Körper und Geist können sich dann nicht mehr erholen und es kann zu physischen und psychischen Erkrankungen kommen.

Wie beginnt ein Burnout?

Wenn du oft an Stress leidest, oft unkonzentriert bist und häufig Fehler machst, kann das ein Anzeichen sein, dass du langsam in Richtung Burnout gleitest. Während der Stress am Anfang noch zu hoher Produktivität und Elan führt, nimmt die Leistungsfähigkeit immer mehr ab, bis schließlich selbst das Nötigste extrem viel Kraft kostet. Gleichzeitig wirst du immer gleichgültiger den Aufgaben gegenüber – wo du früher vielleicht für ein Thema gebrannt hast, fühlst du dich nun ausgebrannt. Es ist höchste Zeit, etwas zu ändern, denn der Burnout kann direkt in die Depression führen.

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