Berufskrankheit – Alles Wichtige auf einen Blick

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Berufskrankheit – Alles Wichtige auf einen Blick
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Zeichnet sich dein Beruf durch spezielle Arbeitsvorgänge oder den Umgang mit bestimmten Arbeits­stoffen aus, die deine Gesundheit gefährden können? Bist du zum Beispiel Chemielabor-Assistent und hast seit Kurzem eine schlimme Hauterkrankung? Hierbei handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine sogenannte Berufs­krankheit. Wann eine Krankheit als Berufs­krankheit gilt, wie sie anerkannt wird und welche Entschädigungen dir im Fall einer Berufs­krankheit zustehen, erfährst du in diesem Beitrag.

Das musst du wissen:
  • Eine Erkrankung, die durch eine besondere Belastung in deinem Beruf verursacht wird, nennt sich Berufskrankheit. Ursachen können Lärm, das Tragen von schweren Lasten oder auch der Umgang mit giftigen Chemikalien sein.
  • Eine Berufskrankheit muss je nach Berufsbranche von den zuständigen Versiche­rungsträgern (Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse) als solche anerkannt werden und ist genau definiert.
  • Wird eine Krankheit als Berufs­krankheit anerkannt, trägt nicht die Krankenkasse, sondern der zuständige Unfallversiche­rungsträger alle Kosten.

Was ist eine Berufskrankheit?

In Deutschland gab es 2014 laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) 16.969 Fälle von anerkannter Berufskrankheit und 75.102 Anzeigen auf Verdacht einer Berufs­krankheit. Doch wie ist die genaue Berufskrankheit-Definition und was unterscheidet sie von der Berufs­unfähigkeit oder von einem Arbeitsunfall? Von einer Berufskrankheit (BK) spricht man dann, wenn die Entstehung der Erkrankung durch eine besondere Belastung im Beruf bzw. am Arbeitsplatz nachweisbar verursacht wurde. Die Erkrankung kann temporär sein oder im schlimmsten Fall auch dazu führen, dass du gar nicht mehr arbeiten kannst. Die Berufskrankheiten sind durch die sogenannte Berufs­krankheiten-Verordnung (BKV) genau definiert.

Unterschied zur Berufsunfähigkeit

Berufs­unfähigkeit hingegen kann durch vielfältige Gründe ausgelöst werden: Psychische oder körperliche Krankheiten oder Unfälle. Als Folge davon kannst du deinen bisherigen Beruf dann nicht mehr dauerhaft ausüben. Hauptursachen für Berufs­unfähigkeit sind psychische Krankheiten sowie Erkran­kungen des Skelett- und Bewegungs­apparates. Typische Berufs­krankheiten sind dagegen Hauterkrankungen und Lärmschwer­hörigkeit. Diese Krankheiten haben ihren Ursprung in der Ausübung einer bestimmten beruflichen Tätigkeit. Sei es der Umgang mit bestimmten Chemikalien oder die Arbeit auf dem Bau bei enormer Lautstärke (mehr dazu weiter unten). In jedem Einzelfall müssen bei Verdacht auf eine Berufs­krankheit die Ursache und der Bezug zum Beruf eindeutig nachgewiesen werden, um Entschädigungszahlungen von der gesetzlichen Unfallversicherung zu erhalten.

Einen weiteren wichtigen Unterschied zwischen Berufskrankheit und Berufs­unfähigkeit gibt es bei den Versicherungsträgern, die alle notwendigen Kosten übernehmen. Bei einer Berufskrankheit zahlt die zuständige Berufsgenossenschaft bzw. Unfallkasse eine Entschädigung und übernimmt medizinische Behandlungs­kosten. Nach erfolgreicher Behandlung der Berufskrankheit könntest du dann theoretisch auch wieder arbeiten. Bei Berufs­unfähigkeit wirst du finanziell nur dann unterstützt, wenn du eine private Berufsunfähigkeits­versicherung (BU) abgeschlossen hast, die dir eine monatliche Rente auszahlt, wenn du deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Der Staat zahlt dir mit der Erwerbsminderungsrente nämlich nur dann etwas, wenn du in gar keinem Beruf mehr arbeiten kannst, sprich erwerbsunfähig bist.

Da die Berufsgenossenschaften nur die Kosten bei einer Berufskrankheit übernehmen, solltest du dich zusätzlich mit einer privaten BU absichern. Das kannst du unter anderem mit der Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job, die du komplett online in nur wenigen Minuten abschließen kannst. Mit den 3 verschiedenen Leistungspaketen finden auch Menschen mit risikoreichen Berufen einen passenden Schutz.

Unterschied zu Arbeitsunfällen

Berufskrankheiten müssen auch von den Arbeits- und Wegeunfällen abgegrenzt werden. Zwar musst du auch einen Arbeitsunfall melden damit die gesetzlichen Unfallversicherungen die Kosten übernehmen, er unterscheidet sich aber klar von einer Berufskrankheit. Ein Arbeitsunfall kann dir plötzlich beim Nachgehen deiner Arbeit passieren oder auf dem Weg zur oder von deiner Arbeit. Zum Beispiel wenn du während deiner Arbeit stürzt, dich beim Umgang mit Arbeitsmaschinen verletzt oder auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fuß umknickst. Es ist daher ziemlich eindeutig, wann es sich um einen Unfall handelt. Berufskrankheiten hingegen entstehen meist in einem langjährigen Prozess, in dem auch andere Einfluss­faktoren auf deine Gesundheit wirken können. Daher ist es umso schwerer, deine Erkrankung nach einem langem Zeitraum, vielleicht sogar Jahrzehnten, als eine Berufskrankheit festzumachen.

 

Welche anerkannten Berufskrankheiten gibt es?

Berufskrankheiten werden innerhalb der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) genau definiert. Es gibt unterschiedliche Arten von anerkannten Berufskrankheiten, die in der Berufskrankheitenliste (BK-Liste) stehen. Zurzeit gibt es 77 anerkannte Berufskrankheiten (Stand: Dezember 2016). Ist deine Krankheit zwar berufsbedingt, aber nicht in dieser Liste zu finden, wird sie im Normalfall nicht als Berufskrankheit anerkannt. Die gesamte BK-Liste mit allen anerkannten Berufskrankheiten findest du auf der Webseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Die Berufskrankheiten werden innerhalb der BK-Liste anhand unterschiedlicher Ursachen unterschieden.

  • Krankheiten durch chemische Einwirkungen, z.B. eine Vergiftung durch Quecksilber
  • Krankheiten durch physikalische Einwirkungen, z.B. eine Verletzung der Lendenwirbelsäule durch schweres Tragen
  • Krankheiten durch Infektionserreger oder Parasiten sowie Tropen­krankheiten, z.B. wenn ein Laborant an Infektionskrankheiten forscht und sich infiziert
  • Erkrankungen der Atemwege und der Lungen, des Rippenfells und Bauchfells, z.B. eine durch Asbest verursachte Erkrankung der Lunge (Asbestose oder Krebs)
  • Hautkrankheiten, z.B. durch zu viel Sonne verursachter Hautkrebs
  • Neue Berufskrankheiten; diese sind erst seit Kurzem in der BK-Liste. Ihre Ursachen sind meistens erst seit kurzer Zeit medizinisch nachweisbar. Zum Beispiel die Schleimhautveränderung durch einen chemischen Stoff, mit dem in bestimmten Industrien (z.B. Aluminiumherstellung) gearbeitet wird.
Beachte: Psychische Erkrankungen, wie Burnout oder Depressionen (Ursache Nr. 1 für Berufs­unfähigkeit), gehören nicht zu den Berufskrankheiten. Ihnen lässt sich am besten mit regelmäßiger Entspannung vorbeugen, beispielsweise durch Powernapping.

Die häufigsten Berufskrankheiten

Die häufigste Berufskrankheit ist laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit 24.438 Verdachtsanzeigen im Jahr 2014 die Hauterkrankung. Als Verdachtsanzeigen werden alle Meldungen einer möglichen Berufskrankheit bei den Unfallversi­cherungsträgern gezählt. Davon wurden jedoch nur 571 Verdachtsanzeigen auch anerkannt. Das liegt oft daran, dass der Nachweis der meisten Krankheiten nach einer langen Zeit oder sogar Jahren sehr schwer ist. So gibt es zwar viele Verdachtsanzeigen, aber wenig Anerkennungen. In der Berufskrankheiten-Statistik der BAuA folgt an zweiter Stelle Lärmschwer­hörigkeit (12.153) und an dritter Stelle Lendenwirbel­säulenerkrankungen (5.410), die durch schweres Heben und Tragen verursacht wurden. Auch Lungen­erkrankungen durch Asbest treten häufig als Berufskrankheit auf. Bei der Asbestose (Staublungenkrankheit) fällt auf, dass viele Verdachts­anzeigen auch anerkannt werden. Hier ist die Schere zwischen Verdachtsanzeigen und Anerkennung nicht so groß, wie z.B. bei den Haut­erkrankungen. Das liegt an neuen medizinischen Möglichkeiten, diese Staublungenkrankheit anhand von hochauflösenden Darstellungsverfahren auch nach Jahren noch nachweisen zu können.

Verdachtsanzeigen und Anerkennungen von Berufskrankheiten
die häufigsten Berufskrankheiten
*Arbeitswelt im Wandel, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Ausgabe 2016

Ob eine Krankheit in die BK-Liste aufgenommen wird, hängt zum Teil von medizinischen Erkenntnissen ab, aber auch von politischen und wirtschaftlichen Interessen. Durch die Aufnahme von Berufskrankheiten werden z.B. die Krankenkassen entlastet und die Behandlungs­kosten aus einem anderen Topf gezahlt.

Diese Berufsgruppen sind besonders gefährdet

Die häufigsten Berufskrankheiten lassen erahnen, dass es bestimmte Berufs­gruppen gibt, die besonders gefährdet sind. Die Hauterkrankung Hautkrebs tritt z.B. besonders häufig bei Berufen auf, die sich durch die Arbeit im Freien auszeichnen. Bist du zum Beispiel Bademeister oder Bauarbeiter, dann arbeitest du meist den ganzen Tag in der prallen Sonne und bist den schädlichen UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt. Hier bist du anfälliger für berufsbedingten Hautkrebs. Auch Lärmschwer­hörigkeit und Lendenwirbelsäulenerkrankungen treten besonders häufig bei Bauarbeitern auf. Sie sind einem enormen Arbeitslärm ausgesetzt und müssen zudem schwere körperliche Arbeiten ausführen. Neben Bauarbeitern ist die Lärmschwerhörigkeit grundsätzlich bei den Berufsgruppen verbreitet, die besonders lauten Umgebungen ausgesetzt sind, z.B. bei Mitarbeitern auf Flughäfen oder Barkeepern.

“Wie-Berufskrankheiten”

Es gibt auch Einzelfälle, bei denen Krankheiten wie Berufskrankheiten anerkannt werden, auch wenn sie nicht in der “Anerkannte-Berufskrankheiten-Liste” sind. Diese werden “Wie-Berufs­krankheiten” oder “Quasi-Berufskrankheiten” genannt. Hier wird die neue wissenschaftliche Einstufung bzw. ärztliche Einschätzung schwerer gewichtet, als der fehlende Eintrag in die BK-Liste bzw. als die Gesetzgebung. Natürlich gilt auch hier die Voraussetzung, dass du als betroffene Person besonderen gesundheitsschädlichen Einwirkungen durch deine Arbeit ausgesetzt gewesen sein musst. Die Entscheidung im Einzelfall trifft der zuständige Unfallver­sicherungsträger. “Wie-Berufskrankheiten” sind zum Beispiel berufsbedingte Krankheiten, die durch neu entwickelte chemische Stoffe entstehen und noch nicht in der BK-Liste aufgenommen sind. Die Aufnahme einer Krankheit in die BK-Liste dauert meist sehr lange und kann sich über mehrere Monate hinziehen.

Auch wenn deine Krankheit nicht in der Berufskrankheiten-Liste steht, besteht die Möglichkeit, dass sie durch neue medizinische Erkenntnisse und den Nachweis der berufsbedingten Ursache als eine “Wie-Berufskrankheit” anerkannt wird.

Welche Leistungen erhältst du bei Anerkennung der Berufskrankheit?

Kurz und Knapp: Bei Anerkennung deiner Berufskrankheit stehen dir Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften und Unfallkassen) zu. Diese Leistungen sind wesentlich umfangreicher und besser als die der Krankenkassen. Zum Beispiel musst du bei einer Berufskrankheit keine Zuzahlungen leisten, wie es bei Krankenkassen in vielen Bereichen der Fall ist. Unter anderem bei einem stationären Aufenthalt im Kranken­haus (10€ pro Tag bis max. 28 Tage pro Jahr).

Die konkreten Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger sind bei einer Anerkennung deiner Berufskrankheit sehr vielfältig. Dir stehen sämtliche Erstattungen medizinischer und sozialer Maßnahmen zu. Hierzu zählen neben allen medizinischen Aufwendungen auch Umschulungen. Zusätzlich steht dir bis zu deinem eigentlichen Renteneintritt – je nachdem wie stark die Krankheit deine Arbeitskraft gemindert hat – eine Berufs­krankheits-Rente bzw. Verletzten­rente durch den Unfallversicherungsträger zu. Zusätzlich gibt es einige vorbeugende Leistungen. Diese vorbeugenden Leistungen müssen der potenziellen Gefahr, dass deine Berufskrankheit erneut entstehen könnte, entgegenwirken. Besteht die Gefahr trotzdem noch, kann dich der Versicherungsträger dazu auffordern, deinen bisherigen Job aufzugeben. Bei dieser Maßnahme wird dir eine Übergangsleistung gezahlt, um mögliche finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Detaillierte Informationen zu den jeweiligen Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherungen findest du auf der Webseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Wie läuft das Anerkennungsverfahren bei einer Berufskrankheit ab?

Zunächst meldet dein Arbeitgeber, dein Arzt, deine Krankenkasse oder die Bundesagentur für Arbeit deinen Verdachtsfall auf Berufskrankheit bei dem zuständigen Unfallversicherungs­träger. In Deutschland sind dein Arbeitgeber und deine behandelnden Ärzte gesetzlich sogar dazu verpflichtet, den Verdacht auf Berufskrankheit bei der Berufsgenossenschaft oder der Unfall­kasse zu melden. Möchtest du selbst den Antrag zur Berufskrankheit stellen, musst du beachten, welcher Versicherungsträger für deine Branche zuständig ist.

  • Beschäftigt beim Bund, Ländern und Gemeinden: Unfallversicherungs­träger der öffentlichen Hand, z.B. Unfallkassen
  • Beschäftigt im privaten Wirtschafts­unternehmen: Gewerbliche Berufsgenossenschaften
  • Beschäftigte und Selbständige sowie mitarbeitende Familienangehörige in der Land- und Forstwirtschaft: Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft

Nun beginnt das “Berufskrankheit-Voraussetzungen-Verfahren”, bei dem geprüft wird, ob deine Krankheit alle Voraussetzungen erfüllt und tatsächlich eine Berufskrankheit ist. Dieses Verfahren wird von dem Versicherungsträger durchgeführt, der in deiner Branche für alle notwendigen Kosten aufkommen muss. Nachdem deine Krankheit gemeldet wurde, wird zur Überprüfung deine gesamte Krankheitsgeschichte ermittelt. Der zuständige Versicherungsträger schaut sich dabei sehr genau deine Kranken­vorgeschichte, persönliche Belastungen sowie deinen Arbeitsplatz an. Zusätzlich wird meist ein fachärztliches Gutachten zur Entscheidung herangezogen. Am Ende beeinflusst auch die Aussage des Gewerbearztes (Facharzt für Arbeitsmedizin, u.a. für Arbeitnehmer) des jeweiligen Bundeslandes die Entscheidung. Du siehst also: Das Verfahren ist ziemlich kompliziert und kann sich manchmal über einen langen Zeitraum ziehen.

Wichtige Tipps zum Ablauf des Verfahrens

Es gibt einige wichtige “Berufskrankheit-Voraussetzungen-Verfahren-Tipps”, die du innerhalb des Anerkennungsverfahrens deiner Berufskrankheit beachten solltest.

  • Deinen Verdacht zur Berufskrankheit sofort melden.
  • Mit deinem Arzt Rücksprache halten, ob es sich bei der Erkrankung um eine Berufskrankheit handelt.
  • Dein Betriebsrat oder Personalrat können sich beim Verfahren positiv für dich einsetzen.
  • Im Idealfall solltest du alle Faktoren, die deine Gesundheit während deines Berufslebens belasten, genau dokumentieren. So kannst du auch nach einigen Jahren alles nachweisen und es ist einfacher, die Krankheit später als Berufskrankheit zu identifizieren.
  • Schaltet der zuständige Unfallversicherungsträger einen Facharzt als Gutachter ein, muss er dir drei Gutachter nennen, zwischen denen du einen auswählen darfst. Wähle hierbei möglichst einen Gutachter, dem du vertraust.
  • Sollte nach Ende der Prüfung deine Berufskrankheit nicht als solche anerkannt werden, kannst du Widerspruch einlegen und es wird ein weiteres Verfahren eingeleitet. Möchtest du Widerspruch einlegen, achte unbedingt auf die Widerspruchsfrist (meistens einen Monat).

Probleme bei der Anerkennung der Berufskrankheit

Wie bereits erwähnt, begründet sich die geringe Zahl von Anerkennungen im Gegensatz zu den Verdachtsanzeigen aus der schweren Nachweisbarkeit der Krankheit nach einer langen Zeit oder sogar vielen Jahren. Denn: Wenn die Beschwerde auftritt, ist ein sofortiger Nachweis oftmals sehr schwierig. Die Ursache der Krankheit liegt meist weit zurück. So kann es zu einem großen Problem werden, deine Tätigkeit und z.B. den Umgang mit Gefahrenstoffen noch nach vielen Jahren nachzuweisen, wenn du deine Arbeit nicht genau dokumentiert hast. Und das ist sehr selten der Fall. Zusätzlich kann zwischen Ursache und Ausbruch der Krankheit eine lange Zeit liegen, sodass man selbst keine Verbindung mehr zur Berufstätigkeit sieht. Zum Beispiel können zwischen 25 und 40 Jahren vergehen, bis eine Krebserkrankung durch Asbest entsteht.

Wird deine Krankheit nicht als Berufskrankheit anerkannt, werden alle notwendigen medizinischen Leistungen von deiner Krankenkasse übernommen. Solltest du aufgrund der Krankheit nicht mehr arbeiten können, hilft dir die Krankenkasse allerdings nicht weiter. Daher empfehlen wir dir den frühzeitigen Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Häufige Fragen

  • Berufskrankheit nicht anerkannt: Was jetzt?

    Wird deine Krankheit nicht als Berufskrankheit anerkannt, müssen alle notwendigen medizinischen Leistungen von deiner Krankenkasse übernommen werden. Diese sind jedoch nicht so umfangreich, wie die der gesetzlichen Unfallversicherung. Kannst du wegen deiner Krankheit zudem weder deine bisherige noch eine andere Arbeit ausführen (das heißt du bist erwerbsunfähig), zahlt dir der Staat eine Erwerbsminderungsrente. Großer Nachteil an dieser Rente: Sie reicht meistens nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard halten zu können. Daher ist es empfehlenswert, frühzeitig eine Berufsunfähigkeits­versicherung (BU) abzuschließen. Die BU zahlt dir bereits eine monatliche Rente, wenn du nur deinen bisherigen Beruf dauerhaft nicht mehr ausführen kannst. Diese Rente kannst du bei Abschluss individuell mit deinem Versicherer festlegen (z.B. 1000 Euro).
  • Arbeitsunfall: Wer zahlt?

    Auch bei einem Arbeitsunfall zahlen die zuständigen Unfallversicherungsträger. Der Begriff “Arbeitsunfall” umfasst alle Unfälle, die bei einer versicherten Tätigkeit (z.B. auf der Arbeit, auf dem Weg zur Arbeit oder in der Schule) passieren. Der Ablauf ist ähnlich: Du solltest zunächst einen Arzt oder sogenannten Durchgangsarzt aufsuchen. Diese Ärzte sind besonders auf die Behandlung von Unfallpatienten qualifiziert. Bist du länger als drei Tage krank geschrieben, muss der Unfallkasse oder Berufsgenossenschaft der Arbeitsunfall gemeldet werden. Auch hier wird der Arbeitsunfall und sein Hergang genau geprüft und bei Anerkennung werden alle notwendigen Kosten übernommen. Sorgt der Arbeitsunfall dafür, dass du mehr als ein halbes Jahr nicht arbeiten kannst, wird dir auch hier eine Arbeitsunfall-Rente bzw. ein Verletztengeld gezahlt.
  • Wie ist ein Wegeunfall versichert?

    Wegeunfälle passieren auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Der Versicherungsschutz bleibt auch bei notwendigen Umwegen bestehen. Zum Beispiel wenn du bei einer Fahrgemeinschaft mitfährst. Der Wegeunfall wird wie der Arbeitsunfall gehandhabt und ist daher auch über die Unfallversicherung bzw. Berufsgenossenschaft versichert.

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