Ursachen für Berufs­unfähigkeit: Psychische Krank­heiten auf Platz 1

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Ursachen für Berufs­unfähigkeit: Psychische Krank­heiten auf Platz 1
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Rund 20 Prozent aller Berufstätigen werden irgendwann berufsunfähig. Das ist eine Zahl, die man nicht unterschätzen sollte. Denn nicht immer kannst du durch einen guten Lebensstil eine Berufs­unfähigkeit abwenden, da auch Unvor­hersehbares dich plötzlich aus der Bahn werfen kann. Ursachen von Berufs­unfähig­keit gibt es wie Sand am Meer. Es lohnt sich also, diese mal genauer zu betrachten.

Das musst du wissen:
  • Berufsunfähig ist, wer seinen vor­herigen Beruf nicht mehr ausüben kann.
  • Rund 20 Prozent aller Berufs­tätigen werden in ihrem Leben berufs­unfähig und können für mindestens 6 Monate nicht mehr arbeiten.
  • Die häufigste Ursache für Berufs­unfähigkeit (BU) sind psychische Er­krankungen wie z.B. Depressionen oder Burnout, gefolgt von körperlichen Krankheiten und Unfällen.

Was sind die häufigsten Ursachen für Berufs­unfähigkeit?

In Deutschland gab es im Jahr 2015 rund 43 Millionen Berufstätige, von denen nur 17 Millionen mit einer Berufsunfähigkeits­versiche­rung geschützt waren. Das ist bedenklich, da im Schnitt jeder fünfte Arbeitnehmer irgendwann berufsunfähig wird. Warum sind so wenige Deutsche richtig versichert? Viele denken, nur körperlich Arbeitende sind von Berufs­unfähig­keit gefährdet. Mittlerweile ist jedoch bewiesen, dass die meisten Menschen nicht aufgrund von körperlichen Beschwerden wie Muskelschwächen oder Tumoren berufs­unfähig werden, sondern weil sie an psychischen Erkrankungen leiden.

Ursachen für Berufsunfähigkeit
Ursachen Berufsunfaehigkeit
Quelle: Morgen & Morgen, 04/2016

 

Was sind die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit? Das Analysehaus Morgen & Morgen hat für das Jahr 2015 festgestellt, dass rund 31 Prozent aller Berufs­unfähigen an psychischen Erkrankungen litten. Seelische Leiden sind damit die häufigste Ursache für Berufs­unfähigkeit. Darunter fallen z.B. Depressionen, Belastungsstörungen, Ängste oder auch Neurosen. Kranken­kassen beobachten diesen Trend ebenfalls. So hat z.B. die DAK-Gesundheit in 2014 berichtet, dass bei 15 Prozent der behandelten Patienten psychische Leiden diagnostiziert wurden. Ähnliche Statistiken gibt es vom GDV. Alle Studien zeigen: Psychische Krankheiten sind auf dem Vormarsch.

Die zweithäufigste Ursache für Berufs­unfähigkeit sind mit knapp 22 Prozent Erkrankungen des Skelett- und Bewegungs­apparates. Also zum Beispiel Bandscheiben­vorfälle, Arthrose an den großen Gelenken wie Schultern und Hüfte usw. Tumorerkrankungen wie Krebs sind die dritthäufigsten Gründe für Berufs­unfähig­keit. Immerhin rund 10 Prozent aller Berufs­unfähigen mussten ihre Arbeit wegen eines Unfalls aufgeben. In diesem Fall bietet eine Unfall­versicherung wertvolle Soforthilfe. Längerfristig solltest du dich aber mit einer Berufs­unfähig­keits­versiche­rung absichern. Diese zahlt dir eine monatliche Berufsunfähigkeits­rente, wenn du berufsunfähig wirst – egal ob durch einen Unfall oder eine Krankheit.

Hauptursache – Psychische Er­krankungen

Laut dem Deutschen Ärzteblatt haben rund 33 Prozent der Bevölkerung eine oder mehrere psychische Erkrankungen. Die Verteilung zwischen Männern und Frauen ist dabei ausgeglichen. Lediglich 43 Prozent der Erkrankten suchen profes­sionelle Hilfe auf. Auch Studenten, Azubis, Berufseinsteiger und Schüler – also junge Menschen wie du und ich – können betroffen sein. Die Zahl der Neuerkran­kungen ist bei jungen Leuten sogar höher als bei älteren.

Was genau sind psychische Er­krankungen?

Eine psychische bzw. seelische Erkrankung bezeichnet eine krankhafte Störung des Denkvermögens, der Wahrnehmung, der Gefühle oder des Verhaltens. Psychische Probleme kann der Betroffene nur sehr selten selbst steuern.

Eine Untersuchung des Robert Koch Instituts, deren Ergebnisse 2013 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurden, gibt Auskunft über die häufigsten psychischen Störungen. Am häufigsten sind Angststörungen vertreten, an zweiter Stelle liegen Alkoholstörungen und den dritten Platz belegen Depressionen.

Die häufigsten psychischen Erkran­kungen

Quelle: Robert Koch Institut / Ärzteblatt, 2013

Psychische Krank­heiten und Früh­rente

Es kommt immer öfter vor, dass Menschen schon vor Eintritt in das Rentenalter krank werden und nicht mehr arbeiten können. Ist das der Fall, kann man eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente beantragen. Kannst du nicht mehr oder nur noch wenige Stunden arbeiten, nennt sich das Erwerbsminderung.

Die Zahl der Beschäftigten, die vorzeitig in Rente gehen, nimmt stetig zu. Die Deutsche Renten­versicherung hat gemeldet, dass bereits 2011 rund 180.240 Menschen wegen Erwerbs­unfähigkeit vorzeitig aus dem Berufsleben aus­scheiden mussten. In der folgenden Grafik kannst du sehen, dass rund 40 Prozent dieser Fälle auf psychische Erkran­kungen zurückzuführen sind – Tendenz steigend.

Die gesetzliche Erwerbs­minderungs­rente greift nicht in jedem Fall und zahlt dir meist auch nicht so viel, dass du gut davon leben könntest. Wenn du also von einer Berufs­unfähig­keit oder Dienst­unfähigkeit (Berufsunfähigkeit bei Beamten) betroffen wärst, müsstest du mit sehr viel weniger Geld auskommen, als du es gewohnt bist. Daher ist eine Berufs­­unfähig­­keits­­ver­siche­­rung wichtig für dich. Sie zahlt dir monat­lich Geld aus, wenn du deinen ur­sprüng­lichen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Quelle: Deutsche Renten­versicherung

Berufe mit hohem Berufsunfähigkeits­risiko

Wenn du einen Beruf hast, bei dem du hauptsächlich körperlich tätig bist, hast du ein höheres Risiko, berufs­unfähig zu werden. Nicht zu vergessen ist jedoch, dass der Großteil der berufs­unfähigen Arbeitnehmer an psychischen Erkran­kungen leidet. Die folgende Tabelle zeigt dir Beispiele, welche Berufe von BU-Versiche­rern als besonders gefährlich (hohes BU-Risiko) und besonders ungefährlich (niedriges BU-Risiko) eingestuft werden.

Ein paar Beispiele zeigen, wie unter­schiedlich die Risiken sind, mit denen verschiedene Berufe einhergehen:

  • Beispiel 1: Ein Dachdecker (Person mit handwerklicher Tätigkeit) ist ständig der Gefahr ausgeliefert, sich zu verletzen, zum Beispiel wenn er abrutscht und vom Dach fällt.
  • Beispiel 2: Lehrer zählen zu einer Berufsgruppe mit mittlerem BU-Risiko, da sie recht stark durch Stress-Erkrankungen wie z.B. Burnout gefährdet sind.
  • Beispiel 3: Die Berufsgruppe der Physiker zählt zu den Berufen mit einem sehr geringen BU-Risiko. Physiker sind nicht körperlich tätig und eher selten hoher emotionaler Belastung ausgesetzt.
Niedriges/mittleres BU-Risiko Hohes BU-Risiko
Ärzte und Apotheker Köche
Ingenieure Elektriker
Pfarrer Bäcker
Bürokaufleute Schreiner
Chemiker Bauarbeiter
Sekretäre Gerüstbauer und Dachdecker
Verkäufer Gerichtsvollzieher
Friseure Fitnesstrainer
Lehrer Schauspieler
Richter Musiker

Risikoreiche Berufsgruppen wie z.B. Dachdecker müssen oft einen sehr hohen Ver­siche­­rungs­­beitrag zahlen, wenn sie eine BU-Ver­siche­rung ab­schlie­ßen. Trotzdem solltest du, selbst wenn du Dach­decker bist, unbedingt eine Versicherung abschließen. Bestimmte Berufsgruppen mit hohem BU-Risiko werden von vielen Versicherungsunternehmen sogar pau­schal abgelehnt (z.B. Soldaten). Berufs­gruppen mit geringem BU-Risiko wie zum Beispiel Architekten erhalten hingegen sehr günstige Versiche­rungs­prämien.

Wenn du einen risikoreichen Beruf hast und dich dennoch absichern möchtest, ist vielleicht die innovative Berufsunfähigkeitsversicherung Getsurance Job für dich interessant. Mit ihren in drei unterschiedlichen Leistungspaketen kann jeder einen günstigen Schutz für sein Einkommen kriegen.

Wann ist man berufs­unfähig und was bringt eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung?

Berufsunfähig ist, wer seinen Beruf durch eine Krankheit oder einen Unfall für voraussichtlich mindestens 6 Monate zu weniger als 50% ausüben kann. Das ist die offizielle Definition der Berufsunfähigkeit. Ein Arzt oder Gutachter stellt fest, ob die Kriterien erfüllt sind. Wer eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung abgeschlossen hat, ist auch in dieser unangenehmen Situation gut abgesichert, denn er bekommt eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von seinem Versicherer.

Sehen wir uns dazu mal ein Beispiel an. Stell dir vor, ein Verkäufer ist an Depres­sionen erkrankt und bekommt dies vom Arzt bzw. Psychiater bescheinigt.

  • Der Arzt stellt fest, dass der Verkäufer höchstens zwei bis drei Stunden am Tag arbeiten kann (also weniger als 50% der normalen Arbeitszeit), weil sich seine Krankheit sonst verschlechtern würde.
  • Außerdem schätzt der Arzt, dass dieser Zustand für mindestens sechs Monate andauern wird.

In diesem Fall hat der Verkäufer Anspruch auf die Berufs­unfähig­keits­rente, die er mit seinem Versicherer vereinbart hat. (Sofern er eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung hat.)

Bis 2001 gab es noch eine staatliche Berufs­unfähig­keits­versiche­rung, so dass gesetzlich Renten­versicherte bei Berufs­unfähig­keit einen Anspruch auf Rente hatten. Dies wurde mit der Einführung der Erwerbs­minderungs­rente geändert – die Bedingungen wurden verschärft. Man erhält nur dann die volle Erwerbs­minde­rungs­rente, wenn man in keinem Beruf mehr arbeiten kann. Man gilt nicht als erwerbsgemindert, wenn man noch mindestens 6 Stunden am Tag arbeiten kann. Wer weniger als 6 Stunden, aber mehr als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, gilt als „teilweise erwebsgemindert“ und bekommt nur die halbe Erwerbs­minderungs­rente.

Beispiel: Wenn ein Fitness­trainer durch einen Band­scheiben­schaden berufs­unfähig wird, aber noch im Büro arbeiten könnte, erhält er keine Erwerbs­minderungs­rente. Hat er jedoch eine private BU, zahlt diese im eine monatliche Rente aus.

Der monatliche Beitrag kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein, je nachdem in welcher Lebens­situation du dich befindest, welchen Beruf du ausübst, wie alt du bist usw. Es bestehen auch preisliche Unterschiede zwischen verschiedenen Versicherern.

Häufige Fragen

  • Gibt es für die Berufsunfähigkeits­versicherung einen Test, der verschiedene Ver­sicherer vergleicht?

    Ein Berufs­unfähig­keits­versiche­rungs-Vergleich, auch für Einsteiger­tarife, bieten z.B. Morgen & Morgen oder Franke und Born­berg. Auch die Stif­tung Waren­test bietet im Magazin Finanz­test weitere Informa­tionen und Ver­gleiche.
  • Kann die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung von der Steuer ab­gesetzt werden?

    • Vorsorgeaufwendungen, zu denen auch die Berufs­unfähig­keits­versiche­rung gehört, können von der Steuer abgesetzt werden.
    • Maximal können Vorsorgeaufwendungen von 1900 Euro pro Jahr geltend gemacht werden. Dieser Betrag erhöht sich auf 2800 Euro, wenn die Beiträge zur Kranken­versiche­rung im entsprechenden Jahr aus­schließ­lich vom Steuerzahler gezahlt werden (zum Beispiel bei Selbstständigen und Freiberuflern).
    • In unserem Ratgeber zum Thema Berufs­unfähig­keits­versiche­rung und Steuer­erklärung erfährst du die genauen Details.
  • Ist eine Berufs­unfähigkeits­versiche­rung sinnvoll, auch wenn man schon Vor­erkran­kungen hat?

    Auf jeden Fall. Selbst wenn du beispielsweise Probleme mit deiner rechten Schulter hast, gibt es einige Versicherer, die dieses Gelenk einfach aus dem Versiche­rungs­schutz aus­schließen. Andere verlangen einen Risiko­zuschlag. Und wieder andere würden dich sofort annehmen! Wir empfehlen dir daher, dass du bei mehreren Versicherern eine soge­nannte Risikovoranfrage machst, um zu sehen, wer dich zu welchen Konditionen annehmen würde. Bei Getsurance Job ist keine anonyme Risiko­voran­frage notwen­dig: Bei dieser Ver­siche­rung kannst du sehen, wie du dich ver­sichern kannst, ohne persön­liche Daten angeben zu müssen.
  • Lohnt sich eine Berufs­unfähigkeits­versiche­rung für Studenten?

    Viele denken, für Studenten lohnt sich eine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung nicht, weil sie jung und gesund sind. Aber gerade deshalb sollten sie eine abschließen! Wegen ihres geringen Alters und guten Gesundheitszustands bekommen Studenten von den BU-Versicherern die niedrigsten Beiträge angeboten – und diese steigen später nicht mehr an. Wer seine Berufs­unfähig­keits­versiche­rung früh abschließt, kann bares Geld sparen, da bei einem späteren Abschluss oft Extrakosten durch hohe Risiko­zuschläge hinzukommen. Mehr dazu erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Berufs­unfähig­keits­versiche­rung für Studenten.

1 Kommentar

  1. Honoro sagt

    Sehr schön aufbereiteter Artikel über eine wichtige Versicherung.

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