Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure – Sinnvoll?

Beim Thema Berufsunfähigkeit von bestimmten Berufsgruppen denkst du zunächst vielleicht nicht direkt an Ingenieure. Doch Berufsunfähigkeit betrifft alle Berufsgruppen – von Dachdeckern bis zu Bauingenieuren. Wir erklären dir, warum eine BU für Ingenieure sinnvoll ist, was das BU-Risiko sein kann und was du beim Abschluss beachten solltest.

Inhaltsverzeichnis

  1. Ist eine BU für Ingenieure sinnvoll?
  2. BU Risiko für Ingenieure
  3. Tipps: Das solltest du als Ingenieur beim BU Abschluss beachten
  4. FAQ

Ist eine BU für Ingenieure sinnvoll?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen aktuellen Beruf, z.B. als Maschinenbau-Ingenieur, nicht mehr ausüben kannst. Das ist dann der Fall, wenn du voraussichtlich mindestens sechs Monate deinen aktuellen Beruf nicht mehr zu 50% erledigen kannst. 

Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung sicherst du dich privat ab und schützt dein Einkommen bei Arbeitsausfall, z.B. aufgrund von andauernder Krankheit (körperlich und psychisch) oder eines Unfalls. In solchen Fällen kannst du dich weniger auf den Staat verlassen, denn die Erwerbsminderungsrente fällt vergleichsweise gering aus und ist zudem mit vielen Hindernissen verbunden, z.B. eine komplizierte Antragsstellung. Und eine Unfallversicherung zahlt nur im Fall eines Unfalls, aber eben nicht bei Krankheiten. Daher ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Ingenieure eine sinnvolle Absicherung deiner wichtigsten Ressource – deiner Arbeitskraft.

Alternativen zur BU – Reicht die Versorgung ohne BU für Ingenieure aus?

Ingenieure haben zumeist ein relativ hohes Gehalt. Um bei Berufsunfähigkeit die Einkommenslücke zu schließen reichen oft die staatlichen Versorgungsleistungen nicht aus:

  • Erwerbsminderungsrente liegt im Durchschnitt bei ca. 875 Euro / Monat
  • Eine Unfallversicherung zahlt nur im Falle eines Unfalls – nicht bei Krankheit
  • Die Krankenversicherung zahlt nur 72 Wochen Krankengeld
  • Die gesetzliche Rente reicht häufig nicht aus, z.B. wenn du recht jung berufsunfähig wirst und deswegen noch nicht lange in die Rentenversicherung eingezahlt hast.
  • Sich auf private Ersparnisse zu verlassen, kann auch riskant sein – je nach Alter und Grund der Berufsunfähigkeit – Stell dir vor, du musst deine Wohnung behindertengerecht umbauen.

Ingenieure: Zusätzliche Absicherung in Berufsständischen Versorgungswerken

Selbstständige und freiberufliche Ingenieure sind häufig Mitglied bei einem berufsständigen Versorgungswerk der Ingenieurkammer und dort rentenversichert. Im Falle einer 100%igen Berufsunfähigkeit würden sie von diesen auch eine BU-Rente erhalten, wenn sie gar nicht mehr als Ingenieur arbeiten können. Allerdings fällt diese vergleichsweise gering aus und es könnte nicht mal mehr stundenweise gearbeitet werden. Im Vergleich zur privaten BU sind die Kriterien zur Beantragung der BU-Rente also viel strikter.

BU Risiko für Ingenieure

Als Ingenieur hast du sehr vielfältige Tätigkeiten, je nach Fachgebiet und Spezialisierung. Deine Arbeit findet vielleicht häufig im Büro statt als auch vor Ort, wenn du zum Beispiel gerade in der Umsetzungsphase eines Projekts bist. Auf Baustellen können so andere Gefahren lauern, als z.B. an einer Maschinenanlage. Daher bewerten Versicherer dich als Ingenieur auch anhand deiner Fachrichtung und unterscheiden sich so nach den Risikoklassen des Berufs. 

Auch wenn laut Statistik der Beruf des Ingenieurs nicht als gefährlich einzuordnen ist, so besteht trotzdem ein allgemeines Risiko berufsunfähig zu werden. Das erklärt sich so: In Deutschland wird aktuell jeder 4. Arbeitnehmer, im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn, berufsunfähig. Dabei sind psychische Krankheiten mit 32 % auf Platz 1 der Ursachen, nach Erkrankungen des Bewegungs- und Skelett-Apparats mit ca. 20% der Fälle (Zahlen von 2022, Morgen & Morgen). Als Ingenieur hast du häufig viel Stress und große Verantwortung. Überstunden sind eher der Fall als die Regel und das viele Sitzen belastet den Rücken.

Hier ein paar Beispiele, für Berufsunfähigkeitsfälle bei Ingenieuren

Du hast bisher in einer 40 Stunden Woche gearbeitet und warst davon die meiste Zeit im Büro, z.B. um technische Pläne zu schreiben. Nun wurde bei dir eine schwerwiegende Depression festgestellt, die es dir erschwert, weiterhin wie gewohnt zu arbeiten. Wenn es dann um Berufsunfähigkeit geht, prüft ein Arzt, ob es nicht trotzdem möglich ist, dass du noch 20 Stunden die Woche in deinem Beruf arbeiten könntest. Bei schweren Depressionen ist dies unmöglich, denn selbst frühstücken kann schon zu einer Tagesaufgabe werden. In diesem Fall würde der Arzt dir eine Bestätigung geben, dass du berufsunfähig bist und du kannst die BU-Rente bei deiner Versicherung beantragen. 

Solltest du aber beispielsweise einen Ski-Unfall gehabt haben und nicht mehr laufen können, so würdest du trotzdem am Schreibtisch noch Pläne schreiben können. In diesem Fall läge keine Berufsunfähigkeit vor. 

Info: Da bei der BU in der Regel die abstrakte Verweisung nicht gültig ist, wird immer nur der konkret ausgeführte vorherige Beruf betrachtet und eingeschätzt, ob du diesen noch zu 50% machen könntest.

Du hast 40 Stunden pro Woche gearbeitet und warst davon zur Hälfte der Zeit bei Kundenterminen unterwegs. Aufgrund eines Bandscheibenvorfalls, weil du deine Wohnung renoviert hast, hast du ständig starke Schmerzen in der Lendenwirbelsäule und musst daher starke Schmerzmittel nehmen. Aus diesem Grund darfst du nun kein Auto mehr fahren (Medikamenteneinfluss). Somit kannst du deinen Beruf zu 50% nicht mehr ausüben und wirst auch als berufsunfähig eingestuft.

Tipps: Das solltest du als Ingenieur beim BU Abschluss beachten

  • Bist du angestellt, freiberuflich oder selbstständig tätig?
  • Arbeitest du hauptsächlich am Schreibtisch oder z.B. auf Baustellen oder im Maschinenpark – danach richten sich die Kosten der BU aufgrund der Risikoprüfung
  • Die monatlichen Kosten der BU sind abhängig von verschiedenen Faktoren:
    • Alter, BMI, Nettoeinkommen, Gesundheitszustand, Beruf, Tätigkeitsschwerpunkt, Endalter

Es gilt: Je jünger und gesünder du eine BU abschließen kannst, desto günstiger ist der monatliche Beitrag. Es lohnt sich also, direkt nach dem Ingenieur-Studium bereits über eine BU nachzudenken.

  • Als Rentenhöhe solltest du ca. 70% deines bisherigen monatlichen Nettoeinkommens angeben – so kannst du sicher gehen deinen Lebensstandard halbwegs halten zu können.
  • Mache bei Abschluss der Versicherung 100% korrekte Angaben bei den Gesundheitsfragen sowie weitere Angaben, z.B. deinen Hobbies. Risikoreiche Hobbys, wie Klettern, können zum Ausschluss aus der BU führen. Vorerkrankungen musst du ebenfalls korrekt angeben. Falls deine Angaben nicht korrekt sind und es zum Versicherungsfall kommen sollte, kann der Versicherer die BU-Rente ablehnen. In diesem Fall wäre die sogenannte vorvertragliche Anzeigepflicht verletzt.
  • Es gibt die Möglichkeit, deine Rentenhöhe während der Versicherungslaufzeit zu erhöhen. Bei bestimmten Anlässen, wie z.B. Gehaltserhöhung, Heirat oder der Geburt eines Kindes greift die sogenannte Nachversicherungsgarantie und du kannst deine Rentenhöhe anpassen.

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Noch mehr Tipps, worauf du beim Abschluss der BU achten solltest.

FAQ

Wann ist ein Ingenieur berufsunfähig?

Ein Ingenieur ist berufsunfähig, wenn er mindestens 50% seiner Tätigkeiten aus dem bisherigen Job für mindestens sechs Monate nicht mehr ausführen kann. Grund dafür kann eine Erkrankung oder die Folgen eines Unfalls sein.

Häufige Ursachen für die Berufsunfähigkeit von Ingenieuren sind psychische Erkrankungen, z.B. Burnout oder Einschränkungen des Bewegungsapparats, z.B. durch einen Bandscheibenvorfall.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Ingenieure?

Die monatlichen Beträge für die BU richten sich nach verschiedenen Faktoren: Alter bei Abschluss, monatliches Nettoeinkommen, Laufzeit, Gesundheitszustand, Ingenieur-Fachrichtung

Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder du eine BU abschließt, desto geringer sind die Beiträge. Du kannst während der Laufzeit die Rentensumme dank Nachversicherungsgarantie erhöhen.

Wie lange zahlt eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

An sich zahlt die BU deine Rente so lang, wie du das Endalter bei Vertragsabschluss angegeben hast, das ist häufig bis zum eigentlichen Renteneintrittsalter (65-57 Jahre). Solltest du dich von deiner Krankheit auskurieren, z.B. den Burnout überstanden haben, dann könntest du auch wieder in den Beruf einsteigen. Dann endet die BU-Rente.

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