Berufs­unfähig­keits­versi­cherung: Worauf achten? 8 Tipps!

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Berufs­unfähig­keits­versi­cherung: Worauf achten? 8 Tipps!
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Worauf musst du achten bei der Berufs­unfähig­keits­versi­cherung? – Im Versi­cherungs­dschungel kann man schnell mal den Durchblick verlieren. Wir zeigen dir die wichtigsten Eigen­schaften, die eine gute Berufs­unfähig­keits­versi­cherung (BU) haben sollte. Mit diesen Infos bist du perfekt vorbereitet, um konkrete Wünsche zu deiner BU zu äußern und eine umfassende Vorsorge deiner Arbeits­kraft abzuschließen.

Das musst du wissen:
  • Eine gute BU zeichnet sich durch bestimmte Eigenschaften aus. Diese solltest du als Grundlage einer weiteren Beratung unbedingt kennen.
  • Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Was ist wichtig? Neben einer ausreichenden Höhe deiner Rente ist auch die Leistungsdauer bis zu deinem eigentlichen Renten­eintritts­alter aus­schlag­gebend.
  • Weitere wichtige Eigenschaften sind: die dynamische Anpassung, eine Nachversicherungsgarantie und ein verkürzter Prognose­zeitraum. Keine Ahnung, was das bedeutet? Wir erklären es dir!

Bei der Berufs­unfähig­keits­versi­cherung worauf achten?

Die Berufs­unfähig­keits­versi­cherung (BU) ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie schützt dich mit einer monatlichen Rente vor den finanziellen Folgen, wenn du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls plötzlich deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst und dann dein Gehalt wegfällt. Das Risiko der Berufs­unfähig­keit ist in Deutschland hoch; jeder Vierte wird im Laufe seines Lebens irgendwann berufsunfähig.

Jetzt willst du eine BU abschließen und stellst dir die Frage: “Ich will eine Berufs­unfähig­keitsversi­cherung, aber worauf muss ich achten?” In unserer Checkliste findest du 8 wichtige Punkte, die eine gute BU unbedingt haben sollte. Gerne helfen wir dir auch persönlich dabei, ganz unkompliziert deine richtige Berufs­unfähig­keits­versi­cherung zu finden!

1. Richtige Rentenhöhe

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Worauf muss ich achten bei der Rentenhöhe? Zunächst ist es sehr wichtig, dass deine BU-Rente, die dir bei Berufsunfähigkeit monatlich ausgezahlt wird, eine aus­reichende Höhe hat! Wie hoch die BU-Rente für dich genau sein sollte, kann nicht pauschal gesagt werden. Die für dich sinnvollste Höhe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Stell dir vor, du kannst ab morgen für längere Zeit nicht mehr arbeiten. Wie viele finanzielle Sicherheiten und Mittel hättest du dann noch? Grundsätzlich gilt: Je näher die Höhe der BU-Rente an deinem bisherigen Einkommen liegt, desto kleiner sind spätere finanzielle Lücken. Wir empfehlen dir daher, dass sie in etwa 50 % deines vorherigen Nettoeinkommens betragen, aber keinesfalls unter 1000 Euro liegen sollte. Dieser Richtwert gilt insbesondere, wenn du alleine lebst und keine weiteren Einnahmen außer deines bisherigen Einkommens hast.

2. Beitrags­dynamik

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Worauf muss ich achten im Hinblick auf die Inflation? Darauf, dass sich dein Renten­beitrag dynamisch anpasst und sich über die Jahre erhöht. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, denn zehn Euro heute sind in einigen Jahren nur noch sieben bis acht Euro wert. Das heißt, der Wert des Geldes ändert sich über die Jahre. Die Beitrags­dynamik ist eine wichtige Klausel, da sie dieser Inflation des Geldes entgegengewirkt. Dein Versi­cherungs­beitrag wird in regelmäßigen Abständen erhöht, womit dann auch deine später ausgezahlte Rente steigt. So kannst du dein ursprüngliches Absi­cherungs­niveau bewahren und hast dauerhaft keinen Verlust an Wert.

Wir empfehlen bereits bei Abschluss deiner BU eine Beitrags­dynamik von drei Prozent im Vertrag festzulegen. Dieser Dynamik (und damit der Erhöhung der Beiträge) kannst du in der Regel bei Bedarf auch ein bis zwei Jahre hintereinander widersprechen. Die Beiträge erhöhen sich dann in diesen Jahren nicht weiter. Zum Beispiel dann, wenn du dir die Erhöhung für ein paar Jahre finanziell nicht leisten kannst.

3. Nach­versi­cherungs­garantie

Worauf muss ich achten bei Abschluss einer Berufs­unfähig­keitsversi­cherung, wenn ich die Rentenleistung nachträglich erhöhen möchte? Darauf, dass deine BU eine Erhöhungs- und Anpassungsoptionen hat. Besonders junge Versicherte, die mit einer niedrigeren BU-Rente starten, um Geld zu sparen, sollten auf diese Eigenschaften achten.

Um dein Erkrankungsrisiko genau einschätzen zu können, führt die Versicherung vor Abschluss des Vertrags eine Gesund­heits­prüfung durch. Diese Gesundheitsprüfung ist für den Versicherer sehr wichtig, denn sie ist unter anderem die Grundlage, um die Höhe deiner monatlichen Beiträge festzulegen. Mit der Nach­versi­cherungs­garantie in deinem Vertrag kannst du deine Absicherung ohne erneute Gesund­heits­prüfung auch später noch anpassen beziehungsweise aufstocken, wenn du mehr finanzielle Mittel zur Verfügung hast. Würde die Versi­cherung bei Anpassung der Leistung nämlich noch einmal deine Gesundheit prüfen wollen, könnten sich nicht nur die Leistungen, sondern auch der monatliche Beitrag erhöhen. Das wird durch die Nach­versi­cherungs­garantie vermieden. Diese Anpassungsoption bieten viele Versicherer zu bestimmten Anlässen an (Heirat, Geburt der Kinder o.Ä.). Im besten Fall sollte diese Option für dich jedoch in den ersten Jahren nach dem Abschluss immer möglich sein.

Möch­test du – gerade als junger Mensch – eine BU ab­schlie­ßen, soll­test du auf eine Nach­ver­siche­rungs­garan­tie achten. Diese bietet dir unter anderem die Berufs­unfähig­keits­ver­siche­rung Get­surance Job an. Auch der An­trag geht bei dieser inno­vativen BU beson­ders schnell: Du musst dabei nur weni­ge Gesund­heits­fragen beant­worten, was du kom­plett on­line machen kannst.

4. Keine abstrakte Verweisung

Berufs­unfähig­keits­versi­cherung – Worauf du zusätzlich achten musst, ist, dass dein BU-Versicherer in den Versi­cherungs­bedingungen auf die Klausel der abstrakten Verweisung verzichtet! Was besagt der “abstrakte Verweis”? Mit dieser Klausel im Vertrag kann dich deine Versicherung bei einer Berufsunfähigkeit auf einen anderen Beruf verweisen. In diesem Fall steht dir dann keine BU-Leistung zu. Bist du zum Beispiel Bau­arbeiter und kannst nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall nicht mehr in deinem alten Beruf arbeiten, ist es trotz Berufs­unfähig­keit möglich, dass du auf einen Bürojob verwiesen wirst und keine BU-Rente erhältst.

Dieser neue Job muss jedoch deiner bisherigen Lebens­stellung und deinen Quali­fikationen entsprechen. Die abstrakte Verweisung ermöglicht dem Versicherer also, die Auszahlung der Leistungen zu verweigern, da du theoretisch in vielen Fällen von Berufs­unfähig­keit noch einen anderen Beruf ausüben könntest. Achte also unbedingt darauf, dass sie nicht in deinen BU-Bedingungen steht. Die meisten Versicherer, z.B. Getsurance Job, verzichten aber ohnehin bereits auf diese Klausel.

5. Versicherungs- und Leistungsdauer bis zum Renteneintrittsalter

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Was ist wichtig im Hinblick auf die Dauer der Versicherung? Dass die Versicherungs- und Leistungsdauer deiner BU bis zu deinem Renteneintrittsalter (67 Jahre) läuft! Du kannst nämlich nie vorhersagen, ob und wann du tatsächlich berufsunfähig wirst. Die Versicherungsdauer ist die Laufzeit deiner Versicherung und die Leistungs­dauer ist der Zeitraum, bis zu welchem Alter dir deine BU-Rente ausgezahlt wird. Wählst du die Zeiträume zu kurz, kann es zu gefährlichen finanziellen Engpässen kommen.

Ein Beispiel: Du wählst die Versicherungs- und Leistungsdauer bis 60 Jahre und dein eigentliches Renten­eintritts­alter ist 67 Jahre. Wirst du nun mit 63 Jahren berufsunfähig, steht dir keine BU-Rente zu, da du außerhalb der vertraglich vereinbarten Versi­cherungs­dauer berufsunfähig geworden bist. Wirst du hingegen schon mit 50 berufsunfähig, steht dir zwar eine Rentenleistung zu, sie wird dir aber nur bis zum 60. Lebensjahr ausgezahlt. Bis zu deinem voraus­sichtlichen Renten­eintritts­alter entsteht dann eine Leistungslücke von sieben Jahren. Die Leistungsdauer ist also zu kurz gewählt. Das ist natürlich sehr schlecht und es entsteht ein großer finanzieller Verlust.

Deine BU aufzugeben ist zu jedem Zeitpunkt in deinem Leben einfach. Es ist aber beinahe unmöglich, deine BU zu verlängern, wenn du merkst, dass du den BU-Schutz doch noch länger brauchst. Darum ist es notwendig, dass du Versicherungs- und Leistungsdauer beim Abschluss unbedingt so wählst, dass sie bis zu deinem voraus­sichtlichen Renten­eintritts­alter reichen, um keine finanziellen Probleme zu bekommen.

6. Verkürzter Prognose­zeitraum und rückwirkende Leistungen

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Worauf ist zu achten hinsichtlich der Berufs­unfähig­keits-Diagnose deines Arztes? Darauf, dass deine BU einen verkürzten Prognosezeitraum von höchstens sechs Monaten hat, um deine BU-Rente schnellstmöglich zu erhalten. Der Prognose­zeitraum legt den Zeitraum fest, für den deine Berufsunfähigkeit voraus­sichtlich andauern wird. Dass dein Arzt genaue Auskunft über deine Gesundheit gibt und eine Prognose stellt, ist Grundlage für die Leistungsauszahlung.

Auszahlung deiner BU-Rente: Worauf ist zu achten? Zusätzlich sollte deine Versi­cherung auch immer rückwirkende Leistungen zahlen! Zum Beispiel dann, wenn du verspätet deine Berufs­unfähig­keit meldest, dein Arzt sie dir aber bereits vor drei Monaten diagnostiziert hat. Das Geld wird dir dann nicht ab dem Zeitpunkt der Meldung ausgezahlt, sondern ab wann du berufsunfähig gewesen bist. So werden dir in diesem Fall auch die letzten drei Monate, von Beginn der Berufsunfähigkeit an, rückwirkend ausgezahlt.

7. Einsteigertarife für Studenten und Azubis

Worauf du noch achten kannst bei einer Berufs­unfähig­keitsversi­cherung, sind mögliche Einsteigertarife, die manche Berufs­un­fähig­keits­ver­siche­rung für Berufseinsteiger, Studenten oder Azubis anbietet. Diese Op­tion ist jedoch mit Vor­sicht zu genie­ßen. Wenn du nur einen schmalen Geldbeutel hast, kann es für dich viel­leicht inter­essant sein, einen solchen Einsteiger- oder Startertarif abschließen! Achte also auch auf die unterschiedlichen Einsteiger-Angebote der Versicherungen. Diese Tarife liegen in der Anfangszeit unter dem Normaltarif, um auch jungen Menschen den Abschluss einer BU zu ermöglichen.

Er steigt aller­dings über die Jahre an, bis er sogar etwas über dem Normal­tarif liegt. Dadurch ist eine BU mit Ein­steiger­tarif über die gesamte Lauf­zeit hin­weg teu­rer als eine nor­male BU. Ist man zwar jung, aber hat genug finanzielle Mittel, um zwischen Einsteiger- und Normaltarif zu wählen, sollte man daher lieber von Anfang an zum Normaltarif greifen – am besten mit einer Nach­ver­siche­rungs­garan­tie. Für wen sich der Tarif wirklich lohnt, kannst du auch nochmal genau in unserem Ratgeberartikel zum Thema Einsteigertarife lesen.

Je jünger und gesünder du beim Abschluss einer BU bist, desto günstiger sind die Beiträge.

8. Weltweite Gültigkeit

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Worauf muss ich achten, wenn ich gerne durch die Welt reise oder später im Ausland arbeiten möchte? In dem Fall sollte die BU-Police weltweit gelten. Das ist besonders bei jungen Leuten wichtig, die sich noch nicht darauf festlegen wollen beziehungs­weise können, für immer in Deutschland zu leben. Bei vielen Versicherungen muss dein aktueller Wohnsitz in Deutschland oder im EU-Ausland sein und der BU-Schutz im Ausland ist nur auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt. Entscheidest du dich nach dem Studium zum Beispiel dafür, für längere Zeit im Ausland zu arbeiten, sollte deine BU so flexibel sein und dich auch im Ausland finanziell vor dem Risiko der Berufsunfähigkeit schützen. Am besten ist also eine BU, die weltweit schützt, egal wo du wohnst.

Berufs­unfähig­keitsversi­cherung – Was ist sonst noch wichtig?

Es gibt noch weitere Tipps und Infor­mationen zur BU, worauf du noch achten solltest, damit du für dich die beste BU finden kannst. Du solltest zum Beispiel auch darüber Bescheid wissen, welche Versicherungen sich für dich eignen und welche nicht. Ob ein BU-Anbieter eine gute Zahlungs­moral hat, kannst du an der sogenannten Prozessquote einer Versi­cherung erkennen. Sie zeigt dir, wie streitfreudig die verschiedenen Versi­cherungen im Falle einer Berufs­unfähig­keit bisher waren. Hierzu haben wir auch einen interessanten Artikel, der die Prozessquote BU und ihre Bedeutung ganz genau erklärt.

Zusätzlich gibt es natürlich auch unzählige Online-Vergleiche im Internet (wie zum Beispiel bei der Stiftung Warentest und deren Magazin Finanztest), die dir Vor- und Nachteile der unter­schied­lichen BUs aufzeigen und von bisherigen Erfahrungen mit den Versicherungen berichten. Zu den unterschiedlichen Versicherungen findest du übrigens auch einiges in unserem Ratgeber!

Häufige Fragen

  • Berufs­unfähig­keitsversi­cherung: Ja oder nein?

    Diese Frage ist schnell beantwortet: Der Schutz der eigenen Arbeitskraft gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Das Risiko, seinen bisherigen Beruf für längere Zeit nicht mehr ausüben zu können, ist hoch. In Deutschland wird jeder Vierte in seinem Leben irgendwann berufsunfähig. Daher ist die BU eine der wichtigsten privaten Versicherungen. Informiere dich vor Abschluss einer Berufs­unfähig­keitsversi­cherung aber genau, worauf du achten solltest, um spätere Probleme mit der BU zu vermeiden.
  • Berufs­unfähig­keits­versi­cherung bei Vorerkrankungen?

    Vorerkrankungen können den Abschluss einer BU erschweren. Die Versicherungen führen vor Abschluss immer eine genaue Prüfung deiner Gesundheit durch. Eine Berufs­unfähig­keitsversi­cherung ohne Gesund­heits­fragen gibt es nicht. Jedoch können sich diese Fragen auf unterschiedliche Zeiträume beziehen, so dass eine alte Vorerkrankung die Versicherung nicht weiter interessiert.
  • Ist eine Berufs­unfähig­keitsversi­cherung steuerlich absetzbar?

    Ja, du kannst deine BU-Beiträge in deiner Steuererklärung bis zu einer bestimmten Summe geltend machen. Die BU fällt unter die “Anlage Vorsorge­aufwand”. Genaueres erfährst du in unserem Artikel “Berufs­unfähig­keitsversi­cherung in der Steuer­erklärung absetzen”.

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